aid/bns. «Auf Initiative des Amtes für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern, dessen mittel- bis langfristige Absicht die Vereinheitlichung der Tarifverbund-Landschaft im ganzen Kanton ist, wurde die Konzentration auf einen einzigen Abonnementsverbund im Berner Oberland geprüft», verlautet im weiteren. Mit der Zusammenlegung der drei bestehenden Verbunde sollen Verbesserungen sowohl für die Abonnementbenützer als auch für die öffentlichen Transportunternehmungen und den Besteller herbeigeführt werden: «Das Fahrausweissortiment wird vereinfacht und vereinheitlicht, der Zugang zum öffentlichen Verkehr verbessert und der administrative Aufwand für Besteller und Transportunternehmen gesenkt. Am neuen Abonnementsverbund sind 17 Transportunternehmungen und der Kanton Bern beteiligt.» Der jährliche Umsatz der drei heutigen Tarifverbunde wird mit 4,2 Millionen Franken angegeben.
Die Geschäftsstelle des neuen Verbundes wird durch die Verkehrsbetriebe Steffisburg – Thun – Interlaken (STI ) in Thun geführt. Zusätzlich führe die Postauto Region Bern in Interlaken eine Regionalstelle, die als Bindeglied zwischen den Gemeinden und den Transportunternehmungen im Oberland-Ost sowie der Geschäftsstelle dienen soll.
Ein Abonnement für das ganze Berner Oberland
Der Geltungsbereich des neuen Beo-Abonnements erstreckt sich laut Medienmitteilung auf alle zu regelmässigen Fahrten benützte Transportunternehmungen des öffentlichen Verkehrs im Berner Oberland. Touristische Transportmittel wie Bergbahnen oder die Schiffahrt auf Thuner- und Brienzersee seien im Beo-Abonnement nicht enthalten: «Ausgenommen davon sind Linien, welche ganzjährige Wohngebiete erschliessen (Lauterbrunnen-Wengen, Lauterbrunnen–Mürren, Stechelberg–Mürren und Beatenbucht–Beatenberg).
Mit dem neuen Zonenplan werden neu auch frequenzstarke Verbindungen wie Interlaken–Spiez oder Interlaken–Thun abgedeckt. Den Pendlern auf den neu dazugekommenen Relationen wird damit die freie Benützung sämtlicher Linien in allen gelösten Zonen ermöglicht. Der grosse Vorteil gegenüber den heutigen Streckenabonnementen liegt dabei in den lokalen Ortsbusbetrieben, die bei diesen Pendlern neu im Abo enthalten sein werden.
Einheitliche Abonnementspreise
Als grosse Herausforderung für die Projektgruppe, die sich aus Vertretern des Kantons Bern und von sechs Transportunternehmungen (STI, BLS, SBB, Postauto, BOB und Zentralbahn) zusammengesetzt habe, wird eine Vereinheitlichung der drei verschiedenen Abonnementstarife bezeichnet: «Dabei galt es, die Auflage des Kantons zu berücksichtigen, dass der öffentlichen Hand keine höheren Abgeltungszahlungen entstehen und die Verkehrserträge der Transportunternehmungen nicht sinken dürfen. Die beteiligten Transportunternehmungen sind der Überzeugung, dass mit dem vorliegenden Tarif eine ausgewogene Lösung gefunden wurde, zu der sich im Rahmen einer Vernehmlassung auch die beiden von der Fusion betroffenen regionalen Verkehrskonferenzen zustimmend äusserten. Abhängig von der Anzahl Zonen und der gewählten Zeitdauer gibt es mit den neuen Abopreisen Gewinner und Verlierer.»
Stärncharte-Gebiet
Für die meisten bisherigen Stärncharte-Verbindungen nähmen die Abonnementspreise pro gelöste Zone und Monat zwischen 0.29 und 1.40 Franken zu, heisst es in der Medienmitteilung: «Der Preis für ein Sechszonen-Abonnement für Erwachsene steigt beispielsweise moderat von 157 auf 163 Franken.» Hingegen sollen die häufig verkauften Jahresabonnemente für eine bis zwei Zonen bei allen Alterskategorien billiger werden und kosteten zum Beispiel für die Erwachsenen statt 560 nur noch 542 Franken.
Sunnecharte-Gebiet
Bei den heutigen Sunnecharte-Besitzern verhalte es sich umgekehrt: Für die meisten Verbindungen finde eine Tarifsenkung statt, die für Erwachsene und Junioren zwischen 0.33 und 2.00 Franken pro Zone und Monat betrage. «Dafür steigen die Ein- bis Zweizonen-Jahresabonnemente, die bisher ausserordentlich günstig waren, für Erwachsene von 522 auf 542 Franken und für Junioren von 387 auf 399 Franken; auf den einzelnen Tag bezogen bedeutet dies eine Preissteigerung von 5,5 Rappen bei den Erwachsenen und 3,3 Rappen bei den Junioren.»
Cartebleue-Gebiet
Im Gebiet des heutigen Tarifverbundes Cartebleue sollen im Rahmen der Verbundfusion verschiedene Zonen zusammengelegt werden. Die meisten Abonnementskunden, die heute drei und mehr Zonen haben, benötigten für das gleiche Gebiet neu weniger Zonen. In diesen Fällen profitierten die Kunden gegenüber heute von teils massiven Preisreduktionen: Ein Abonnement zwischen Schönried und Gstaad koste neu nur noch 57 statt wie bisher 72 Franken. Von einem deutlichen Preisaufschlag betroffen seien dagegen die Benutzer von Ein- bis Zweizonen-Abonnements etwa zwischen Gstaad und Saanen. Dort steige der Preis von 49 auf 57 Franken beziehungsweise von 36 auf 42 Franken bei Junioren. Unter diesem Aspekt sei auch die betroffene Gemeinde Saanen miteinbezogen worden; sie habe den neuen Zonenplan sowie die neuen Preise geprüft und dem Zusammenschluss zugestimmt: «Die Zustimmung erfolgte auch im Hinblick auf die im neuen Verbund vorhandene Ermässigung für Senioren.»
Mehr Leistung dank dem Beo-Abonnement
«Für die Verbindungen zwischen den heute bestehenden Verbundgebieten (Stärncharte-Sunnecharte und Stärncharte-Cartebleue) wird zukünftig ebenfalls das Beo-Abonnement anstelle der heutigen Streckenabonnemente ausgegeben», wird im weiteren dargelegt. Dabei werde durch die Zonengültigkeit die Benutzbarkeit der Abonnemente gegenüber heute massiv vergrössert: «Einige Verbindungen werden dabei etwas teurer, zum Beispiel Thun–Interlaken Ost (von 188 auf 194 Franken) oder Spiez–Interlaken West (von 136 auf 143 Franken), viele jedoch billiger: Thun–Meiringen kostet zum Beispiel nur noch 211 Franken statt wie bisher 251 Franken, Spiez–Gstaad 211 statt 258 Franken oder die Verbindung Spiez–Bönigen 143 statt 159 Franken.
Ermässigung für Senioren im ganzen Oberland
Seien bis anhin nur im Tarifverbund Thun ermässigte Abonnemente an Senioren abgegeben worden, so erhielten neu alle Leute im offiziellen AHV-Alter ein Beo-Abonnement zum Seniorenpreis, heisst es in der Medienmitteilung: «Diese Lösung wird dank einer leichten Preiserhöhung der Seniorenabonnemente in der Region Thun ermöglicht.» Mit Ausnahme der günstiger werdenden Jahresabonnemente für eine bis zwei Zonen betrage diese pro Zone und Monat zwischen 0.86 Franken und 1.40 Franken, was im Gebiet der bestehenden Sunnecharte für Senioren zu Preissenkungen bis zu 8,50 Franken pro Zone und Monat führe.
Intensive Einführungsphase
Damit das Beo-Abonnement ab dem kommenden Winter verkauft werden kann, müssten sämtliche Verkaufssysteme neu programmiert werden, verlautet abschliessend: «Die Kundeninformationen werden momentan erarbeitet und sollen ab Mitte November zur Verfügung stehen.»
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