| Die Ersparniskasse des Amtsbezirks Interlaken (Bank EKI) ist laut einem Informationsschreiben an ihre Genossenschafter mit dem vergangenen Geschäftsjahr 2005 sehr zufrieden: «Die Migration auf die neue moderne IT-Plattform war erfolgreich, das Wachstum war dank attraktiven Produkten und Dienstleistungen sehr gut, die Erträge sind vernünftig und die Substanz ist gesund.» |
eki/bns. Die Bank EKI ist erneut gewachsen: Die Bilanzsumme stieg um 4,7 Prozent und erreicht nun 614,6 Millionen Franken. Die Entwicklung der Bilanz wurde von einer hohen Kreditnachfrage geprägt, was zum erwünschten Abbau von Liquidität führte. Die Aktion Starthypothek war auch im Jahr 2005 ein Erfolg und die Hypothekarforderungen erhöhten sich um netto 27,9 Millionen Franken. Die gesamten Kundenausleihungen konnten um 34,8 auf 531,5 Millionen Franken gesteigert werden. Die Kundengelder erreichten einen Bestand von 504,4 Millionen Franken, was einer Zunahme von 5,4 Prozent oder 25,9 Millionen Franken entspricht. Diese Gelder flossen mehrheitlich auf Anlage- und Steinbocksparkonti. Der Kundendeckungsgrad beträgt somit immer noch erfreuliche 94,9 Prozent.
Ergebnis 2005
Das Zinsengeschäft bildet weiterhin die Hauptertragsquelle der Bank EKI. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft reduzierte sich im Jahr 2005 von 9,9 auf 9,6 Millionen Franken. Das sehr erfreuliche Volumenwachstum konnte die etwas schwächere Zinsmarge nicht kompensieren. Die Reduktion der Zinsmarge ist primär darauf zurückzuführen, dass auslaufende Festhypotheken und Finanzanlagen aufgrund des rekordtiefen Zinsniveaus und des intensiven Wettbewerbes zu tieferen Sätzen verlängert wurden. Das Ergebnis aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft hat sich um 18,8 Prozent erhöht. Dies ist auf das gesteigerte Depotvolumen und den Erfolg der EKI-Portfolios zurückzuführen. Der Ertrag aus dem Handelsgeschäft konnte auch dank positiver Börsenentwicklung um 26,7 Prozent gesteigert werden. Der Geschäftsaufwand nahm gesamthaft um 10,6 Prozent oder 0,7 Millionen Franken zu. Die Kostensteigerung im Personalaufwand ist auf die Erhöhung des Personalbestandes von 34,0 auf 37,45 Stellen und die zusätzlichen Kosten für die Einführung der neuen IT-Plattform zurückzuführen. Die gestiegenen Geschäftsaktivitäten und die damit verbundenen zunehmenden Transaktionen sowie leicht erhöhter EDV- und Raumaufwand machen sich im Sachaufwand bemerkbar. Der Bruttogewinn erreichte einen Wert von 4,9 Millionen Franken und liegt somit 11,9 Prozent oder 0,6 Millionen Franken unter dem Rekordergebnis des Vorjahres. Der nach Steuern ausgewiesene Jahresgewinn reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr auf 1,4 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat beantragt eine unverändert hohe Dividende von 11 Prozent. – Der Steuerwert eines EKI-Stammanteilscheins beträgt gemäss der letzten Meldung der Steuerbehörde 2100 Franken.
Austritt aus der RBA-Holding
Im Mittelpunkt des zurückliegenden Jahres stand der per 31. Dezember 2005 vollzogene Austritt aus der RBA-Holding. Zusammen mit zehn weiteren Instituten entschied sich die Bank EKI vor gut eineinhalb Jahren zu diesem Schritt, um neben der rechtlichen Eigenständigkeit in Zukunft auch eine grösstmögliche wirtschaftliche Unabhängigkeit beibehalten zu können. Das zunehmend komplexe Marktumfeld verlangt nach flexiblen Lösungen, die am besten mit einem Netzwerk spezialisierter Partner realisiert werden können. Die freie Wahl der Vertragspartner im Hinblick auf die strategischen Stossrichtungen der Bank soll den Kunden ein qualitativ hochstehendes Produkt- und Dienstleistungssortiment zu attraktiven Preisen bieten.
Erfolgreiche Migration auf die neue IT-Plattform
Im Mittelpunkt der Loslösung von der RBA-Holding stand – neben der Evaluation neuer Anbieter in weiteren Geschäftsbereichen – die Migration auf eine neue IT-Plattform. Die elf ausgetretenen Banken wählten dafür gemeinsam dieselben Partner, um grösstmögliche Synergien zu erzielen: die Finnova AG als Software-Lieferanten, die Swisscom IT-Services als Systembetreiber und die Business Solution Group für die Implementation. Nur ein halbes Jahr nach dem Projektstart migrierte die Regiobank Solothurn als Pilotbank am 24. Juni 2005 auf die neue IT-Plattform. Gut einen Monat später, am 31. Juli 2005, folgte ihr eine erste Gruppe von drei
Banken, und nach weiteren zwei Monaten konnten auch die übrigen sieben Banken am 26. September 2005 den Betrieb mit dem neuen System aufnehmen. Innerhalb von lediglich neun Monaten konnten damit elf Institute mit 34 Filialen, rund 400 Mitarbeiter und einer Gesamtbilanzsumme von zirka 8,5 Milliarden das neue System erfolgreich in Betrieb nehmen – eine einzigartige Leistung.
Grosser Einsatz
Allen Beteiligten wurde in dieser Umbruchphase enorm viel an fachlichem Können, zeitlichem Einsatz und Nervenstärke abverlangt. Nur dank gegenseitiger Hilfeleistungen unter den Banken – nicht selbstverständlich unter Konkurrenten – und dem unermüdlichen Einsatz aller Mitarbeiter und Partner konnte der riesige Arbeitsaufwand bewältigt werden. Wie bei jedem Systemwechsel waren bei allen Beteiligten Schwierigkeiten unterschiedlichen Ausmasses zu überwinden. Kunden waren davon jedoch nur in Ausnahmefällen betroffen. Auch im laufenden Jahr werden noch Korrekturen und Weiterentwicklungen am System nötig sein, von denen die Kundschaft jedoch nichts spüren dürfte.
Ausblick 2006
Die guten Erfahrungen in bezug auf die Zusammenarbeit haben die elf aus der RBA-Holding ausgetretenen Banken dazu bewogen, auch künftig bestimmte Herausforderungen gemeinsam anzugehen, zum Beispiel Weiterentwicklungen am neuen IT-System oder andere Projekte, die im kollektiven Verbund effizienter und kostengünstiger bewältigt werden können. Dabei steht die Ausschöpfung von Synergiepotenzial bei gleichzeitiger Unabhängigkeit der einzelnen Banken im Zentrum. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Bank EKI sind davon überzeugt, dass mit der heutigen Ausrichtung eine optimale Ausgangslage für die Bewältigung künftiger Herausforderungen geschaffen wurde und sich das Institut mit seinen traditionellen Stärken erfolgreich im Wettbewerb behaupten wird: «Wir sind zuversichtlich, dass sich die Bank EKI dank treuen und neuen Kunden, ausgezeichneten Produkten und Dienstleistungen sowie einem motivierten Team auch weiterhin positiv entwickeln wird», wird in dem von Verwaltungsratspräsident Marco Schiltknecht und Bankleiter Felix Hofstetter unterzeichneten Schreiben festgehalten.
Generalversammlung
Die Generalversammlung findet am Samstag 1. April 2006 um 10.30 Uhr im Kursaal Interlaken mit anschliessendem Apéro und dem traditionellen Mittagessen statt. Die Einladung mit den Anträgen des Verwaltungsrates sowie den Geschäftsbericht werden den Genossenschaftern rechtzeitig zugestellt.
Die Bank EKI im Geschäftsjahr 2005 |
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(in tausend Franken) |
31.12.2004 |
31.12.2005 |
Veränderung |
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Kundengelder |
478 528 |
504 442 |
+5,4 Prozent |
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Ausleihungen an Kunden |
496 711 |
531 548 |
+7,0 Prozent |
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Bilanzsumme |
587 185 |
614 633 |
+4,7 Prozent |
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Offene Reserven (Vorbehalt Gewinnverteilungsantrag) |
39 314 |
40 609 |
+3,3 Prozent |
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Genossenschaftskapital |
4 200 |
4 200 |
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Bruttogewinn |
5 557 |
4 892 |
–11,9 Prozent |
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Jahresgewinn |
1 801 |
1 406 |
–21,9 Prozent |
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Beantragte Dividende |
11 Prozent |
11 Prozent |
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