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Pro Natura: «Auch auf Schneeschuhführer ist nicht immer Verlass»
Manche Schneeschuhführer leiten die Freizeitsportler direkt in Wildschutzgebiete, wie eine Stichprobe der Naturschutzorganisation Pro Natura gezeigt hat. Pro Natura fordert in einer Medienmitteilung, dass die Information für rücksichtsvolles Wandern im Winter rasch verbessert werde: «Damit sollen Menschen die Natur geniessen können, ohne Wildtiere aufzuschrecken.»
Schneeschuhlaufen im Schächental (Kanton Uri) zwischen Biel und Ratzi: Dank vorbildlicher Beschilderung können dort Schneeschuhwanderer ihr Hobby naturverträglich ausüben. (Bild Remo Kundert/zvg)
«Mit Schneeschuhen durch eine tief verschneite Winterlandschaft wandern – ein traumhaft schönes Naturerlebnis», heisst es in in der Medienmitteilung: «Für Wildtiere können Schneeschuhwanderer jedoch zum Alptraum werden, wenn die Wanderroute durch ihr Ruhegebiet führt.» Das scheue Wild werde dann gezwungen, durch den tiefen Schnee zu fliehen: «Dieser unnötige Energieverschleiss kann im Winter zur ernsthaften Bedrohung für die gehetzten Tiere werden.» Pro Natura räumt in ihrer Medienmitteilung ein, es sei nicht einfach, sich sorgfältig über rücksichtsvolle Touren zu informieren. Denn auch auf Schneeschuhführer sei nicht immer Verlass. Pro Natura hat in die Regale der Buchhändler gegriffen und stichprobenweise gängige Tourenführer studiert. Im bekanntesten Schneeschuhführer der Schweiz (Reinhard Lutz «50 Schneeschuhtouren in der Schweiz», Lutz Verlag 2004) stehe beispielsweise: «Mitten ins älteste Schweizer Wildschutzreservat führt unsere Tour.» Gleich mehrere Routen würden dorthin vorgeschlagen, obwohl in diesem Gebiet wegen den Wildtieren Wintersportaktivitäten nur auf markierten Pisten und Routen erlaubt seien: «Es darf nicht sein, dass Schneeschuhwanderer, die sich gründlich informieren wollen, sogar noch in Wildschutzgebiete geleitet werden», wird in der Medienmitteilung Urs Tester, Artenschutzexperte bei Pro Natura zitiert.
Pro Natura verlangt bessere Information
Auch Tourenkarten hülfen nicht weiter, verlautet im weiteren. Die Routen in den Alpen seien für Tourenskifahrer ausgelegt und für Schneeschuhwanderer deshalb wenig hilfreich. Für den Jura und das Mittelland gebe es keine Karten. Bei den professionellen Tourenanbietern finde sich so gut wie nie ein Hinweis, dass sie sich dem Kodex für Wintertouren des SAC verpflichtet fühlten und die Routen auf Wildtiere Rücksicht nähmen. «Wer rücksichtsvoll Schneeschuh wandern will, bleibt im Schnee stecken», schreibt Pro Natura: «Behörden sollen die Wildruhegebiete rasch bezeichnen, Tourenanbieter und Buchautoren ihre Information für verantwortungsvolles Schneeschuhwandern verbessern.» Hunde am besten zuhause lassen
Der Schweizer Alpenclub (SAC) bietet nützliche Regeln für schonungsvolles Schneeschuhwandern, an denen Pro Natura mitgearbeitet hat. Hier die wichtigsten Tips mit Bezug auf den Wildschutz:
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Wo vorhanden, Hinweise zu Schutz- und Wildschongebieten Ernst nehmen. |
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Viele Tiere sind in der Dämmerung aktiv. Touren in dieser Tageszeit vermeiden oder sich möglichst ruhig verhalten. |
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Hunde im Waldbereich nicht frei laufen lassen. Nach Möglichkeit den Hund gleich zu Hause lassen. |
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Dem Wild ausweichen. Beispielsweise Futterstellen meiden und Tiere aus gebührender Distanz beobachten. Biwakplätze sollten sorgfältig und abseits von Tierspuren gewählt werden. |
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Waldgebiete möglichst auf Wegen oder Spuren von Vorgängern durchqueren. Abfahrten quer durch den Wald sollten vermieden werden. Aufforstungsgebiete und Jungwuchs nicht begehen. |
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Die Waldgrenze nur kurz begehen. Das ist der Lebensraum des Birkhuhns. Routen sollten nicht parallel zur Waldgrenze gewählt werden. |
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Die vollständigen Regeln und Tipps für Schneeschuhwanderer bietet das Faltblatt «Naturverträgliche Wintertouren» des Schweizer Alpenclubs. Es kann bestellt werden unter: Pro Natura, Natur aktiv, Postfach, 4018 Basel (mit rückadressierter Klebeetikette und 85 Rappen in Briefmarken). Das Faltblatt im PDF-Format ist auch unter sac.ch/uploads/media/naturvertraegliche_wintertouren_01.pdf zu finden. |
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