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| Bergsturz am Eiger: Wird es nach dem «Big Bäng» jetzt ruhiger? |
Ein Monat nach Entdecken der ersten Risse in der Schlosslauenen an der Eiger-Ostflanke hat sich am Donnerstagabend ein gewaltiger Bergsturz ereignet. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass sich die Situation in den nächsten Tagen beruhigt.
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| In der Eiger-Osflanke kracht es immer wieder gewaltig. (Bilder Bruno Petroni)
«Es war zu erwarten, dass sich die enormen Spannungen an diesem Berg in einem Bergsturz entladen».
Bruno Petroni, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Der
Geologe Hans Rudolf Keusen stand am Freitagvormittag «bezyte» auf der Bäregg (1775 Meter über Normalnull) obehalb von Grindelwald, um die Schlosslauenen zwölf Srunden nach dem grossen Bergsturz in ihrem neuen Erscheinungsbild zu betrachten: «Jetzt gilt es, den Abfluss der Weissen Lütschine im Auge zu behalten. Soweit wir es beurteilen können, hat die Gletscherzunge dem Druck standgehalten und sich nicht abgesenkt.» Vierzig Mal Gurtnellen
Es war der Tag der fliegenden Steine in der Schlosslauenen: Am Donnerstagmittag war die «Schwarze Madonna» fällig – ein dreissig Meter hoher freistehender Fels fiel der Schwerkraft zum Opfer. Eine riesige Staubwolke gegen den Mettenberg hinauf war die Folge. Am späteren Nachmittag begann plötzlich der nördliche Ausläufer der Schlosslauenen mehr und mehr zu beben. Es bildeten sich neue Risse und diese vergrösserten sich sehr rasch. Dichte kleine Staubwolken schossen pausenlos aus den tiefen Klüften heraus.
Um 19.22 Uhr dann der «Big Bäng»: Eine gigantische Malmkalkplatte rutschte weg und löste in einer Kettenreaktion einen gewaltigen Bergsturz aus, der rund einen Fünftel des gesamten Rutschgebietes in die Tiefe riss. Das Volumen des Felssturzes umfasste etwa das Vierzigfache der Menge, die vor wenigen Wochen in Gurtnellen (Kanton Uri) hoch über der Autobahn weggesprengt worden war. Bereits am Donnerstag vor einer Woche – siehe auch Jetzt fliegen die Brocken schon in Lastwagengrösse vom Donnerstag 6. Juli 2006 – hatten sich an der Eiger-Ostflanke gewaltige Felsmassen gelöst.
Wird es jetzt ruhiger?
Keusen erwartet jetzt «einige ruhigere Tage, da sich abgesehen von der oberen Krone des Risses keine zerklüfteten Stellen befinden». Der obere Teil der rutschenden Wand siehe unter anderem auch
Der grosse Run auf die Bäregg – Spalten verbreitern sich vom Sonntag 2. Juli 2006 und Moderne Technik zur Beobachtung der Felsbewegungen am Eiger vom Donnerstag 29. Juni 2006 – bewegt sich immer noch fast einen Meter pro Tag vertikal abwärts, während der «Bauch» sich langsamer absenkt.
Ursache Gletscherschwund
Aufgrund des zum Vorschein gekommenen «Innenlebens» der Eiger-Ostflanke ist Hans Rudolf Keusen überzeugt davon, dass da ein «unterirdischer Motor» aktiv ist: «Im Frühling und Frühsommer kann der Wasserdruck die Gleitflächen in den Wänden zum Rutschen bringen. Es ist möglich, dass mit dem zurückgehenden Schmelzwasser der Fels plötzlich zum Stillstand kommt.» Und die Felsaktivitäten sind auf den Gletscherrückzug zurückzuführen, der die Felswände immer weniger stützte, bis sie freistehend waren und somit zunehmende Spannungen aufbauten.
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