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Juli 2006
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Gleckstein-Hüttenweg: Reparaturarbeiten im Gange

Nach einem Murgang ist die Glecksteinhütte oberhalb Grindelwald von der Umwelt abgeschnitten. Bis zum Wochenende soll der Hüttenweg wieder begehbar sein. Die Reparatur der Wasserfassung dauert indes mehrere Wochen.

Der Murgang zerstörte den Weg zur Glecksteinhütte (linke ober Bildhälfte) und ruinierte Bergweiden. (Bilder Bruno Petroni)

«So etwas habe ich in meinen 32 Jahren als Hüttenwartin da oben noch nie erlebt.» Hedy Kaufmann erinnert sich nur ungern an das heftige Gewitter, das am späten Samstagnachmittag vom Wetterhorn und Chrinnenhorn herandonnerte und über der Glecksteinhütte wütete: «Nach fünf Uhr begann es sintflutartig zu regnen und zu hageln, und im Gebiet des Chrinnengletschers oben muss es noch viel schlimmer gewesen sein.» Weiter berichtet Hedy Kaufmann: «Wir sahen das Geröll neben der Hütte in Richtung Oberen Grindelwaldgletscher hinunter vorbeischiessen. Und dann ging plötzlich im Haus das Wasser und das Licht aus.» Der idyllische Chrinnenbach verwandelte sich innert kürzester Zeit zu einer regelrechten Steinlawine, die sich rasant ins Tal stürzte und die saftigen grünen Wiesen in eine riesige Geröllhalde verwandelte. Metertiefe Gräben zeugen von den Naturgewalten, die am Samstag hier gewütet haben.

Bestandesaufnahme bei der Wasserfassung: Von links nach rechts: Hüttenchef Peter Gehrig, Hüttenwart Johann Kaufmann und Berater Hans Schlunegger.

Wasserfassung herausgerissen
Der Murgang zerstörte den Hüttenweg sowohl oberhalb der Zybachplatten als auch unmittelbar unter der Hütte über mehrere Dutzend Meter, was die Evakuierung von 57 Gästen per Helikopter am Sonntagmorgen zur Folge hatte. Vierhundert Meter oberhalb der Hütte wurde auch die vierzigjährige Wasserfassung für das Trinkwasser sowie das Turbinenwasser für das hütteneigene Stromaggregat total zerstört.

Hüttenweg bald wieder offen
«Der Schaden dürfte etwa 60 000 Franken betragen; das ist schon ein massiver Einschnitt in die Sektionskasse», sagt Hüttenwart Johann Kaufmann. Die Glecksteinhütte gehört der Sektion Burgdorf des Schweizerischen Alpenclubs (SAC).
Bruno Petroni, freischaffender Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
«Wir hoffen dass wir wenigstens den Hüttenweg aufs kommende Wochenende hin wieder freigeben können», sagt Hüttenwart Johann Kaufmann. Und: Die Wiederherstellung der Wasserfassung dürfte bestimmt noch etwa sechs Wochen in Anspruch nehmen.» Zu diesem Zweck wurde der Grindelwalder Hans Schlunegger als Berater zur Glecksteinhütte geholt: «Wir werden jetzt eine sogenannte Tirolerwehr bauen, die das Wasser fast widerstandslos fassen kann».

Rettungsflugwacht, Gemeinde und Armee
Die Geschädigten können auf grosszügige Hilfe von aussen zählen. Hüttenchef Peter Gehrig: «Die Kosten für die Evakuierung der 57 Gäste am Samstagnachmittag – siehe auch Grindelwald: 57 Personen per Helikopter aus SAC-Hütte evakuiert vom Sonntag 23. Juli 2006 – übernimmt freundlicherweise die schweizerische Rettungsgesellschaft; zudem stellt uns die Gemeinde Grindelwald während der ganzen Woche eine sechsköpfige Zivildienstgruppe zur Verfügung.» Laut Gehrig stellt die Armee morgen Mittwoch ausserdem einen Superpuma-Helikopter, um ein grosses Stomaggregat durch zur Glecksteinhütte zu transportieren.

Spendenkonto. Die Sektion Burgdorf des SAC hat für das neueste Schadenereignis ein Spendenkonto eröffnet: SAC-Sektion Burgdorf, Peter Gehrig, 3422 Kirchberg, Postcheckkonto 34-15611-3.
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