Am 10. September 1898 wurde Elisabeth in Genf von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni mit einer geschliffenen Feile auf der Promendade vor dem Hotel Beau Rivage erdolcht.
pd/bns. Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837 bis 1898) erscheint in diesem musikdramatischen Werk als eine um ihre Freiheit ringende Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist. Da sie einer Welt angehört, deren Untergang feststeht, führt diese Modernität «Sissi» in eine ausweglose Isolation. In ihr personifiziert sich das Verhängnis des obsolet gewordenen Habsburgerreiches. Ihre Ermordung durch den italienischen Anarchisten Luigi Lucheni war ein symbolisches Verbrechen, welches das Ende einer tausendjährigen Kulturepoche vorwegnahm. Die k.u.k Hofdamen kamen am Mittwochabend auf der Seebühne Lachen in ihren wallenden Roben und engen Korsetts ganz schön ins Schwitzen.
Das Stück beginnt in der Gegenwart, denn im imaginären Reich der Toten und Träumer verhört ein unsichtbarer Richter noch hundert Jahre nach der Tat den Attentäter Lucheni. Dieser rechtfertigt sich mit der Behauptung, er habe Elisabeth ermordet, weil sie es wollte. Sie sei die Geliebte des Todes gewesen. Lucheni versteht es in der Folge, das ganze Leben Elisabeths als Liebesgeschichte zwischen ihr und dem Tod zu erzählen. – Von über 350 Darstellern und Helfern in allen Bereichen von der Gastronomie in österreichisch-ungarischem Ambiente bis zum Sanitätsteam sowie vom Leitungsteam versprechen sich die Veranstalter, dass auch in diesem Sommer die Thuner Seespiele zu einem vollkommenen Sommerabendgenuss werden: «Das Ufer des Thunersees lädt zum Verweilen ein und die grossartige Kulisse der Berner Hochalpen und des Sees bilden die faszinierende Hintergrundszenerie für die Thuner Seespiele.»
Bilder Dora Schmid-Zürcher
Nach Grosserfolgen in Wien und Stuttgart zählen auch die Thuner Seespiele mit dem weltberühmten Musical von Michael Kunze und Silvester Levay auf viel Publikum und rechnen mit über 70 000 Zuschauern. Für fast alle Vorstellungen gebe es noch wenige Tickets zu beziehen: «Eine baldige Reservation ist jedoch empfehlenswert.»
Elisabeths intrigante Schwiegermutter, Erzherzogin Sophie von Österreich.
Die Autoren Kunze und Levay
Michael Kunze wurde am 9. November 1943 in Prag geboren und ist in München aufgewachsen. Nach seinem mit Promotion abgeschlossenen Studium der Rechte begann er Ende der sechziger Jahre mit der Arbeit als Liedertexter. Seine Werke machten ihn bald zu einem der gefragtesten Songwriter Deutschlands. Er schrieb zahlreiche nationale und internationale Tophits und produzierte für Popinterpreten wie Silver Convention, Herbie, Mann, Julio Iglesias, Gilbert Becaud oder Sister Sledge. Auch die deutschen Versionen internationaler His wie «Evita», «Cats», «A Chorus Line», «Phantom der Oper», «Little Woman», «Aspects of Love», «Sunset Boulevard» und «The Hunchback of Notre Dame» stammen aus seiner Feder. Im Wolfschen Etablissement infizierte sich Elisabeths Gemahl Kaiser Franz Josef I. (1830 bis 1916) von Österreich-Ungarn mit einer «Maladie».
Gemeinsam mit seinem Freund und Mitarbeiter Sylvester Levay erhielt er als erster Deutscher einen Grammy für seine Produktion «Fly,Robin,Fly», die Platz eins der US-Charts erreichte. Zahlreiche weitere internationale Auszeichnungen sowie 73 Gold- und Platinschallplatten zeugen von seinen unglaublichen Erfolgen. Mit Sylvester Levay schuf er Ende der achtziger Jahre den Welterfolg «Elisabeth» (Wien, Osake, Szeged, Budapest, Karlstad, Tokio und Scheveningen). Sein Werk «Tanz der Vampire» (Premiere 1997 in Wien) entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur Roman Polanski und dem US-Komponisten Jim «Meatloaf» Steinman. Kunzes und Levays jüngstes Musical «Mozart» feierte am 2. Oktober 1999 im Theater an der Wien seine Premiere. Die Muscial «Tanz der Vampire», «Elisabeth« und «Mozart» wurden alle zu internationalen Erfolgen.
Der Tod bietet dem kleinen Kronprinzen Rudolf seine Freundschaft an. Erzherzog Rudolf starb am 30. Januar 1889 im Alter von 30 Jahren im Jagdschloss Mayerling zusammen mit seiner Geliebten Mary Vetsera.
Der Tod und Kronprinz Michael Kunze lebt heute in New York und München. Als international anerkannter Schriftsteller und Dramatiker, Buch- und Fernsehautor, Liedertexter und Librettist ist er Mitglied der deutschen Dramatikerunion und der amerikanischen Dramatists Guild, Inc. Der gebürtige Ungar Sylvester Levay kam Anfang der sechziger Jahre nach Deutschland und arbeitete von 1963 bis 1972 mit verschiedenen Orchestern in ganz Europa. Danach zog er nach München und machte sich als Komponist, Dirigent, Pianist und Arrangeur einen Namen. Während seiner Arbeit mit Stars wie Udo Jürgens, Gitte Henning, Katja Ebstein, Penny McLean und Donna Summer traf er mit Michael Kunze zusammen.
Ihren internationalen Durchbruch hatten Levay und Kunze 1975 mit dem Hit «Fly, Robin, Fly», für den sie einen der begehrten Grammy Awards erhielten. Es folgten weitere Hits wie «Get up and Boggie» oder «Lady Bump».
Premierengäste in Thun. Von links nach rechts: Richard Bocxe mit seiner Frau, der niederländischen Botschaftsrätin Marija Cochius, der österreichische Botschafter Aurel Saupe mit Gattin Angelika, der Chef-Dramaturg der Vereinigten Bühnen Wien, Peter Back-Vega, und ganz rechts der Komponist des Musicals «Elisabeth», Silvester Levay.
Zwischen 1977 und 1980 komponierte und produzierte Sylvester Levay für international bekannte Künstler wie Elton John, Donna Summer und Sister Sledge. Als neue Herausforderung konzentrierte sich Sylvester Levay auf das Komponieren von Filmmusik. Seine klassische Musikausbildung und Erfahrung als Rock- und Popkomponist machten ihn innerhalb weniger Jahre zu Hollywoods gefragtesten Komponisten.
Levay lebte und arbeitete 20 Jahre in Hollywood. In dieser Zeit gehörten Weltstars wie Georg Lukas, Steven Spielberg, Sylvester Stallone, Charlie Sheen oder Michael Douglas zu seinen Auftraggebern.
Weitere Informationen thunerseespiele.ch / Buchung/Verkauf
.JPG) |
| Der Prolog mit dem «Reich der Toten und Träumer». |
|
|
.JPG) |
| Schlussbild mit dem Komponisten Silvester Levay. |
|