sth/bns. Jedes Jahr vergibt die Stadt Thun Kulturförderpreise, um die sich hoffnungsvolle junge Künstler in oder nach der Ausbildung bewerben können, wird in einer Medienmitteilung erinnert. Die Preise werden vom Gemeindeverband Thuner Amtsanzeiger gestiftet. Nun hat die Jury Kulturförderpreis, in welcher Fachleute der verschiedenen Kunstsparten vertreten sind, für das Jahr 2006 drei Gewinner bestimmt: den Musiker Stefan Rolli und die beiden bildenden Künstler Pamela Rosenkranz und Niklaus Wenger. Die Preise sind mit je 7000 Franken dotiert. Die öffentliche Feier zur städtischen Kulturpreisverleihung 2006 wird am 16. November im Schadausaal Thun stattfinden. Die weiteren Kulturpreise der Stadt Thun werden im August bekannt gegeben.
Stefan Rolli: «Saxofonist in Grenzbereichen»
Der in Uetendorf aufgewachsene und heute in Liebefeld bei Bern wohnende 26jährige Stefan Rolli ist ein erstklassig ausgebildeter Saxofonist. Seine engagierte Mitwirkung in Ensembles wie «Ton 3» und dem «konus quartett», einem der führenden professionellen Saxofonquartette der Schweiz, zeugt laut Jurybericht von seinem grossen Interesse an verschiedenen Musikstilen. Neben bearbeiteten Stücken aus der gängigen Literatur werden in diesen Formationen vor allem die Grenzbereiche zwischen Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik erforscht, wobei sie auch eigens für sie komponierte Werke einstudieren. Nach dem eben absolvierten Konzertdiplom erwägt Stefan Rolli ein Studium der Musikwissenschaft und wird mit dem Preisgeld Meisterkurse besuchen.
Pamela Rosenkranz: «Komplexes visuelles Schaffen»
Die in Spiez wohnhafte 27jährige Pamela Rosenkranz hat sich in den letzten Jahren mit Zeichnungen, Fotografien und Diaprojektionen einen Namen gemacht. Die Jury überzeugte Rosenkanz’ komplexes und dichtes Schaffen. Ihre Werke sind deutlich einem intellektuellen und konzeptuellen Ansatz verpflichtet, aber auch ästhetisch durchgestaltet. Rosenkranz bildet sich in Kunstgeschichte, Philosophie und Neurologie weiter und interessiert sich für sprachliche und bildnerische Bedeutungskomplexe. Mit dem Preisgeld will sie eine Videoanimation realisieren, welche Privatsprache und Werbeeffekte mischen soll.
Niklaus Wenger: «Fragile skulpturale Konstrukte»
Der 28jährige, in Allmendingen und Steffisburg aufgewachsene Niklaus Wenger, der im letzten Jahr zum ersten Mal Werke an der Thuner Weihnachtsausstellung präsentierte, überzeugte die Jury durch fragile skulpturale Konstruktionen. Seine Arbeiten entstehen oft im spielerischen Versuch mit Materialien, wirken aber gemäss Jurybericht trotzdem konzentriert und konsequent und bestechen durch ihre klare Formensprache. Nach seiner Ausbildung will Wenger, der heute in Bern lebt, sich auf Atelierarbeit im Zentrum für Kulturproduktion «PROGR» konzentrieren können.
Bisherige Kulturförderpreise
Der Thuner Kulturförderpreis wird an junge, unter 35jährige Kunstschaffende verliehen, die in Thun oder einer der Gemeinden der regionalen Kulturkonferenz aufgewachsen sind oder heute dort wohnen. Bisher haben ihn folgende Künstler erhalten: 1999 Sabine Portenier (Modedesign), Beat Gneist (Musik), David Kummer (Musik). – 2000 Vital J. Frey (Musik), Muriel Affolter (Musik) und Martin Lüthi (bildende Kunst), 2001 Julia Neumann (Musik) und Lukas Bärfuss (Literatur). – 2002 Liliane Steffen (Schauspiel), Benedict Voellmy (Theater) und Ruth Lucia Baumgartner (Tanz). – 2003 Nadja Stoller (Gesang) und Myriam Loepfe (Fotografie). – 2004 Beatrix Graf (Musik) und Stefan Guggisberg (bildende Kunst). – 2005 Regine von Felten (Fotografie) und Manuel Burgener (Fotografie).
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