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Die MS «Interlaken» an der Ländte Ringgenberg. Das Motorschiff soll ab dem Jahr 2007 «werterhaltend» stillgelegt werden. (Archivbilder Peter Schmid)
Neben diesen Massnahmen auf der Angebots- beziehungsweise Kostenseite soll nach Angaben der BLS Lötschbergbahn AG mit Tarifanpassungen im Umfang von zehn Prozent im Zeitraum von drei Jahren auch der Ertrag gesteigert werden. Trotz grossem Rentabilitätsdruck – so das Fazit eines Treffens zwischen der BLS und den Präsidenten der Seegemeinden – stehe die BLS zur Schiffahrt auf dem Brienzersee: «Aus wirtschaftlichen Gründen wird die BLS das fahrplanmässige Angebot ab dem kommenden Jahr besser auf die Nachfrage abstimmen.» Mit Kooperationen wolle sie die Schiffahrt optimal mit dem Tourismus der Region vernetzen.
Sparen und Ertrag steigern
Da mit diesen Verbesserungen allein namentlich die Schiffahrt auf dem Brienzersee nicht in die schwarzen Zahlen geführt werden könne, habe der Verwaltungsrat der BLS Lötschbergbahn AG strategische Richtlinien beschlossen, die sich wie folgt auswirken sollen: «Ab dem Jahr 2007 verkehren die Schiffe auf dem Brienzersee nach einem neuen Fahrplan. Dieser sieht eine Reduktion der Zahl der Kursfahrten um rund 30 Prozent vor, was in etwa einer Abfahrt alle 90 Minuten entspricht. Damit lässt sich ein Schiff einsparen. Die BLS sieht vor, das Motorschiff ‹Interlaken› werterhaltend stillzulegen.
Die inzwischen 102jährige DS «Lötschberg».
Für das Dampfschiff ‹Lötschberg› sollen alternative Betriebsformen geprüft werden. Neben diesen Massnahmen auf der Angebots- beziehungsweise Kostenseite soll mit Tarifanpassungen im Umfang von zehn Prozent im Zeitraum von drei Jahren auch der Ertrag gesteigert werden.»
«Auch volkswirtschaftlich wichtige Funktion»
Die Schiffahrt auf dem Thunersee und dem Brienzersee wird in der Medienmitteilung als Teil der touristischen Transportkette bezeichnet. Sie sei einerseits Attraktion für die Besucher aus nah und fern, anderseits leiste sie Zubringerdienste für Hotel- und Gastronomiebetriebe, Bergbahnen, Museen und so weiter: «Sie erfüllt damit auch eine volkswirtschaftlich wichtige Funktion.» Der Schiffsbetrieb der BLS beschäftige 74 Mitarbeiter und setze zehn Schiffe auf dem Thunersee und fünf Schiffe auf dem Brienzersee ein, wird im weiteren erinnert. Im vergangenen Jahrzehnt seien die Frequenzen auf den Oberländer Seen rückläufig gewesen und die Zahl der Extrafahrten habe abgenommen: «Eine Folge des sinkenden Verkehrsertrags ist ein negatives Betriebsergebnis der Schiffahrt insgesamt, wobei der Brienzersee das wirtschaftliche Sorgenkind ist.» Die als Übergangsmassnahme ausgerichteten Betriebsbeiträge des Kantons Bern fielen nach dem Jahr 2007 wieder weg: «Die BLS bekennt sich zu einer attraktiven Schiffahrt auf beiden Seen und setzt alles daran, diese Angebote langfristig sicherzustellen.» Mit Fahrplananpassungen erhöhe sie die Frequenzen pro Fahrt, mit Prozessoptimierungen reduziere sie die Kosten und mit neuen Gastrokonzepten soll die Attraktivität der Schiffahrt im Berner Oberland gesteigert werden: «Die BLS strebt vermehrt Marketing-Kooperationen an und setzt auf die Unterstützung durch Partner und Dritte, beispielsweise durch eine bessere Abstimmung von Aktivitäten rund um die Seen mit der Schiffahrt.»
«Basis für eine wirtschaftlich tragbare Zukunft»
Die Präsidenten der Brienzerseegemeinden respektierten den engen wirtschaftlichen Rahmen, in welchem sich die Schiffahrt der BLS bewege, verlautet im weiteren: «Sie können die daraus abgeleiteten Entscheide nachvollziehen und unterstützen die an einem gemeinsamen Treffen präsentierten Massnahmen im Interesse des Erhalts einer intakten Schiffahrt auf dem Brienzersee.» Und sie sicherten zu, die Schiffahrt in den lokalen Tourismusorganisationen und im Gemeindemarketing noch verstärkt zu verankern. Die BLS beabsichtige keinesfalls, die Schiffahrt auf dem Brienzersee einzustellen: «Sie ist überzeugt, mit den beschlossenen Massnahmen und dank der Unterstützung durch die Seegemeinden die Basis für eine wirtschaftlich tragbare Zukunft der Schiffahrt auf dem Brienzersee zu legen und dabei die Interessen der lokalen und regionalen Tourismusanbieter optimal zu berücksichtigen.» |