aid/bns. Das Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft habe im Jahre 2005 zwei Studien in Auftrag gegeben, wird in einer . Sie sollten Aufschluss darüber geben, welche Emissionen durch den Einsatz der Bauchemikalien und der Sprengmittel beim Bau des Lötschbergtunnels entstanden sind und welche Belastungen dadurch in der Kander und im Thunersee zu erwarten waren. In einem ersten Schritt wurden Emissionsszenarien modelliert und die erwarteten Konzentrationen in der Kander und im Thunersee berechnet. Anschliessend wurden die berechneten Konzentrationen den verfügbaren Toxizitätswerten gegenübergestellt. Die ökologische Risikobeurteilung der Wasserqualität der Kander und des Thunersees sieht wie folgt aus:
Beurteilung des Einsatzes und der Emissionen von Bauchemikalien
In der Studie vom März 2005 wurden sämtliche Bauchemikalien, die im Zeitraum 1994 bis 2004 beim Bau des Neat-Tunnels eingesetzt wurden, berücksichtigt und bewertet. Meistens handelt es sich dabei um aufgeschlämmte oder im Wasser gelöste Stoffe, die dem Beton und Spritzbeton als Zusatzmittel beigemischt werden. Die Untersuchung der Emissionen zeigen, dass die eingesetzten Mengen an Bauchemikalien selbst unter Worstcase-Annahmen keine negativen Effekte auf Wasserorganismen erwarten lassen. Die tatsächlich in der Kander und im Thunersee erwarteten Konzentrationen der einzelnen Bauchemikalien dürften überdies deutlich kleiner sein als in den Worstcase-Modellrechnungen dargestellt. Die eingesetzten Bauchemikalien werden in der ganzen Schweiz in ähnlichen Mengen auf anderen Baustellen verwendet bzw. die Inhaltsstoffe werden auch in anderen Bereichen ausserhalb der Baubranche breit eingesetzt (z.B. Textilindustrie, Waschmittel, Kunststoffe).
Beurteilung des Einsatzes von Sprengmitteln
In der Studie vom Dezember 2005 wurden sämtliche Sprengmittel, die in der Zeit von 1994 bis 2005 beim Bau des Neat-Tunnels eingesetzt wurden, berücksichtigt und bewertet. Die Auswertungen zeigen, dass die eingesetzten Mengen an Sprengmitteln wohl gross sind, insbesondere der Einsatz von Emulsionssprengstoffen. Selbst unter Worstcase-Annahmen lassen sich aber keine negativen Effekte auf Wasserorganismen erwarten. Die tatsächlich in der Umwelt (Thunersee) erwarteten Konzentrationen der einzelnen Stoffe dürften überdies wesentlich kleiner sein als in den Worstcase-Modellrechnungen ausgewiesen.
Veränderte Geschlechtsorgane der Felchen
Die durchgeführten Verfahren zur Beurteilung von Bauchemikalien und Sprengmitteln sowie zur Abschätzung der ökologischen Risiken wurden erstmals bei einer Grossbaustelle in Schweiz angewendet. Anlass dafür war die ungewöhnlich hohe Rate an Abnormalitäten an den Geschlechtsorganen der Felchen im Thunersee seit dem Jahr 2000. Die wissenschaftliche Ursachenforschung zu diesem Phänomen ist zwar noch nicht abgeschlossen. Ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Bauchemikalien und Sprengmitteln in der Neat-Baustelle und den Veränderungen bei den Geschlechtsorganen der Felchen ist aber aus heutiger Sicht unwahrscheinlich.
Ergebnisse aktueller Messungen
Seit dem Jahr 1995 führt das Gewässer- und Bodenschutzlabor des Kantons Bern im Thunersee ein Routineüberwachungsprogramm durch, bei dem monatlich biologische (Plankton) und chemisch-physikalische Parameter erhoben werden. Ferner wurde das Wasser im Thunersee im Jahr 2001 auf eine grosse Anzahl von Schadstoffen eingehend untersucht. Auch diese Untersuchungen zeigten bis heute keine Unregelmässigkeiten. Ab diesem Sommer wird der Thunersee regelmässig mit einem besonders empfindlichen Analysegerät auf Sprengstoffe und andere Spurenstoffe untersucht.
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