Vom letztjährigen Ehrenplatz zum Sieg: Andrea Huser aus Gunten. (Bilder Yvonne Studer)
Die ersten 2000 Stufen sind ein leichtes Warmlaufen im Verhältnis zu dem was noch kommt: Spätestens unterhalb der Zwischenstation Schwandegg ist das Bahntrassee dann nämlich derart stotzig, dass selbst dem kräftigsten Bullen die Wadli übersäuern. Und eine halbe Stunde später, triefend schweissnass und bereits 10 000 Tritte in den Beinen, machen den Bergläufern die bis zu vierzig Zentimeter hohen Stufen im Einfahrtunnel bei der Bergstation endgültig den Garaus.
Aus fünf Nationen
16 Frauen und 129 Männer nahmen am Samstagmorgen die Herausforderung Niesentreppenlauf mit 1669 Höhenmeter bei sommerlichen Temperaturen in Angriff. Der ungewöhnliche Lauf macht allmählich auch im Ausland von sich reden: «Unter ihnen sind diesmal 27 Deutsche, drei Österreicher und je ein Amerikaner und ein Holländer», freut sich OK-Chef Hanspeter Gammeter.
Bei den Männern konnten die Berner Oberländer nicht in die Entscheidung eingreifen. Der St. Galler Tobias Walser erklomm die 11 674 Treppenstufen in 1:02:09 Stunden und blieb somit knapp zehn Minuten über dem 15jährigen Streckenrekord des Kolumbianers Francisco Sanchez.
Bruno Petroni, freischaffender Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Knappe zwölf Sekunden Rückstand reichten dem Österreicher Stefan Keckeis für den zweiten Rang vor dem Vorjahressieger aus Frutigen, Markus Bieri. Mit ihm klassierten sich mit Roland Ringgenberg (Leissigen), Matthias Haussener (Längenbühl) und Manfred Ammeter (Spiez) vier Berner Oberländer in den Top-Ten.
Unverwüstlich und in alter Frische auf Rang zwei: Die Adelbodnerin Doris Oester lief zum ersten Mal auf der Niesentreppe.
Doris Oester wie eh und je
Letztes Jahr noch Zweite, am Samstag Siegerin: Andrea Huser aus Gunten erreichte das Ziel auf Niesen-Kulm nach 1:09:24 Stunden, lief somit dreieinhalb Minuten schneller als letztes Jahr und gewann die Frauenkonkurrenz mit sieben Minuten Vorsprung auf die unverwüstliche Doris Oester. Die 55jährige Adelbodnerin feierte ihre grössten sportlichen Erfolge in den neunziger Jahren, redet aber auch heute noch mit, wenn es um den Sieg geht. Auf den Rängen fünf und sechs folgten Mike-Loco Berger (Schwarzenegg) und Margrit Bühler (Brienzwiler). Ranglistenauszug Niesentreppenlauf. Männer 1: 1. Tobias Walser, Sargans 1:02:09. 2. Stefan Keckeis, Österreich 1:02:21. 3. Markus Bieri, Frutigen 1:03:18.– Ferner: 5. Roland Ringgenberg, Leissigen 1:03:48. 8. Matthias Haussener, Längenbühl 1:07:31. 11. Martin Gerber, Uetendorf 1:09:15. 13. Lukas von Känel, Scharnachtal 1:10:36. 16. Stefan Rubi, Matten 1:11:14. 17. Toni Allenbach, Frutigen 1:11:25. 18. Stefan Schneider, Matten 1:11:45. 19. Fabrice Monti di Sopra, Thun 1:12:10. 26. Peter Urfer, Unterseen 1:15:37. 28. Armando Machera, Bönigen 1:15:43. 30. Dominic Trachsel, Reichenbach 1:16:18.
Männer 2: 1. Manfred Ammeter, Spiez 1:07:49. 2. Thomas Hürzeler, Därligen 1:08:37. 3. Stefan Kläusler, Winterthur 1:09:04. 4. Anton Trummer, Frutigen 1:10:27. 5. Fred Schranz, Thun 1:10:55. 6. Werner Frautschi, Turbach 1:12:15. 7. Wilhelm Zurbrügg, Frutigen 1:12:59.– Ferner: 9. Fritz von Känel, Frutigen 1:13:44. 10.Robert Kurzen, Adelboden 1:14:07. 15. Bruno Petroni, Matten 1:16:46. 19. Martin Zahn, Oberdiessbach 1:21:01. 23. Manuel Guerra, Unterseen 1:22:30. 25. Robertus Laan, Aeschi/NL 1:24:41.
Frauen 1: 1. Andrea Huser, Gunten 1:09:24. 2. Alexandra Bürger, Spiegel-Bern 1:19:49. 3. Mirjam Friedli, Zürich 1:20:42.
Frauen 2: 1. Doris Oester, Adelboden 1:16:21. 2. Mike-Loco Berger, Schwarzenegg 1:22:32. 3. Margrit Bühler, Brienzwiler 1:22:38. 4. Monika Ziegler, Spiez 1:23:05.
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