| Die Mezzosopranistin Susannah Haberfeld bei ihrem letztjährigen Konzert in Interlaken. (Archivbilder Dora Schmid-Zürcher)
pd/bns. Als Solistinnen treten in Interlaken nach vorangegangenen Aufführungen in Zürich und in Neuenburg die Zürcher Sopranistin Stefania Gniffke und die Mezzosopranistin Susannah Haberfeld auf. Konzertieren wird das «Mozart Quartett Salzburg» in Residence der «I Sinfonietti 01» – das heisst, dass es als ständiger Gast bei «I Sinfonietti 01 spielt». Das «Mozart Quartett Salzburg» setzt sich aus hochbegabten Musikern des Mozarteums zusammen und zwar aus dem Schweizer Sologeiger und Gründer von «I Sinfonietti 0», Georges-Emmanuel Schneider (2. Violine), der Bulgarin Joanna Kamenarska (1. Violine), dem Rumänen Sasha Bota (Viola) und dem Deutschen Matthias Michael Beckmann (Violoncello). Das Mozart Quartett Salzburg ist in Europa und Amerika auf Tournee und in Salzburg steht das Quartett für Mozart-Kammermusik von ausgezeichneter musikalischer Qualität. Die vier Musiker spielen jeden Monat im Tanzmeister-Saal des Mozart-Wohnhauses und haben alle 23 Quartette des Salzburger Komponisten in ihr Jahresprogramm 2006 aufgenommen. «I Sinfonietti 01» durchlaufen seit ihrer Première im Februar 2002 eine erstaunliche Entwicklung. Durch ihren Wettbewerbsgewinn am «Murten Classics Festival 2005» erwiesen sich «I Sinfonietti 01» als ein professioneller und exzellenter Nachwuchs-Klangkörper. Unterstützt von erfahrenen Musikern entwickelte sich «I Sinfonietti 01» zu einem weiten Netz von hervorragenden Künstlern. Das Quartett tritt diese Woche im Schloss Schönbrunn in Wien in Zusammenarbeit mit dem bekannten Schauspieler Karl-Heinz Böhm auf. Der Anlass wird vom österreichischen Fernsehen aufgenommen. Kurz vor den Konzerten in Zürich, Neuenburg und Interlaken spielt das Quartett die «Stabat Mater» mit Chor im Salzburger Dom. Nach den Konzerten in der Schweiz tritt das Quartett eine Tournée in Brasilien an.
Die Komponisten
Der 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) wird im Jubiläumsjahr 2006 weltweit gefeiert. Die Adagio und Fuge gehören zu den virtuosen Werken des Salzburger Musikgenies. Das Frühlingsquartett komponierte er mit 27 Jahren. Nachdem Mozart im Rampenlicht gestanden hatte, entschloss er sich für ein Leben fernab der Öffentlichkeit. Verarmt starb er mit 35 Jahren. – Der sehr jung gestorbene Giovanni Battista Pergolesi (1710 bis 1736) wurde in Ancona geboren und ab dem Alter von 12 Jahren im Conservatori dei Poveri i Giesu Cristo in Neapel ausgebildet. 21jährig schrieb er eine Opera seria, mit 22 Jahren war ist er Maestro di Capella beim Vizekönig von Neapel. Seine Opernstücke und Kirchenmusik wurden erfolgreich aufgeführt. Die «Stabat Mater» war seine letzte Komposition, als er todkrank bei den Franziskanern Zuflucht fand. Das Stück zeugt von der Passion Christi und gilt als melodisches Meisterwerk.
Die Künstler
Stefania Gniffke (Sopran). In Zürich aufgewachsen. Erhält erste
Gesangsstunden bei ihrem Vater, dem Bariton Rudolf A. Hartmann. Sie wirkt
in Zürich und München im Opernchor mit. Solistisch ssingt sie in der Schweiz,
in Deutschland und am Festival du Baroque in Cordon (Frankreich) und
absolviert den einjährigen Opernkurs in Zürich. Seit 2004 ist sie Mitglied der
Pocket Opera Company Zürich. Im November 2005 gibt sie ihr Bühnendébut
als Pamina am Musiktheater Vorarlberg. Weitere Projekte sind die Papagena
unter der Leitung von Christof Escher im Rahmen des Mozartjahres sowie
Offenbachs Orpheus in der Unterwelt an der Fricktaler Bühne.
Susannah Haberfeld (Mezzosopran). Nach Abschluss der Matura Gesangsunterricht am Royal Northern College of Music in Manchester. Sie
führt ihr Studium im Opernstudio Biel weiter, wo sie ihr Solistendiplom mit
Auszeichnung besteht. Sie perfektioniert sich bei Meistern wie Tear, Sciutti,
Wilson-Johnson und Ferrandoux und tritt am Stadttheater Bern, in der
Tonhalle Zürich, in Luzern und im Opernhaus Dublin auf. In ihrer Rolle als
Dame (Zauberflöte), Nireno (Julius Caesar) und Mercedes (Carmen) ist sie beim
Berner Publikum beliebt.
Joanna Kamenarska (1. Violine). Geboren im Jahr 1978 in Sofia, Bulgarien Studium bei
Josif Radionov, Sofia, und ab 1995 bei Ruggiero Ricci und Igor
Ozim an der Universität Mozarteum Salzburg, wo sie im Jahr 2003 mit Auszeichnung
abschliesst. Seit ihrem zehnten Lebensjahr gewinnt sie Preise bei internationalen
Wettbewerben, unter anderem beim internationalen Mozart-Wettbewerb in Salzburg
2002. Mit elf Jahren hat sie ihre erste Konzerttournee als Solistin mit
Bachs A-moll-Konzert in Italien mit der Philharmonie «Pioneer». Soloauftritte unter anderem mit dem Berliner Sinfonieorchester, den Nürnberger
Symphonikern unter Dirigenten wie Michael Schönwandt und Dennis Russel-
Davies. Einladungen an Festivals wie «Festival di Pasqua» in Rom,
Europäisches Festival der Musik in Lissabon und Konzertreihen der
Internationalen Stiftung Mozarteum. Joanna Kamenarska spielt auf einer
1771 gebauten Geige des altitalienischen Meisters Giovanni Battista
Guadagnini. Seit 2004 spielt sie die erste Violine beim «Mozart Quartett Salzburg».
Georges-Emmanuel Schneider (2. Violine).
Der im Jahr 1980 in Zürich geborene Georges-Emmanuel Schneider studierte bei Zbigniew Czapczynski, ab 1996 bei Ruggiero Ricci an der Universität
Mozarteum. Mit 20 Jahren Konzertdiplom mit Auszeichnung. Mit 21 gründet er das Orchester «I Sinfonietti 01). Mit 25 Jahren Magister der Universität Mozarteum im Fach Solovioline mit Auszeichnung. Als Doktorand führt er sein akademisches Musikstudium im Mozarteum weiter. Erste Soloauftritte mit 12 Jahren unter Edmond de Stoutz mit dem Zürcher Kammerorchester. Erste Konzerttournee 13jährig mit «Vier Jahreszeiten» von Vivaldi. Als Solist spielt er mit Vorliebe Bach, Beethoven, Berg, Martin, Mozart, Pärt, Schostakowitsch und Bartok, gilt aber auch als gefragter Interpret zeitgenössischer Musik sowie Uraufführungen.
Sasha Bota (Viola). Im Jahr 1981 in einer Musikerfamilie in Rumänien geboren,
studiert er Violine, später Viola, und erlangt mehrere erst Preise. Studium mit
Gérard Causse und Diplom an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia in
Madrid. Aufnahme in die Klasse von Thomas Riebl an der Universität Mozarteum Salzburg. Zahlreiche Meisterklassen und Soloauftritte unter anderem im Auditorio Nacional in Madrid und am Musikfestival in Santander Spanien. Seit dem Jahr 2005 setzt er sein Studium am Mozarteum fort und vertieft seine
künstlerischen Aktivitäten.
Matthias Michael Beckmann (Violoncello). Als Zehnjähriger jüngster
Student des Meistersinger-Konservatoriums in Nürnberg. Nach der Matura an
der Nürnberger Waldorfschule studiert er bei Walter Nothas an der
Musikhochschule München. Im Herbst 1996 gründet er das «Mozart Quartett
Salzburg». Ein besonderes Anliegen ist ihm die Musikwirkungsforschung mit
Schwerpunkt auf der Musik von W. A. Mozart. Er spielt ein wunderschönes
Violoncello von Roger Hargrave, eine Hommage an Davidoff-Stradivarius
von Jacqueline du Pré.
I Sinfonietti 01, Mozart Quartett Salzburg (Patronat Dame Gwyneth Jones). Casino-Kursaal Interlaken. Dienstag 4. April 2006, 20 Uhr. – Programm. W. A. Mozart (1756 bis 1791) Adagio und Fuge KV 546. Frühlingsquartett in G-Dur KV 387. – G. B. Pergolesi (1710 bis 1736) Stabat Mater. – Vorverkauf: beo-tickets.ch / Telefon0848 38 38 00 / Tourismusbüro Interlaken / ZIG ZAG Records Thun / Krompholz Bern / BLS-Reisezentren in Belp, Bern Genfergasse, Frutigen, Interlaken West, Spiez und Zweisimmen. |