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Die Natur im März: Trommelnde Zimmerleute auf Brautschau
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Der Schwarzspecht erfüllt im Wald eine wichtige Funktion. Er zimmert seine geräumigen Höhlen nicht nur für den Eigengebrauch, sondern vermietet sie auch weiter. Zurzeit verhalten sich die Spechte im Wald sehr auffällig. Sie tauschen sich durch Trommeln aus und sind selbst in zwei Kilometer Entfernung noch zu hören.
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Der Schwarzspecht – die grösste europäische Spechtart – ist etwa doppelt so gross wie der in der Schweiz viel häufigere Buntspecht und fast so gross wie eine Krähe. (Pro Natura/Karl Weber/zvg)
pd/bns. Im März schallt der Trommelwirbel des Schwarzspechts durch den Wald. Er ist auf Partnersuche. Leicht hat es der grosse Specht in unseren intensiv bewirtschafteten Wäldern nicht. Geeignete Bäume für den Höhlenbau sind dünn gesät – auch zum Leid anderer Baumhöhlenbewohner, die dankbare Nachmieter der Spechtbauten sind. Viermal pro Minute verbreitet der Schwarzspechtmann mit 17 Schlägen pro Sekunde eine klare Botschaft: Konkurrenten sollen sich von seinem Revier fern halten, weibliche Artgenossen hingegen sind willkommen. Es ist für die Schwarzspechte Zeit, sich zu paaren und den Höhlenbau in Angriff zu nehmen. Die Hauptarbeit übernimmt dabei der Spechtmann. Er wird vier Wochen lang mit Bauen beschäftigt sein, bevor die Paare in der Höhle ihre Jungen aufziehen. Der Schwarzspecht ist die grösste europäische Spechtart. Er ist etwa doppelt so gross wie der in der Schweiz viel häufigere Buntspecht und fast so gross wie eine Krähe. Entsprechend seiner Grösse zimmert der Schwarzspecht geräumige Höhlen und benötigt dafür dicke Baumstämme. Bevorzugte Höhlenbäume sind Buchen, die im Höhlenbereich rund zehn Meter über Boden einen Durchmesser von mindestens 35 Zentimeter aufweisen. Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz
Diese Dicke erreichen die Buchen aber erst, wenn sie zwischen 120 und 180 Jahre alt sind. In bewirtschafteten Wäldern stehen solch alte Bäume meist gar nicht mehr. Man fällt die Buchen mit etwa 100 Jahren, wenn sie noch nicht einmal die Hälfte ihrer möglichen Lebensdauer erreicht haben. Susanna Meyer, Ornithologin bei Pro Natura: «Lässt man ein Netz von Altholzinseln stehen, fühlen sich Schwarzspechte allerdings auch im Wirtschaftswald wohl. Wichtig sind im Spechtrevier ausserdem faulende Baumgreise und Totholz. Im morschen Holz leben Käferlarven und Ameisen, die bevorzugte Nahrung des Schwarzspechts.» Nicht nur für den Eigenbedarf
Die vom Schwarzspecht gezimmerten Höhlen finden im Wald reissenden Absatz. Werden sie vorübergehend oder ganz aufgegeben, streiten sich weitere Höhlenbewohner wie Dohlen, Rauhfusskäuze und Hohltauben um die geräumigen Schlaf- und Brutplätze. Neben dem Specht sind nicht viele Tiere in der Lage, ihre eigenen Behausungen zu bauen und Naturhöhlen bilden sich nur in sehr alten Bäumen. Mit seiner Bautätigkeit übernimmt der Schwarzspecht deshalb eine wichtige Funktion im Wald. Ein naturnaher Waldbau erfüllt die Anforderungen an den Lebensraum des Schwarzspechts. Er lässt Platz für Bäume, die nicht genutzt werden: «Pro Natura setzt sich für einen naturnahen Waldbau auf der gesamten bewirtschafteten Fläche ein.» |
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