| Vor allem tiefere Steuererträge sind für das gegenüber dem Budget schlechtere Ergebnis verantwortlich. Ohne den Anteil am Verkaufserlös der Landparzelle Spital Ost – einmalig 3,1 Millionen Franken – würde der Fehlbetrag rund einen Steuerzehntel betragen.
Mit einem gegenüber dem Budget um 1,2 Millionen Franken höheren Fehlbetrag schliesst die Laufende Rechnung der Stadt Thun für das Jahr 2005 ab. Der Aufwandüberschuss von 1,3 Millionen Franken wird aus Rückstellungen und der Spezialfinanzierung Buchgewinne gedeckt. Erfreulich ist – mit Ausnahme des tiefer ausgefallenen Steuerertrages – die Budgetgenauigkeit. Gesamthaft weicht der Aufwand nur 1,0 und der Ertrag 0,7 Prozent vom Budget ab. Die Budgetvorgaben zur Wiedererlangung des Rechnungsgleichgewichtes wurden gut eingehalten. Der Aufwand in den durch die Stadt direkt beeinflussbaren Bereichen Personalaufwand, Sachaufwand und Passivzinsen liegt 0,9 Millionen Franken unter dem Budgetwert.
Personalaufwand tiefer als budgetiert
Der Personalaufwand ist mit 47,5 Millionen Franken um 0,4 Millionen Franken oder 0,8 Prozent tiefer als veranschlagt. Je 0,2 Millionen Franken trugen Einsparungen bei den Löhnen des Verwaltungspersonals sowie der übrige Personalaufwand (vor allem Aus- und Weiterbildung und Personalsuche) zur Verbesserung bei. Der Sachaufwand entspricht mit 34,3 Millionen Franken ziemlich genau dem Budgetwert.
Höherer Aufwand für Lastenausgleich
Der Anteil der Stadt Thun an den vier Lastenausgleichsbereichen (AHV/IV/EL-Beiträge, Lehrerlöhne, öffentlicher Verkehr, Sozialhilfe) beträgt 41,6 Millionen Franken. Der Aufwand ist gegenüber 2004 gesamthaft um 3,4 Millionen Franken oder 8,9 Prozent höher. Bei den Lehrerlöhnen beträgt der Anstieg gegenüber 2004 1,3 Millionen Franken oder 10,9 Prozent (höhere Beiträge an die Bernische Lehrerversicherungskasse und Nachzahlungen an die Kindergartenlehrkräfte). Die Kostenentwicklung bei den Lastenausgleichsbereichen bereitet dem Gemeinderat nach wie vor grösste Sorgen. Ein immer höherer Anteil des städtischen Steuertrages
– derzeit bereits 46 Prozent – muss für Verbundaufgaben aufgewendet werden. Die Steuerung bei diesen Aufgabenbereichen liegt jedoch fast vollständig beim Kanton. Einzig bei der Klassenzahl im Volksschulbereich und beim Angebot im öffentlichen Verkehr wirken sich Beschlüsse auf Gemeindeebene teilweise direkt auf die Stadt Thun aus.
Steuerertrag erreicht den Budgetwert nicht
Wie in vielen anderen Gemeinden ist der Steuerertrag tiefer als budgetiert und wurde vor allem bei den Steuerteilungen mit Bernischen Gemeinden und den juristischen Personen verfehlt. Die Budgetannahmen waren zu optimistisch und müssen im Hinblick auf den Voranschlag 2007 korrigiert werden. Immerhin erreicht der Steuerertrag von natürlichen Personen den Budgetwert ganz genau. Die vorgesehenen Investitionsausgaben fielen nur zu 55 Prozent an. Die Investitionsfolgekosten sind deshalb tiefer als budgetiert und kompensieren zum Teil den fehlenden Steuerertrag. Im Aufgaben- und Finanzplan 2005 bis 2008 wurde für das Jahr 2005 von Investitionen im Ausmass von 15,9 Millionen Franken ausgegangen. Effektiv getätigt wurden lediglich 8,7 Millionen Franken. Nicht im geplanten Ausmass fielen die Ausgaben vor allem für den Umbau und die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und die Schule Gotthelf an.
Die budgetierten Gewinne aus Grundstückverkäufen von 3,5 Millionen Franken wurden nur zu gut einem Drittel erreicht. Verkauft wurden ein Teil der Gymermatte, zwei Landparzellen beim Schlossgut Schadau und die Liegenschaft «Maison Born» an der Hofstettenstrasse.
Noch nicht alle Hochschäden behoben
Das Hochwasserereignis vom August 2005 belastet die Jahresrechnung 2005 nur gering. Viele Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen und haben sich 2005 kostenmässig noch nicht ausgewirkt.
Zurückhaltung bei neuen Aufgaben geboten
Das Rechnungsergebnis 2005 bestärkt den Gemeinderat in seiner Haltung, dass vor allem bei neuen, zusätzlichen Aufgaben höchste Zurückhaltung angebracht ist und dass die Massnahmen zur Wiedererlangung des Rechnungsgleichgewichtes weitergeführt werden müssen. |