Spitaldirektor kandidiert nicht mehr als Gemeinderat
bns. Gemeinderat Beat Straubhaar, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, verzichtet bei den Thuner Gemeindewahlen vom 26. November 2006 auf eine erneute Kandidatur: «Meine Entscheidung wird durch die Tatsache begünstigt, dass der Verwaltungsrat der Spital Thun-Simmental AG im Zusammenhang mit der Neuorganisation des bernischen Spitalwesens weiterhin und sogar noch vermehrt auf meine Mitarbeit als Vorsitzender der Geschäftsleitung beziehungsweise CEO zählen will», heisst es in einem als Medienmitteilung veröffentlichten Schreiben. Bezüglich Arbeitskapazität sei eine erneute Kandidatur jedoch mit seinem jetzigen politischen Amt nicht mehr vereinbar. Er habe sich diesen Entscheid nicht leicht gemacht: «Einerseits konnte ich in meiner bisherigen Amtszeit wirken und gestalten und damit einen Beitrag an die Stadtentwicklung leisten. Dies war mir besonders wichtig, habe ich doch einen nicht unwesentlichen Teil meiner Zeit in Thun verbracht, und diese Stadt bedeutet mir einiges. Daher wäre die Lust an einer weiteren Amtszeit durchaus vorhanden. Andererseits habe ich mich, wie manche wissen, mit den systembedingten, teilweise umständlichen und zeitraubenden politischen und administrativen Mechanismen der Behörden sowie mit den persönlichen Anfeindungen zu Entscheiden, die ich als Mitglied der Kollegialbehörde oder als Direktionsvorsteher fällen musste, schwer getan.» |
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pd/bns. Mit der Annahme
des neuen Spitalversorgungsgesetzes hätten die Anstrengungen der Spital Thun-Simmental AG (STS), mit dem Zusammenschluss von Spitälern eine Versorgungsregion zu bilden, den rechtlichen Rahmen erhalten, wird in einer Medienmitteilung erinnert. Insofern seien damit früher gefällte Entscheide nun honoriert worden: «Dass zusätzliche Patienten gewonnen werden konnten und dies in allen drei Betrieben, ist auch eine Bestätigung dafür, dass die Bevölkerung in der Region die heutige Struktur der STS akzeptiert und schätzt. Wohl ist die STS gegenwärtig vorteilhaft positioniert, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass auch in der Zukunft Anstrengungen notwendig sind, das Unternehmen STS weiter zu stärken und sich Erneuerungen und Veränderungen zu stellen.»
Die weiteren Ausführungen in der Medienmitteilung (ebenfalls im Wortlaut) «Im medizinischen Bereich bedeutet dies, dass jene Leistungen ausgebaut werden, welche einer Spitalinfrastruktur bedürfen und einer regionalen Bevölkerung dienen. Deshalb ist an der Chirurgischen Klinik die Handchirurgie mit einem am Spital Thun tätigen leitenden Arzt verstärkt worden. Dies hat nun den Vorteil, dass gerade bei Unfallpatienten der Spezialist direkt vor Ort mitentscheiden kann, welche Behandlung notwendig ist. Damit ist die für die Bevölkerung wichtige Unfallchirurgie fachärztlich noch besser präsent. Ein weiterer Schwerpunkt wurde in der Onkologie gesetzt, in dem diese nun die Möglichkeit hat, Zytostatikalösungen für Chemotherapien herzustellen. Dieser Schritt führt für Patienten und Personal zu einer Qualitätssteigerung und ist zudem kosteneffizienter.
Gut integriert hat sich auch die durch eine private Organisation geführte Dialysestation. Die nun ständige Präsenz einer Fachärztin führt dazu, dass nephrologische Patienten umfassender betreut werden können.
Kennzahlen
Spital Thun Simmental AG: 17 184 Patienten (+2,3 Prozent), 778 Mitarbeiter (+0,8 Prozent), Gesamtaufwand 143,41 Millionen Franken (nicht vergleichbar mit dem Vorjahr) und Beitrag des Kantons 44,75 Millionen Franken (–8,3 Prozent). |
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Vor diesem Hintergrund ist auch das Angebot von radio-onkologischen Therapien am Standortspital Thun für Patienten des Berner Oberlandes zu betrachten. Dieses Angebot soll im nächsten Jahr eingeführt werden können. Mit diesen Integrationen wird das Angebotsspektrum qualitativ weiter aufgebaut und stetig neuen Erkenntnissen angepasst. – Die Klinik Erlenbach wurde wissenschaftlich evaluiert und das Resultat ist erfreulich. So kann festgestellt werden, dass bei gleichbleibenden Kosten Patienten, welche nach einem Aufenthalt in einem Akutspital einige Zeit auf der Übergangspflege verbringen, häufiger und selbständiger nach Hause zurückkehren können. Damit kann oft ein Heimeintritt verzögert oder sogar vermieden werden.
Neuer Finanzierungsmodus: Veränderungen im bernischen Spitalwesen zeichnen sich auch in der Finanzierung von Spitalleistungen ab. Im Geschäftsjahr wurde das neue Finanzierungssystem auf der Basis von Fallkostenpauschalen in der STS eingeführt. Zusammen mit dem Inselspital und dem Spital Aarberg ist die STS Pilotspital. Mit der neuen Finanzierungsart wird eine gerechtere Abgeltung von erbrachten Leistungen an Patienten verfolgt. Sie erlaubt Arbeitsprozesse finanziell abzubilden und damit zu steuern. Innerhalb des Spitalbetriebes wird dies zu einer grösseren Transparenz bei der Zuteilung der finanziellen Mittel an die einzelnen Ressorts und Fachbereiche führen. Künftig wird es darum gehen, die finanziellen Führungsinstrumente noch weiter auszubauen, damit eine höhere Kostentransparenz erreicht werden kann. Sicherheit und Qualität: Entsprechend dem allgemeinen Trend, der Qualitätssicherung in den Spitälern noch eine zentralere Stellung einzuräumen, sind entsprechende Projekte lanciert worden. Einer betrifft die Patientenidentifikation mittels Informatikmitteln. Mit einer eindeutigen Identifikation von Patienten, Personal und Material wird die Patientensicherheit weiter optimiert und erhält zudem eine Verbesserung der Patientenprozesse erreicht werden. Damit sollen unter anderem Transfusionszwischenfälle unmöglich werden.
Gemeindeverbände: Mit der Annahme des neuen Spitalversorgungsgesetzes werden die Aufgaben des Gemeindeverbandes Regionalspital Thun obsolet. Deshalb konnte im Geschäftsjahr jene Parzelle, welches für die künftige nicht mehr notwendig ist, verkauft werden. Der Erlös von mehr als sechs Millionen Franken ist den 22 Verbandsgemeinden vollumfänglich zugekommen. Mit dem Übergang der Aktiven des Gemeindeverbandes an die neue Spital Thun-Simmental AG, wird zudem eine Entschädigung fällig, welche ebenfalls den Verbandsgemeinden zukommt. Dies hängt damit zusammen, dass in den vergangenen Jahren der Gemeindeverband schuldenfrei gehalten werden konnte.
Die STS als bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor: Die Spital Thun-Simmental AG ist im Gesamtversorgungsgebiet ein veritabler Wirtschaftsfaktor. Von den 150 Millionen Franken Umsatz, werden mehr als 100 Millionen Franken in der Region ausgegeben. Die Verantwortlichen der STS schenken diesem Umstand eine ganz besondere Beachtung. So wurde die Erfolgsbeteiligung, welche den Mitarbeitern im Umfang von mehr als einer Million Franken zugekommen ist, in Form von entsprechenden lokal gültigen Gutscheinen abgegeben. Die Verantwortlichen und alle STS-Mitarbeiter sind weiterhin interessiert, dieser Betrachtungsweise der Unternehmensführung auch in Zukunft besondere Beachtung zu schenken.
Ausblick: Im laufenden Jahr ist die Integration des heutigen Spitals Saanen in die STS vorzunehmen, was für beide Institutionen einigen Aufwand bedeutet, aber auch Anpassungsvermögen an wiederum geänderte Rahmenbedingungen. Immerhin sind die Voraussetzungen auf eine Gelingen dieses Vorhabens gut, besteht doch eine vertragliche Zusammenarbeit seit dem Frühjahr 2005.»
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