pd/bns. Als «glaubwürdig, aufrichtig, bodenständig, symphatisch, rau und robust» wird das Berner Oberland laut einer Imagestudie des Institutes für Marketing und Unternehmungsführung an der Universität Bern primär wahrgenommen. Die Untersuchung sei im Rahmen des Projektes «Chance BeO» in Auftrag gegeben und vom schweizerischen Staatssekretariat für Wirtschaft und vom Kanton Bern mitfinanziert worden. Zum Image des Berner Oberlandes seien Zielgruppen aus den Bereichen Wirtschaft, Tourismus und Bevölkerung befragt worden: «Dabei ging es auch darum, Personen zu befragen, die (noch) nicht im Berner Oberland wohnen, Ferien machen oder ihre Firma angesiedelt haben.» Das allgemeine Image sei insgesamt als positiv bewertet worden. Allerdings werdedas Berner Oberland am wenigsten mit fortschrittlich, weltgewandt, weltoffen und kultiviert in Verbindung gebracht.
Neben dem Image seien weitere Faktoren für die Beurteilung der Feriendestination oder des Wirtschafts- und Wohnstandortes von Bedeutung, heisst es im weiteren: «Während beim Tourismus vor allem die intakte Natur und Wander- und Sportmöglichkeiten sehr positiv abschneiden, zeigen sich im Bereich Wirtschaft deutliche Problemfaktoren wie Steuerbelastung, Regelungsdichte und fehlende Wirtschaftsförderungsangebote.» Die Berner Oberländer Bevölkerung sei laut Umfrage mit der Wohnsituation ziemlich zufrieden: «Sportmöglichkeiten, Landschaftsbild, Schulen und Ausbildung sind zufriedenstellend – allerdings werden die hohen Steuern und Mietzinsen als negativ beurteilt; das Lehrstellenangebot und auch das Angebot von Arbeitsplätzen wird als nicht sehr gut beurteilt.»
Stärken werden ausgebaut
«Ob man nun für oder gegen eine Marke ‹Berner Oberland› ist, das Berner Oberland wird als Marke wahrgenommen», wird dazu Melchior Buchs, Präsident der Arbeitsgruppe Chance BeO zitiert. Der Begriff «Berner Oberland» stelle einen positiven Wert dar, welchen es in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus und Wohnen kommunikativ zu nutzen gelte. Als zentrale Stärken beim Image des Berner Oberlandes werden Lebensqualität, intakte Natur sowie Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Echtheit bezeichnet: «Mit gezielten und konkreten Massnahmen sollen diese Eigenschaften gestärkt werden, um so das Berner Oberland als Tourismus-, Wirtschafts- und Wohnstandort zu positionieren und die Identifikation der gesamten Bevölkerung mit ihrem Berner Oberland zu verbessern und zu festigen.»
Konkrete Massnahmen
«Wir wollen keinen neuen Berner Oberland Tourismus (BOT) aufbauen», meinte dazu laut Medienmitteilung Melchior Buchs. Es gehe vielmehr darum, den Begriff Berner Oberland als Kommunikationsplattform für Massnahmen im Tourismus-, Wirtschafts- und Wohnmarketing zu nutzen. Das Marketing Berner Oberland soll konkret in den Bereichen Kommunikation, Angebotsgestaltung und Wirtschaftsförderung ansetzen. So stünden der Betrieb eines gemeinsamen Internetportals, der Aufbau einer Medienstelle, ein Wirtschaftsinformationszentrum für bestehende und neue Unternehmen und die Förderung von Unternehmensgründungen sowie von Kompetenzzentren zur Diskussion: «Im Rahmen der Mitmachkampagne Chance BeO, welche von Januar bis April ausgeschrieben wurde, sind rund 110 Projekte eingetroffen, die zum Teil direkt ins Standortmarketing einfliessen können.» Das Konzept «Marketing Berner Oberland» bis Ende Juni fertiggestellt und ab August in die Vernehmlassung geschickt werden.
Chance BeO
Chance BeO ist laut Medienmitteilung ein Projekt der Volkskwirtschaftskammer Berner Oberland und diene der wirtschaftlichen und kulturellen Förderung des Standortes Berner Oberland. Das Staatssekretariat für Wirtschaft unterstütze das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms «Regio Plus» mit einem Beitrag von 460 000 Franken innerhalb von vier Jahren. Die zweite Hälfte des Budgets werde durch den Kanton Bern und durch Eigenleistungen der Volkswirtschaftskammer Berner Oberland und Partnern finanziert.
Weitere Informationen zu «Chance BeO» unter chancebeo.ch |