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BLS Lötschbergbahn AG und RM: Die Weichen für die Fusion sind gestellt

Die Zustimmung der Aktionäre und damit das Zustandekommen der Fusion von BLS Lötschbergbahn AG und Regionalverkehr Mittelland AG mit der bereits gegründeten BLS AG – die mit der Sacheinlage von Bund und Kantonen selber Hauptaktionär der beiden Bahnen geworden ist – scheint festzustehen: Die Generalversammlungen der Bahnen sollen am 22. Juni (RM) und 3. Juni (BLS Lötschbergbahn) stattfinden: «An deren Ausgang, der Zustimmung zur Fusion, ist angesichts der klaren Haltung von Bund und Kantonen nicht zu zweifeln», verlautete am Montag von einer Medienorientierung.

pd/bns. Informationen zuhanden der Aktionäre, die Auswirkungen für das Personal der beiden Bahnen, der Vollzug des Übergangs zur BLS AG sowie das neue Erscheinungsbild der Züge waren Gegenstand einer Medienorientierung vom Montag in Burgdorf. Hans Lauri, Verwaltungsratspräsident der am 27. Juli 1906 unter dem Namen «Berner Alpenbahngesellschaft Bern–Lötschberg–Simplon BLS» für den Bau der Lötschberglinie gegründeten heutigen BLS Lötschbergbahn AG und der neuen BLS AG setzte sich laut einer Medienmitteilung eingehend mit der Herleitung der Umtauschverhältnisse auseinander. Lauri habe insbesondere darauf hingewiesen, dass Eisenbahnunternehmen im öffentlichen Auftrag nicht mit anderen Unternehmen verglichen werden könnten. Die öffentliche Hand als Hauptaktionär sichere die Existenz der Bahnen über die Abgeltung von Betriebsdefiziten – im Jahr 2005 rund 250 Millionen Franken für BLS und RM zusammen – und finanziere zudem die Infrastruktur: «Gemäss Eisenbahngesetz dürfen keine Dividenden ausgerichtet werden; die Privataktionäre profitieren aber insofern, als der Beitrag der öffentlichen Hand die Werterhaltung ihrer Beteiligungspapiere ermöglicht.»

Lauri stellte im weiteren die neue Geschäftsleitung der BLS AG vor: Chief Executive Officer (CEO), beziehungsweise Vorsitzender der Geschäftsleitung ist Mathias Tromp, als dessen Stellvertreter fungiert Hans Flury. Franz Bieri steht den Finanzen vor, Kees van Hoek der Infrastruktur. Leiter des Personalwesens ist Erwin Lätsch. Anna Barbara Remund ist für den Personenverkehr zuständig. Dirk Stahl leitet die BLS Cargo AG.

Der Verwaltungsratspräsident der Regionalverkehr Mittelland AG, der frühere Direktor der Basellandschaftlichen Kantonalbank und Baselbieter alt Regierungsrat Paul Nyffeler. (Archivbild Dora Schmid-Zürcher)

Keine Kündigungen für festangestellte Mitarbeiter

Die BLS AG wird laut RM-Verwaltungsratspräsident Paul Nyffeler nach der Fusion mit den beiden Bahnen über 2600 Mitarbeiter zählen, Sowohl BLS Lötschbergbahn als auch RM seien im Wachstum begriffen, zudem werde die Infrastruktur modernisiert und ausgebaut: «Durch die günstigen Perspektiven wird trotz der Realisierung von Synergien keine Personalreduktion erfolgen; allerdings werden in geringer Zahl Arbeitsplatzwechsel erforderlich.» Das Fusionsteam und die Personalvertreter hätten während den Vorbereitungsarbeiten einen intensiven Dialog geführt. Dadurch hätten anfängliche Unsicherheiten ausgeräumt werden konnten. Auf 1. Januar 2007 würden die RM-Mitarbeitenden dem Gesamtarbeitsvertrag der BLS unterstellt, der gegenüber ihrem bestehenden Firmenarbeitsvertrag zahlreiche Verbesserungen (Lohn, Zulagen, Arbeitszeitregelungen) bringe.

Getrennte Weiterführung der Pensionskassen
Angesichts der unterschiedlichen Ausgangslage der Pensionskassen – die Beschäftigten der BLS Lötschbergbahn sind bei der Ascoop versichert – sei darauf verzichtet worden, die beiden Vorsorgewerke parallel zu den Unternehmen zu fusionieren, verlautete im weiteren. Beide Kassen sollen getrennt weitergeführt werden. Neueintretende Mitarbeiter würden bei der Ascoop versichert. Bei der Pensionskasse der Regionalverkehr Mittelland AG werde die Zahl der aktiven Mitglieder durch Pensionierungen und Austritte langsam abnehmen: «Es ist sichergestellt, dass den RM-Versicherten dadurch keine finanziellen Nachteile erwachsen.»

Stabübergabe am 27. Juni 2006
Mathias Tromp, CEO der BLS Lötschbergbahn AG und der neuen BLS AG – siehe auch Die neue BLS AG ist gegründet: Vor der Fusion mit der RM vom Montag 24. April 2006 – erläuterte laut Medienmitteilung «Vision, Strategie und Leitbild des neuen Unternehmens, die gemeinsam vom Kader der beiden Bahnen erarbeitet und definiert sowie vom Verwaltungsrat verabschiedet worden sind». Neben der Realisierung von Synergien im Betrag von zehn Millionen Franken jährlich soll das Unternehmen in seinem Stammgebiet wachsen, die Stellung im transalpinen Güterverkehr ausbauen und bei künftigen Ausschreibungen im Regionalverkehr zusätzliche Geschäfte generieren. Nach den Generalversammlungen vom 22. und 23. Juni werde die BLS AG die operative Führung übernehmen: «Am 27. Juni wird die Ära der Regionalverkehrs Mittelland AG und der BLS Lötschbergbahn AG in der neuen BLS AG fortgesetzt.» Damit sei der Fusionsprozess allerdings noch nicht abgeschlossen. Dieser werde unter der Leitung des Migrationsmanagers Matthias Handschin bis 2007 andauern und auf 9. Dezember 2007, dem Zeitpunkt des Fahrplanwechsels, vollendet sein.


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