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Verschärfte Jugend- und Suchtproblematik auf dem Bödeli

Das als ein sozialer Brennpunkt eingestufte «Schuhgässli» an der Höhematte in Interlaken soll von einer Arbeitsgruppe der Sozialkommission Interlaken/Unterseen als exemplarisches Beispiel einer zukünftigen Koordination der Anstrengungen für eine Beruhigung der Jugendszene auf dem Bödeli angegangen werden.

pd/bns. Die Arbeitsgruppe «Soziale Brennpunkte» Interlaken/Unterseen weist in einer Medieninformation darauf hin, verschiedene Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen hätten die Schiffländte, das Schülerbad, die Höhematte und insbesondere das Schuhgässli als Treffpunkt der Region ausgewählt und bildeten an diesen Standorten Jugendszenen: «Man trifft sich an einem zentralen Ort; damit verbunden ist oft übermässiger Konsum von Genuss- und Suchtmitteln und es sind Nebenwirkungen wie Lärm, Abfall, Wandschmierereien und Gewalt feststellbar.» Dies verunsichere in zunehmendem Masse die Bevölkerung und stosse in weiten Kreisen auf Kritik und Unverständnis. Es entstehe langsam ein Klima der Ausgrenzung und der Ruf nach Repression verstärke sich laufend: «Repression alleine kann aber nicht die einzige Lösung sein und würde letztendlich nur eine Problemverschiebung und nicht eine Problemlösung darstellen.» Tatsache aber sei, dass sich die Jugend- und Suchtproblematik auf dem Bödeli zunehmend verschärfe und auch an den Schulen zunehmendes Suchtverhalten, Drogenkriminalität, Vandalismus, Gewalt und Ausgrenzung festzustellen sei.

Die Gemeinden seien verpflichtet in dieser aktuellen Problematik den Steuerungsprozess zu übernehmen, verlautet im weiteren: «Handlungsbedarf besteht auch aufgrund mangelnder politischer Vernetzung von Kommissionen.» Obschon die Zusammenarbeit zwischen Prävention, Polizei und Justiz nicht nur Sache der Politik sei, sondern auch in bestehenden Strukturen realisiert werden könnte, stosse das Milizsystem in so komplexen Problemen an seine Grenzen: «Um eine bessere Zusammenarbeit zu erreichen, muss konkret bestimmt werden, wer in welchen Sachfragen die Entscheidungskompetenz hat und die zuständigen Organisationen müssen zielgerichtet angegangen werden. Mit der Arbeitsgruppe «Soziale Brennpunkte» unter der Federführung der Sozialkommission Interlaken/Unterseen soll sichergestellt werden, «dass die Abteilungen Bau, Polizei, Schule und Soziales mit der Jugendarbeit Bödeli und der Eltern-, Jugend- und Suchtberatungsstelle ‹Contact› untereinander besser vernetzt werden und Aktivitäten einzelner Abteilungen gut kommuniziert und abgesprochen sind». Dazu wird laut Medienmitteilung ein Gesamtkonzept zum Thema «soziale Brennpunkte» erarbeitet, das kurz- mittel- und langfristige Strategien und Massnahmen auflisten soll: «Als exemplarisches Beispiel für eine zukünftige Koordination wird der soziale Brennpunkt ‹Schuhgässli› an der Höhematte in Interlaken angegangen.» Mit diesem ersten konkreten Projekt, das Anfangs Juni 2006 starte, soll eine punktuelle Beruhigung der Situation erreicht werden. Dieses Ziel müsse aber mit politischer Kontinuität und nicht nur kurzfristig erreicht werden. Dabei sei zu beachten, dass die Jugendlichen in jeder Hinsicht eingebunden werden müssen, damit eine nachhaltige Wirkung erzielt werden kann: «Unter Mithilfe aller involvierten Abteilungen der Gemeinden Interlaken und Unterseen und der Jugendarbeit Bödeli werden sämtliche Exponenten der ‹Problematik Höhematte› kontaktiert.» Dazu gehörten neben den Jugendlichen selber auch deren Eltern, die Schulen, die Höhemattekommission und alle Verkaufs- und Gastrobetriebe in unmittelbarer Umgebung.» Nähere Informationen zu diesem Projekt werden von der Sozialkommission Interlaken-Unterseen für Anfang Juni 2006 in Aussicht gestellt.

Arbeitsgruppe «Soziale Brennpunkte». Die vom Interlakner Gemeinderat und Präsidenten der Sozialkommission Nils von Allmen geleitete Arbeitsgruppe «Soziale Brennpunkte» Interlaken/Unterseen hat ihre Aufgabe im Februar aufgenommen. Weitere Mitglieder: Roger Berthoud, Sozialvorsteher Unterseen. Werner Zumbrunn, Werkhofchef Interlaken. Fritz Schori, Bauverwalter Unterseen. Esther Gabi, Schulamtleiterin Interlaken. Peter Meyer, Schulvorsteher Unterseen. Barbara Guggisberg, Polizeivorsteherin Unterseen. Thomas Thöni, Vertreter der Polizei Interlaken. Christian Kaufmann, Vertreter der Polizei Unterseen. Andrea Schärmeli und Sabina Stör, Jugendarbeit Bödeli. Peter Baumann, «Contact» Interlaken. Markus Ris, Sekretär der Sozialkommission Interlaken-Unterseen.


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