Ein Rennen für die Oldtimer: An der Jungfrau-Stafette vom 2. Juni 2007 wird auch diese 85jährige «Indian» dabei sein. (Bilder: Bruno Petroni)
Bernhard Brägger als Gesamtleiter und Initiant der wiedererweckten Jungfrau-Stafette wählte für eine grossangelegte Presseorientierung vom Donnerstag 18. Mai 2006 das Jungfraujoch auf 3454 Meter über Meer (Normalnull), «weil die Übergabe des Stafettenläufe von den antiken Flugzeugen mittels Abwurf an den Skifahrer hier oben den eigentlichen Höhepunkt dieser Sportveranstaltung darstellen wird». Für die Neuauflage der Jungfrau-Stafette sollen bis zu dreissig Teams zugelassen werden. Zu sehen sein werden zwei- und vierrädrige Oldtimer, die gemeinsam mit Gleitschirmen und Downhillbikes um Ränge und Sekunden kämpfen: So sollen die auf der Fiescheralp gestarteten Gleitschirmpiloten in Fiesch unten die Wettkampfbinde – auch «Malband» genannt – an die bereitstehenden Motorradfahrer mit ihren Maschinen aus der Vorkriegszeit übergeben.
Sicherheit an erster Stelle: Der Grindelwalder Bergführer Fredi Abegglen (links) wird mit zwölf Kollegen für die Sicherheit der Stafetten-Teilnehmer über die 15 Kilometer lange Strecke des Aletschgletschers sorgen. Rechts Gesamtleiter Bernhard Brägger.
Finanzierung sichern
Die Verantwortlichen sehen sich vor eine riesige Herausforderung gestellt. Bernhard Brägger: «Wir werden in bezug auf Funkverbindungen, Zeitnahme und Logistik Neuland betreten. Die Wiederbeschaffung des verschollenen silbernen Wanderpokals von 1939 und die Sponsorensuche zur Finanzierung dieses polysportiven Grossanlasses sind weitere mehr oder weniger hohe Hürden», orientiert
Gletscher hat sich verändert
Die Sicherheit der Teilnehmer steht trotz Aufbruchstimmung an erster Stelle. Die Teilstrecken der Skifahrer und Gletscherläufer über die 15 Kilometer lange Strecke über den Aletschgletscher werden von 12 Grindelwalder Bergführern unter der Leitung von Fredi Abegglen gesichert: «In den vergangenen 70 Jahren hat sich der Gletscher stark verändert. Wir werden deshalb aus Sicherheitsgründen in Zusammenarbeit mit dem SAC eine verbindliche Streckenführung ausstecken und teilweise Fixseile anbringen», kündigte Abegglen an.
Bruno Petroni, Freier Journalist, Matten bei Interlaken petroni@gmx.ch
Die Teilstrecken der Autos und Motorräder durchs Wallis hinunter werden auf öffentlichen Strassen und folglich nicht als Rennen gefahren: «Die Fahrer bekommen für ihre Strecke eine Richtzeit vorgelegt, an die sie sich möglichst exakt zu halten haben», erklärt Medienchef Robert Hümbeli. Wegen stürmischen Winden bis zu 80 Stundenkilometer konnte die Junkers Ju-52 der JU-Air ebernso wie zwei alte Doppeldecker-Maschinen nur in sicherer Distanz zum Jungfraujoch ihre Kreise ziehen.
Jungfraubahnen mit dabei
Walter Steuri, Direktor der Jungfraubahnen verkündete: «Wir sind stolz, als Partner mithelfen zu dürfen, dieses legendäre Rennen nach fast 70 Jahren wieder auszutragen.» Die Luftseilbahnen Fiesch–Eggishorn, Ju-Air, Flying Center Oberwallis, Puma und die Antique Airplane Association Switzerland sind die weiteren Partnerorganisationen der Jungfrau-Stafette 2007: «Wir freuen uns aber über alle Sponsoren, die bei uns einsteigen wollen – und diese können sich eines gewaltigen Medieninteresses sicher sein», glaubt Bernhard Brägger.
Die Jungfrau-Stafette 2007
Die einst vom Wengener Kurdirektor Othmar Gurtner ins Leben gerufene Jungfrau-Stafette fand von 1931 bis 1939 fünf Mal statt und erlebte damals eine ungeheure Medienpublizität. Das abenteuerliche Rennen über 530 Kilometer führte in 13 Teilstrecken von Zürich via Jungfraujoch nach Fiesch, Lausanne und zurück nach Zürich. Ein Team besteht aus je einem Läufer, Radfahrer, Flugzeuge, Skiabfahrer, Motorradfahrer, Sportwagenpiloten, Gleitschirmflieger und Downhillbiker. Im Jahr 1939 stellte der Skiklub Wengen mit 7:17 Stunden einen neuen Rekord auf. Der Zweite Weltkrieg stoppte die Weiterführung dieser abenteuerlichen Stafette.
Der Initiant für die Stafette 2007, Bernhard Brägger gilt auch als Gründer des legendären Klausenrennens. Auf die Frage, warum diese «verrückte» Veranstaltung in der heutigen Zeit wieder zum Leben erweckt werden soll, meinte der aufgeweckte Zürcher nur: «Mir händ halt alli chly en'Egge ab.» Für die Neuauflage am 2. Juni des kommenden Jahres konnte Adolf Ogi als UNO-Sonderbeauftragter für Sport als Schirmherr gewonnen werden.
Weitere Informationen jungfrau-stafette.ch
|