Schiene oder Strasse? – Jedenfalls vorübergehend hat am Samstag 2. Mai 1998 die Antwort nur «miteinander» lauten können ... Archivbild: Der Bahnhof Därligen. Links ein gewendeter Zug, rechts Bahnersatzbusse. (Foto Peter Schmid)
«Mit der Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels ändern die Fahrpläne im Fernverkehr – dies hat negative Auswirkungen auf die Regionalzüge zwischen Interlaken und Spiez», heisst es in einer Medienmitteilung: «Die Regionale Verkehrskonferenz (RVK) Oberland-Ost prüft deshalb, ob ein Regionalbus die Bedürfnisse besser abdecken könnte.» An der öffentlichen Veranstaltung vom Mittwochabend 17. Mai 2006, 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Leissigen soll sich die Bevölkerung dazu äussern können: «Die beauftragten Planer werden verschiedene mögliche Varianten und deren Vor- und Nachteile aufzeigen; in einer anschliessenden Diskussion werden verschiedene Fachleute und Vertreter von politischen Behörden Fragen beantworten können.»
Vor- und Nachteile aufzeigen
«Die Gemeinderäte von Därligen und Leissigen haben wegen dem für sie unbefriedigenden Angebot mit den Regionalzügen der RVK den Antrag gestellt, die Umstellung des Regionalverkehrs auf Bus zu prüfen», heisst es in der Medienmitteilung. Die RVK habe Verkehrsplaner damit beauftragt, verschiedene Varianten für Bahn-, Bus- oder gemischte Lösungen zu erarbeiten und deren Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Dabei seien die Anschlussverhältnisse in Spiez und Interlaken-Ost, aber auch die Gesamtreisezeiten für nachfragestarke Verbindungen wichtige Faktoren.
«Doppelspurinsel» am Thunersee
Im Dezember 2007 soll im Lötschberg-Basistunnel der Personenverkehr aufgenommen werden, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Deshalb erfahren die Fahrpläne des Fernverkehrs auf der Achse Bern – Spiez – Wallis/ – Interlaken Änderungen.» Dies habe wiederum Auswirkungen auf die Regionalzüge Spiez – Interlaken: «Auf der einspurigen Seelinie mit den beschränkten Kreuzungsmöglichkeiten wird neben den Fernverkehrszügen kein Regionalzug im Stundentakt mehr verkehren können, der in Spiez wirklich gute Anschlüsse Richtung Thun und Bern ermöglicht: «Es wird deshalb geprüft, den Regionalverkehr mindestens teilweise auf die Strasse zu verlegen.» Im Fernverkehr sei der fehlende Knoten Interlaken-Ost im System Bahn 2000 ein grosser Nachteil für die ganze Region Oberland-Ost: «Damit er verwirklicht werden kann, braucht es unter anderem eine Doppelspurinsel am Thunersee. Dieses Projekt sei neuerdings Bestandteil der zukünftigen Entwicklung der Bahnprojekte, also der zweiten Etappe von Bahn 2000. Gegenwärtig wird untersucht, wo genau der Doppelspurabschnitt liegen soll. Für die weitere Planung ist auch hier entscheidend, ob der Regionalverkehr künftig noch auf der Schiene abgewickelt werden soll.
Informationsveranstaltung zum öffentlichen Verkehr. Mittwoch 17. Mai 2006, 19.30 Uhr. Mehrzweckhalle Leissigen (beim Schulhaus). |