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Dienstag 9. Mai 2006

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Schach: Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen

In der dritten Runde der Schweizerischen Schach-Mannschaftsmeisterschaft hat Simme 1 deutlicher als erwartet verloren, Spiez 1 erwischte einen rabenschwarzen Tag, Simme 2 wurde mit einem Unentschieden zum Star des Wochenendes und Simme 3 erzielte trotz Niederlage einen Achtungserfolg.

Gegen das hochklassig besetzte Bern 2 durfte sich Simme 1 auswärts nur leise Hoffnungen auf Mannschaftspunkte machen. Simon Künzli, der auf Biegen und Brechen gewinnen wollte, verlor das Springerendspiel, Toni Rindlisbacher glänzte zwar auch dieses Mal mit seinem taktischen Potential, geriet aber in Zeitnot und verlor die Partie im Endspiel-Blitz.
Kilian Gobeli, Schachklub Simme / simmeschach.ch
Peter Trachsels kreative Verteidigungskunst am letzten Brett gegen den vermutlich stärksten Gegner wurde leider nicht gebührend belohnt, denn auch er musste einen Punkt abgeben. Andreas Keller liess sich mutig ans erste Brett setzen und lieferte sich mit seinem ähnlich starken Gegenspieler ein ausgeglichenes Duell. Dieser setzte sich am Schluss mit einem eleganten Rückopferungstrick durch. Dagegen konnte Ruedi Thomman seine Klasse im entscheidenden Moment voll ausspielen und einen ehrenvollen Punkt für die Mannschaft holen. Martin Germann spielte eine gute Partie mit leichtem Stellungsvorteil, konnte aber das Remisangebot seines stärkeren Gegners nicht ablehnen. Die Niederlage war mit diesem 1,5:4,5-Verlust dennoch hoch.

Ein verhexter Samstag für Spiez

Bereits die komplett verkehrte Brettaufstellung des Gegners Grenchen 1 bot Spiez 1 ziemliche Verwirrung. Der extra von einem Seniorenturnier angereiste Lorenz Ryf bekam es mit einem deutlich schwächeren Spieler zu tun und gewann früh. Dieser Vorsprung hielt jedoch nicht lange, musste doch Martin Aegerter seine Partie nach starkem gegnerischem Druck aufgeben. Hansruedi Schmid verkroch sich nicht vor den gegnerischen Elo-Punkten, sondern erzwang mit mutigem Zentrumsvorstoss einen isolierten Bauern des Gegners. Mit einem auf den ersten Blick als verfrüht erscheinenden Springerausflug ergriff jedoch sein Gegner die Initiative und gewann die Partie schliesslich. Dennoch bestand Hoffnung, konnte Stephan Bachofner doch seine gute Stellung bis zum Schluss behalten und gewinnen, und auch Hannelore Svendsen hatte auf dem ersten Brett viel Raum. Als sie jedoch überraschend aufgeben musste, wurde es für Beat Stucki ebenfalls ungemütlich, war in diesem Zeitpunkt die Stellung in seiner Partie alles andere als klar. In einem hochdramatischen Kampf verlor er nach ausgeschlagenem Remisangebot sehr unglücklich die Dame und damit die Partie, womit die Niederlage für Spiez mit 4:2 besiegelt war.

Simme 2 Star des Wochenendes und Simme 3 mit Achtungserfolg

Simme 2 trat daheim gegen die um rund 100 Elo-Punkte stärker eingestuften Bantiger an. Mit der ziemlich anders zusammengestellten Mannschaft schien Simme das richtige Rezept gefunden zu haben. Obschon der Match mit einer Niederlage am letzten Brett begann, liessen sich die anderen Spieler dadurch nicht entmutigen und es folgten ein Remis nach dem anderen gegen zum Teil deutlich stärkere Gegner. Am längsten dauerte die Partie von Ruedi Hauswirth am 2. Brett, wo Simme gleich wie auf dem letzten Brett leicht stärker war. In einem spannenden Mittelspiel holte er sich einen leichten Vorteil heraus, der ihn am Schluss zum Sieg führte. Mit diesem 3:3-Unentschieden setzte Simme 2 klar einen Glanzpunkt auf die 3.  Runde SMM! Simme 3 empfingen die Routiniers von Köniz, welche die Simmentaler offenbar unterschätzt hatten, denn sie waren sich sicher, zu gewinnen. Das Schlussresultat von 2:4 belehrte sie wahrscheinlich eines Besseren. Besonders erwähnenswert sind die beiden Remis-Erfolge von Jürg Liebi am 1. Brett gegen den stärksten Köniz-Spieler und von Mario Zoppas am 3. Brett gegen einen ebenfalls starken Gegner. Den Überraschungssieg landete jedoch Corina Stucki am 4. Brett gegen den um 164 Elo-Punkte stärkeren Martin Mani. Ad Derksen und die beiden Walter Baumann senior und junior kämpften etwas unglücklich und mussten ihren Gegnern die Punkte zugestehen. Nichtsdestotrotz – dieser Achtungserfolg macht Mut!

Schweizerische Mannschaftsmeisterschaft 2006

Bern 2 (1995)

Simme 1 (1957)

:

Zeno Kupper (2026)

Andreas Keller (1965)

1

:

0

Stefan Hubschmid (1986)

Simon Künzli (1945)

1

:

0

Toni Riedener (1987)

Rudolf Thomann (2132)

0

:

1

Thomas Wälti (1981)

Toni Rindlisbacher (1953)

1

:

0

Adrian Mauerhofer (1947)

Martin Germann (1861)

½

:

½

Fritz Maurer (2043)

Peter Trachsel (1888)

1

:

0


Grenchen 1 (1784)

Spiez 1 (1844)

4

:

2

Giuseppe Margarone (1751)

Hannelore Svendsen (1816)

1

:

0

Paul Lüdi (1696)

Lorenz Ryf (1995)

0

:

1

Daniel Hänggi (1783)

Beat Stucki (1832)

1

:

0

Helmut Löffler (1784)

Stephan Bachofner (1785)

0

:

1

André Brunschwyler (1800)

Martin Aegerter (1784)

1

:

0

Matthias Wenker (1891)

Hans-Rudolf Schmid (1853)

1

:

0


Simme 2 (1716)

Ostermundigen Bantiger 1 (1824)

3

:

3

Walter Bürgin (1591)

Albert Geiser (1820)

½

:

½

Rudolf Hauswirth (1864)

Heinz Gfeller (1825)

1

:

0

Christian Kämpf (1650)

Hugo Villiger (1868)

½

:

½

Samuel Sidler (1711)

Hans Ehrengruber (1867)

½

:

½

Silvan Allenbach (1658)

Anton Bühler (1763)

½

:

½

Andreas Huggler (1822)

Siegfried Pollach (1799)

0

:

1


Simme 3 (1560)

Köniz Bubenberg 3 (1673)

2

:

4

Jürg Liebi (1612)

Anton Streit (1813)

½

:

½

Ad Derksen

Hans Held (1806)

0

:

1

Mario Zoppas (1566)

Beat Siegenthaler (1766)

½

:

½

Corina Stucki (1502)

Martin Mani (1671)

1

:

0

Walter jun. Baumann

Urs Härdi (1511)

0

:

1

Walter sen. Baumann

Hans Mink (1471)

0

:

1

Ausführliche Berichte auf der Internetseite des Schachklubs Simme unter simmeschach.ch

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