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Thun: Verzicht auf Leinenpflicht an Aarequai und Strandweg

Nach zahlreichen und teils gehässigen Reaktionen hat Gemeinderat Heinz Leuenberger eine Verfügung, welche Hundehalter verpflichten wollte, am Aarequai und am Strandweg in Thun ihre Tiere an die Leine zu nehmen, zurückgezogen.

sth/bns. Die Publikation dieser Verpflichtung soll in der Bevölkerung laut einer Medienmitteilung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst und zu zahlreichen Beschwerden geführt haben: «Mit den betroffenen und interessierten Kreisen sowie Fachleuten soll nun nach anderen Lösungen, die nach Möglichkeit auf Freiwilligkeit beruhen, gesucht werden.» Insgesamt seien bei der Stadt Thun bis zum Ablauf der Beschwerdefrist 1894 Eingaben – als Beschwerde oder Einsprache bezeichnet – gegen eine Ausdehnung der Leinenpflicht auf Aarequai und Strandweg eingereicht: «Davon stammen allerdings 821 von auswärtigen Personen, die nicht beschwerdeberechtigt sind.» Beteiligt hätten sich auch Interessenverbände der Hundehalter und der Tierschutz Region Thun: «Der unerwartet breite Widerstand hat nun Gemeinderat Heinz Leuenberger bewogen, die Verfügung zurückzuziehen und mit Interessierten und Betroffenen nach anderen Lösungen zu suchen; sie sollen wenn möglich auf dem Freiwilligkeitsprinzip beruhen.»

Konflikte mit Hundehaltern – Aufruf führte nicht zum Erfolg
Auslöser der geplanten Leinenpflicht am Aarequai und am Strandweg im Lachengebiet waren laut Medienmitteilung Spaziergänger und Velofahrer, die sich beim Gewerbeinspektorat der Stadt Thun des öfteren über Konflikte mit Hundehaltern beschwert hätten. Der Dürrenast-Leist habe sich mit den gleichen Problemen konfrontiert gesehen. An einer Aussprache mit dem Dürrenast-Leist, dem Tierschutzverein Thun und Umgebung, dem Kynologischen Verein Thun und Umgebung sowie mit der Naturschutzorganisation Pro Natura seien bereits letztes Jahr verschiedene Verbesserungsmassnahmen diskutiert worden. Nach dem Gespräch hätten der Kynologische Verein Thun und Umgebung sowie das Gewerbeinspektorat eine Plakataktion unter dem Titel «Wir verhalten uns richtig» lanciert. Gleichzeitig sei ein Aufruf via Tagespresse erfolgt: «Leider brachte die Aktion nicht den gewünschten Erfolg – sie bewirkte keine Veränderung.» Der tragische Todesfall des kleinen Süleyman im letzten Dezember in der Ostschweiz habe den Druck auf Behörden und Verwaltungen in der ganzen Schweiz erhöht. Auf Bundes-, Kantons- und auf Gemeindeebene seien Massnahmen gefordert worden – auch in Thun: «Da sich die Situation nach der Plakataktion und den Aufrufen nicht verbessert hatte, entschied sich der Vorsteher der Direktion Sicherheit, eine gegenüber bisher erweiterte Leinenpflicht für Hunde zu verfügen.» Er habe mit seinem Vorgehen durchaus auch eine breite Diskussion in der Bevölkerung auslösen wollen: «Das Ausmass der teils gehässigen Reaktionen hat ihn dennoch überrascht.»

Leinenpflicht bereits bei Spielplätzen
Gemeinderat Leuenberger werde nun die interessierten Kreise, namentlich Tierärzte, Kynologen sowie Tierschützer zu einem Gespräch einladen, «um nach Lösungen zu suchen, die sowohl den Menschen als auch den Tieren gerecht werden», verlautet im weiteren. Eine Leinenpflicht für Hunde gelte im übrigen in Thun seit einiger Zeit in der Umgebung der meisten öffentlichen Spielplätze sowie im ganzen Schadaupark, wird in der Medienmitteilung abschliessend erinnert.


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