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Wirte finanzieren Versuch mit Ordnungsdienst gegen Nachtlärm in der Innenstadt

Die Anzahl Gastgewerbebetriebe in der Thuner Innenstadt nimmt laufend zu. Diese Belebung wird von unangenehmen Lärmimmissionen begleitet, weshalb Anwohner sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlen. Ab 2. Juni 2006 bis im Herbst finanziert das Gastgewerbe an den Wochenenden versuchsweise einen Ordnungsdienst. Dieser wird von der Stadt Thun und dem Regierungstatthalteramt ausdrücklich begrüsst.

pd/sth. Die Anwohner der Thuner Innenstadt fühlen sich seit längerem in ihrer Nachtruhe gestört. Seit der Liberalisierung des kantonalen Gastgewerbegesetzes vor zwölf Jahren haben zahlreiche neue Gaststätten ihren Betrieb aufgenommen. Zwar tragen die verschiedenen Restaurants und Bars zu einer Belebung der Innenstadt bei. Aber es entstehen auch Lärmimmissionen, die sich negativ auf die Lebensqualität der Anwohner auswirken.

Sekundärlärm stellt das Hauptproblem dar
Lärm im Innern eines Betriebs kann mit geeigneten Schallschutzmassnahmen wirkungsvoll eingedämmt werden; der Sekundärlärm aber Grölen, Rufen, Zuschlagen von Autotüren und so weiter stellt ein weit grösseres Problem dar. Durch die grosse Anzahl an Gastgewerbebetrieben ist die Zuordnung zu einem einzelnen Betrieb jeweils nur selten möglich.

Gewerbeinspektorat und Wirte suchten Lösungen
Das Gewerbeinspektorat hat die Wirte im vergangenen Herbst zu einem Gespräch eingeladen, um gemeinsam nach Lösungen zur Verminderung des Lärms in der Innenstadt zu suchen. Die Wirte haben sich bereiterklärt, an einem vorerst befristeten Versuch – er dauert vom 2. Juni bis 15. Oktober 2006 – mitzuwirken. Ein ähnlicher Auftrag läuft seit 1997 rund um das Selveareal. Lärmklagen bleiben in diesem Gebiet seither weitgehend aus. Das Gewerbeinspektorat hat den Thuner Regierungsstatthalter beauftragt, entsprechende Verfügungen zu erlassen, damit der Auftrag behördlich abgestützt ist und die private Finanzierung sichergestellt bleibt.

Finanzierung durch Wirte
Der Ordnungsdienst wird von 17 Gastgewerbebetrieben finanziert, die ihren Betrieb regelmässig über die ordentliche Polizeistunde hinaus (später als bis 0.30 Uhr) offenhalten dürfen. Sie bezahlen je nach Grösse monatliche Beiträge zwischen 230 und 310 Franken. Der Auftrag wird durch die Securitas AG ausgeführt. Die Firma ist dem Verband Schweizerischer Sicherheitsunternehmungen (VSSU) angeschlossen. Die Securitas AG erfüllt dieselbe Aufgabe rund um das Selveareal.

Freitag und Samstag bis 5.00 Uhr früh
Im Perimeter Obere und Untere Hauptgasse, Gerberngasse, Marktgasse, Berntorplatz, Mühleplatz und Waisenhausplatz patrouillieren jeweils am Freitag und Samstag zwischen 0.30 und 5.00 Uhr früh zwei Ordnungskräfte. Allein durch ihre Präsenz erhofft sich das Gewerbeinspektorat eine deutliche Reduktion der Lärmimmissionen. Im weiteren haben die Ordnungskräfte den Auftrag, bei besonderen Vorkommnissen rechtzeitig die Polizei beizuziehen.

Ergebnisse des Versuchs werden ausgewertet
Das Gewerbeinspektorat Thun will die Wirkung des Ordnungsdienstes nach Ablauf der Versuchsphase zusammen mit den betroffenen Wirten und Anwohnern auswerten. Danach wird entschieden, ob und in welchem Ausmass die Weiterführung des Ordnungsdienstes ins Auge gefasst werden soll.


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