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Thun: Drei Tote bei Bahnunfall – Bauzug konnte nicht mehr bremsen

Bei einem Zusammenstoss zwischen zwei Bauzügen sind am Mittwoch früh in Thun-Dürrenast drei Bahnarbeiter ums Leben gekommen. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Untersuchungsbehörden um zwei im Oberwallis wohnhafte Männer im Alter von 41 und 55 Jahren sowie um einen 46jährigen deutschen Staatsangehörigen.

pkb/pvr. Am Mittwoch 17. Mai 2006 kurz nach 3.20 Uhr fuhr laut einer zweiten Medienmitteilung des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland und der Kantonspolizei vom späteren Mittwochnachmittag ein Bauzug «aus noch zu klärenden Gründen» auf einen weiteren, stehenden Bauzug auf, der sich im Bereich der Station Dürrenast/Unterführung Frutigenstrasse aufgehalten habe. Der von Blausee via Spiez herkommende Bauzug – bestehend aus einem Schienentraktor und fünf Wagen – sei entgegen ersten Meldungen nicht mehr im Arbeitseinsatz, sondern auf der Rückfahrt gewesen: «Er fuhr zunächst ungebremst auf zwei in Dürrenast abgestellte Bauwagen auf: «Diese wurde rund 200 Meter weitergeschoben und prallten in den Bauzug auf einer Baustelle, auf welcher Arbeiter mit der Erstellung von Lärmschutzwänden beschäftigt waren. Beim heftigen Aufprall wurden zwei BLS-Mitarbeiter sowie ein Mitarbeiter eines privaten Bauunternehmens getötet. Die tödlich Verletzten hatten sich auf dem Unglückszug befunden. Die Arbeiter auf der Baustelle in Thun-Dürrenast konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie wurden respektive werden psychologisch betreut.»

Gesichert sei bis jetzt nach Informationen der BLS, dass der Bauzug aus Blausee mit einem Dieselschienentraktor an der Spitze, nicht mehr habe bremsen können. Im Raum Frutigen habe der Lokomotivführer den Fahrdienstleiter über Bremsprobleme verständigt und dass er deshalb nach Spiez weiterfahren müsse. Der Fahrdienstleiter in Spiez habe unter grösstem Zeitdruck und unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten entscheiden müssen: «Wegen der hohen Geschwindigkeit und der Gefahr eines unkontrollierten Aufpralls im Bahnhof Thun liess die Betriebsführung den unkontrollierbaren schweren Zug in Thun-Dürrenast auf die Bahnwagen auffahren.» Die Bergungsarbeiten hätten sich als schwierig gestaltet, weil die Trümmer der Fahrzeuge auf einer grossen Fläche verteilt waren: «Der genaue Unfallhergang und die Unfallursache sind noch nicht bekannt; die Untersuchungsbehörden haben zusammen mit der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes im eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am frühen Mittwochmorgen die Ermittlungen aufgenommen.»

Bernische Kantonsregierung zeigt sich betroffen  

aid. Der Regierungsrat des Kantons Bern zeigt sich in einer Medienmitteilung vom Mittwoch 17. Mai 2006 über den schweren Bahnunfall betroffen, bei dem gleichentags am frühen Morgen in Thun drei Bauarbeiter ums Leben gekommen waren: «Die bernische Kantonsregierung hat an ihrer heutigen Sitzung mit Betroffenheit vom Unfall Kenntnis genommen; sie spricht den Hinterbliebenen ihr tief empfundenes Mitgefühl aus.»


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