pkb/pvr. Obschon die Ermittlungen zur Ursache des gestrigen Bahnunfalls in Thun, bei dem drei Bahnarbeiter ums Leben kamen, weiter andauerten, liegt nach Angaben des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland und der Kantonspolizei ein erstes Ergebnis zur technischen Untersuchung bereits vor.
Wie die ersten Ermittlungen der Untersuchungsbehörden und der Unfall-Untersuchungsstelle des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) laut einer Medienmitteilung vom Donnerstag ergeben haben, «war beim Schienentraktor des Bauzuges, der ungebremst von Frutigen über Spiez nach Thun fuhr und in Thun-Dürrenast auf abgestellte Bauwagen auffuhr und schliesslich in einen weiteren Bauzug prallte, der Abschlusshahn des Druckluftbremssystems zu den hinteren Wagen geschlossen.» Damit sei das Bremssystem ausgeschaltet gewesen und es habe sich bei den hinteren Wagen keine Bremswirkung einstellen können: «Dadurch, dass das Bremssystem ausgeschaltet war, konnte auch die Notbremse nicht funktionieren.» Die Bremsleistung des Schienentraktors – siehe auch Bericht Thun: Drei Tote bei Bahnunfall – Bauzug konnte nicht mehr bremsen – habe nicht ausgereicht, das immense Gewicht des Bauzuges zu bremsen: Die Untersuchungen und Befragungen zum genauen Unfallhergang und zur Unfallursache dauerten weiter an. Zudem habe die Auswertung der Kommunikation mit dem Stellwerk noch nicht vorgenommen werden können: «Damit sind weitere Ergebnisse nicht vor nächster Woche zu erwarten.» |