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Jahrhundert-Wasserbauprojekt in Meiringen: Erste Lösungsansätze diskutiert

Die von der Schwellenkorporation und der Planungsleitung eingesetzte Begleitgruppe für den Teilbereich Meiringen zum Wasserbauprojekt Milibach/Alpbach hat an einer ersten Sitzung Lösungsansätze diskutiert. Ende Oktober soll der Wasserbauplan als Grundlage für die Realisierung dieses Jahrhundertprojekts öffentlich aufgelegt werden und Ende Jahr rechtskräftig sein.

pd./bns. Im Vordergrund standen laut einer Medienmitteilung für die Interessenvertreter aus der Anwohnerschaft, aus Gewerbe, Tourismus und Politik die Schutzmassnahmen für die Zeit der Projektkonzeption und -realisation sowie Fragen zur Erschliessung des Dorfteils östlich des Alpbachs und des künftigen Parkplatzangebotes: «Das Wasserbauprojekt Milibach/Alpbach muss von den Schwellenkorporationen Meiringen und Hasliberg unter einem enormen Zeitdruck vorangetrieben werden, damit die Schutzmassnahmen gegen künftige Hochwasser möglichst bald Wirkung zeigen können.»

Bedürfnisse aufnehmen und bündeln
Der Zeitdruck schränkt die Möglichkeiten für eine breite Diskussion an der Basis zwar ein. Um die Bedürfnisse der Gemeinde und der Bevölkerung aufnehmen, bündeln, formulieren und in das Entscheidgremium einbringen zu können, hat man aber – wie öffentlich orientiert wurde – eine Begleitgruppe gebildet, in der die Bevölkerung, das Gewerbe, der Tourismus, die Meiringen–Hasliberg-Bahnen AG (MHB) und die Politik vertreten sind. Schwellenkorporation und Gemeinderat haben gemeinsam die Vertreter der Bevölkerung bestimmt, der Gemeinderat zusätzlich jene der Gemeinde. Er hat dabei darauf geachtet, dass die verschiedenen an Milibach und Alpbach angrenzenden Quartiere, aber auch die Feuerwehr und die Verantwortlichen der Gemeinde für Tiefbau, Finanzen und Sicherheit wirkungsvoll in diesem Gremium vertreten sind.

Unter dem Vorsitz von Gemeinderatspräsident Christoph Ammann hat sich die Begleitgruppe letzte Woche zu einer ersten Sitzung eingefunden. Der zuständige Wasserbauingenieur des Oberingenieurkreis I Nils Hählen orientierte, dass die dringensten Not- und Wiederherstellungsmassnahmen bereits realisiert wurden. Um möglichst rasch eine minimale Sicherheit zu erhalten, sollen drei Massnahmen aus dem Schutzkonzept im Spätsommer und Herbst 2006 vorgezogen realisiert werden. Dazu gehört die Sanierung der Sperrentreppe in der Milibachschlucht oberhalb Meiringen und auf dem Hasliberg die Vergrösserung des Sammlers Chropf sowie die Wiederherstellung des Gerinnes in Reuti. Bereits realisiert wurden die dringensten Massnahmen im Alpbach zwischen Bidmi und Reuti. Die Mitglieder der Begleitgruppe nahmen zur Kenntnis, dass die im Dezember vorgestellten Rahmenbedingungen für das Wasserbauprojekt nicht wesentlich geändert haben. Neu in das Projekt aufgenommen wurde aber die Zielvorstellung, den Milibach weiter nördlich als bisher in den Alpbach einfliessen zu lassen. Mit den betroffenen Grundeigentümern sind erste Gespräche geführt worden.

Alpbachbrücke bei Magazin
Auf grosses Interesse stösst in der Begleitgruppe vor allem die Frage der Erschliessung des Dorfteils östlich des Alpbachs. Die zuständigen Wasserbaufachleute zeigten auf, dass verschiedene Ansätze sorgfältig geprüft worden sind. Aus rechtlichen und wasserbautechnischen Gründen zeichnen sich unter der Vielzahl der geprüften Lösungen nur zwei realisierbare ab: Die für den motorisierten Verkehr befahrbare Alpbachbrücke wird in beiden Fällen nach Süden verlegt und soll entweder unmittelbar oberhalb oder unterhalb des Ölwehrmagazins neu gebaut werden. Nicht realisierbar sind mobile Brücken, die dem angestrebten Schutzziel nicht genügen, oder befahrbare Übergänge im Alpbachwald oder über die Aare. Möglichst nahe am Standort der jetzigen befahrbaren Brücke soll ein Fussgänger- und Velosteg gebaut werden. Die Übergänge beim Schwimmbad und bei der Seilbahnstation bleiben.

Warum neuer Standort für Brücke?
Das neue Gerinne wird um einiges breiter und die Schalenwände höher als bisher. Eine neue Brücke kann aber aus geometrischen Gründen (Steigungen der Strasse) nicht weiter angehoben werden. Die bestehende Brücke ist zudem wasserbautechnisch am gefährlichsten Ort, gefährdet doch gerade sie im Überlastfall das Dorfzentrum und weiteres dichtbesiedeltes Gebiet. Mobile Lösungen werden vom Bund nicht akzeptiert. Aus diesem Grund muss die neue Brücke zwingend südwärts verschoben werden.

Gleich viele Parkplätze wie bisher
Die bestehenden Parkplätze sollen wenn irgendwie möglich erhalten, oder zur Aufwertung des Waldareales auf frei werdenden Flächen in der Nähe des bisherigen Verlauf des Gerinnelaufs des Milibachs neu erstellt werden. Eine nach Norden hin verlegte Vereinigungsstrecke der beiden Bäche schafft Spielraum für Parkplätze und ergibt Chancen für eine ökologische Aufwertung auf dem «obren Alpbach». Eine solche Lösung ermöglicht es, die Gestaltung zu verbessern, obwohl die finanziellen Mittel beschränkt sind.

Aufträge an die Projektleitung
Aus Diskussion in der Begleitgruppe ergaben sich konkrete Aufträge an die Planer. So müssen zum Beispiel das Konzept für eine Parkierung noch optimiert werden. Die Gemeinde Meiringen braucht am Ortsrand von Meiringen und in unmittelbarer Nähe zu den Bergbahnen, zu Tennis- und Kletterhalle und zum Schwimmbad ein genügendes Parkplatzangebot.


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