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| Aprilscherz: Besser markierte Wanderwege – (fast) alles frei erfunden |
April, April! Wer wirklich glaubte, die Berner Wanderwege und der Schweizerische Alpenclub wollten ihre Wander- und Bergwege mit Farbe «zumalen», ist in der Samstagausgabe der Tageszeitung «Berner Oberländer» (BO) gründlich hinters Licht geführt worden: Alles war zwar rein aus der Luft gegriffen, mitunter aber auch gut erfunden.
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| BWW-Kreisleiter Bruno Maerten (Bild) aus Leissigen: «Es dauert in höheren Gefilden noch ein Weilchen, bis unsere 76 Bezirksleiter die 10 000 Kilometer Wander- und Bergwanderwege im Kanton Bern fertig hergerichtet und markiert haben. Und das ist kein Aprilscherz.» (Bild Bruno Petroni)
bpm/ds/bns. Der BO-Leserschaft wurde in der Ausgabe vom 1. April 2006 der Bären aufgebunden, wonach die Berner Wanderwege (BWW) und der Schweizerische Alpenclub (SAC) gemeinsam das Projekt «FindIt 2007» ins Leben gerufen hätten und künftig die Pfade in der Natur um ein Mehrfaches deutlicher markieren wollten – sogar mit fluoreszierender Farbe. Selbst die Zitate des Einsatzleiters des SAC-Lauterbrunnen Fritz Jaun und des Oberförsters der Waldabteilung 1 Oberland Ost, Rudolf Zumstein, waren mit deren Einverständnis rein aus der Luft gegriffen. «Es war nur eine knappe Handvoll, die der Versuchung nicht widerstehen konnte, den publizierten vermeintlichen Modell-Wanderweg beim Tierpark bei der Harderbahn besichtigen zu gehen», stellte anderntags der Urheber des Aprilscherzes, der Freie Joiurnalist Bruno Petroni – E-Mail petroni@gmx.ch – aus Matten bei Interlaken fest.
Neben kulinarischen «Trösterli» hielten BO-Redaktionsleiter Sandro Hügli und der Journalist Bruno Petroni an der «Züpfe-und- Chäs»-Bar auch (echtes) Informationsmaterial für Wanderer bereit. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)
Anstelle eines Pfades hatte die BO-Redaktion Interlaken für die dem Aprilscherz aufgesessenen Wanderfreunde dann aber eine bescheiden eingerichtete Bar mit «Züpfe und Chäs» zubereitet – so quasi als Wiedergutmachung für den 1.-April-Leerlauf.
Oberförster Rudolf Zumstein und BWW-Bezirksleiter Hansruedi Geissbühler machten hingegen höchstpersönlich ihre Aufwartung. Telefonisch meldeten sich jedoch schon ein paar besorgte Leser. Bereits am frühen Morgen verurteilte eine aufgebrachte BO-Leserin das vermeintliche Projekt «FindIt 2007» als hirnverbrannt: «Ein Anrufer aus Grindelwald wollte uns seinerseits in die Pfanne hauen, indem er mitteilte, solcherlei Markierungen seien in der Gletscherschlucht oben längst Realität.»
Auch die in freier Wildbahn lebenden Artgenossen dieser vierbeinigen Gebirgsbewohner im Tierpark bei der Harderbahn in Interlaken (Bild) sind weder im Sommer noch im Winter auf Bergwanderwege oder irgendwelche Markierungen angewiesen ...
Die Wandersaison beginnt in diesen Tagen. Laut BWW-Kreisleiter Bruno Maerten sind die Pfade aber in den höheren Regionen noch nicht begehbar und auch nicht vollständig ausgeschildert: «Während des Winters werden an rund hundert Standorten die Markierungen entfernt. Unsere Bezirksleiter sind in den kommenden Wochen dabei, die Wege für die bevorstehende Sommersaison herzurichten und zu markieren. Nach dem langen schneereichen Winter dauert das heuer allerdings mancherorts ein wenig länger als sonst.»
Blau steht für anspruchsvoll
Die 10 000 Kilometer Wanderwege im Kanton Bern werden von 76 ehrenamtlichen Bezirksleitern betreut. Je nach Zuständigkeit umfassen deren Gebiete zwischen 80 und 200 Kilometer Wegstrecke. Die Wanderwege sind immer gelb markiert und wie die die braun ausgeschilderten Kulturwege für jedermann begehbar. Bergwanderwege sind weiss-rot-weiss markiert und stellen höhere Anforderungen an Ausdauer, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Weiss-blau-weisse Markierungen stehen für hochalpine Routen und sind nicht Teil des Wanderwegnetzes. Sie stellen hohe Anforderungen an die Begeher und sind nur mit Routine und Bergausrüstunggefahrlos passierbar.
Informationen: Berner Wanderwege mywalk.ch |
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