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Sigriswiler Rechnung 2005 besser als erwartet

Bei Erträgen von 23,06 Millionen Franken präsentiert der Gemeinderat von Sigriswil an der Gemeindeversammlung vom 19. Juni 2006 die Jahresrechnung 2005 mit einem Defizit von 58 500 Franken. Der Voranschlag rechnete noch mit einem Aufwandüberschuss von 120 100 Franken, die Verbesserung beträgt demnach 61 600 Franken. Das Rechnungsdefizit konnte dem vorhandenen Eigenkapital belastet werden. Dieses beträgt auf Rechnungsschluss immer noch 1,7 Millionen Franken oder zirka dreieinhalb Steuerzehntel.

Die im Vergleich zum Voranschlag höheren Netto-Aufwendungen in den Bereichen «Allgemeine Verwaltung» (+15 400 Franken), «Bildung» (+135 600 Franken Lohnnachzahlungen des Kantons, Sanierung der Lehrerversicherungskasse), «Soziale Wohlfahrt» (+99 400 Franken, Betriebsbeitrag an den regionalen Sozialdienst, Beitrag Lastenverteilung der Fürsorge), «Verkehr» (+59 900 Franken, Winterdienst) und «Umwelt und Raumordnung» (+12 600 Franken) konnten durch Minderaufwendungen in den übrigen Bereichen respektive durch den Mehrertrag im Bereich «Finanzen/Steuern» (206 800 Franken) aufgefangen werden.
Einwohnergemeinderat Sigriswil
Erfreulich auch die Tatsache, dass die meisten Bereiche mit wirkungsorientierter Verwaltungsführung und Globalbudgets (Feuerwehr, Bootsanlagen, Schulgesundheitsdienst, Alters- und Pflegeheim Schärmtanne, Forst und Liegenschaften Finanzvermögen) erneut wesentlich bessere Abschlüsse präsentieren und dabei gleichzeitig die vereinbarten Produkteziele erreichen konnten. Insbesondere der Forstbetrieb schloss, trotz nach wie vor schwierigem Marktumfeld, wiederum mit einem sehr guten Resultat ab und beim Alters- und Pflegeheim Schärmtanne konnte das prognostizierte Defizit dank Erhöhung der Pensionstaxen und einer guten Ausgabendisziplin verhindert werden.

Beim Bedli/Strandbad Du Lac Gunten und beim Kiesabbau mit Deponie Meiersmaad reichten die vom Souverän bewilligten Nettokredite nicht aus. Der Gemeinderat musste entsprechende, gebundene Kreditüberschreitungen bewilligen. Vorallem im Meiersmaad musste zwecks Sortimentsergänzung die letzte Etappe des Kiesabbaus mit Aufbereitung vorgezogen werden.

Plus und Minus wechseln sich beim Steuerertrag ab und machen deutlich, dass eine genaue Budgetierung fast unmöglich ist. Einem Plus von 47 000 Franken bei den Einkommensteuern von natürlichen Personen (dank Vorjahressteuern) und von 212 000 Franken bei den juristischen Personen (zur Hälfte aus Vorjahressteuern) steht ein Minus von 116 000 Franken bei den Vermögenssteuern der natürlichen Personen gegenüber. Bei den aperiodischen Steuern halten sich Minus (82 000 Franken, Grundstückgewinnsteuern) und Plus (+67 000, Sonderveranlagungen) fast die Waage. Alles in allem weicht das Rechnungsergebnis im Bereich Steuern, als Zufallsergebnis zu betrachten, lediglich um 0,5 Prozent vom Voranschlag ab.

Gemäss Abrechnung des Kantons konnte zudem im Rechnungsjahr 2005 wiederum ein Grossteil der hängigen Steuerteilungen 1999 bis 2003, zum Teil auch pro 2004, erledigt werden. Für die noch ausstehenden Teilungen des Jahres 2005 musste ein nicht budgetierter Betrag von 50 000 Franken zurück gestellt werden.

Im Jahr 2005 konnten Bruttoinvestitionen von 2,0 Millionen Franken getätigt werden (nach total 22,3 Millionen Franken in den Jahren 1998 bis 2004). Die Abschreibungen von total 1,83 Millionen Franken (Satz von 12,1 Prozent) führten zu einem gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Selbstfinanzierungsgrad von 163,3 Prozent. Im Jahresdurchschnitt (2001 bis 2005) liegt dieser Wert nun bei 109,9 Prozent. Auch die übrigen im Jahresdurchschnitt berechneten Finanzkennziffern können sich durchaus sehen lassen: Selbstfinanzierungsanteil 11,2 Prozent, Zinsbelastungsanteil 1,7 Prozent, Kapitaldienstanteil 10,2 Prozent, Bruttoverschuldungsanteil 82,8 Prozent und Investitionsanteil 13,5 Prozent.

Die Verpflichtungskreditkontrolle weist per Ende 2005 noch beschlossene Investitionskredite von 5,9 Millionen Franken aus. Davon entfallen rund 0,7 Millionen Franken auf diverse SFG-Projekte, 0,3 Millionen Franken auf diverse Investitionen im Gemeindestrassennetz, 1,2 Millionen Franken auf die Abwasserentsorgung und, als Hauptbrocken, 1,9 Millionen Franken auf die Forstwirtschaft. Insbesondere für die Realisierung des Waldbau-C-Projektes stehen noch bewilligte Kredite in der Höhe von 1,65 Millionen Franken bereit. Zudem wird sich die Gemeinde auch im Jahr 2006 mit den Uwetterschäden vom August 2005 beschäftigen müssen. Die Gemeindeversammlung bewilligte am 5. Dezember 2005, zusätzlich zu den bereits hohen, gebundenen Ersteinsatzkosten, Kredite von gesamthaft 905 000 Franken zur Schadenbehebung am Strassennetz und im Gewässerbau. – Detailzahlen zur Sigriswiler Jahresrechnung 2005


Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzlistrasse 244, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64 / Mobile +41 79 427 45 78 / Postcheckkonto 40-71882-7
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