Die eingegangen Offerten für den Bau des Entlastungsstollen in Thun übersteigen den Kostenvoranschlag deutlich. Das Tiefbauamt des Kantons Bern sieht sich deshalb laut einer Medienmitteilung gezwungen, die Bauarbeiten neu auszuschreiben: «Dies haben auch das Bundesamt für Umwelt und die hauptbetroffene Stadt Thun gefordert.»
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aid/bns. Bis zur Inbetriebnahme des Stollens werden laut Medienmitteilung zusätzliche Massnahmen in Thun ergriffen, um den Hochwasserschutz am Thunersee weiter zu verbessern: «Das kantonale Tiefbauamt hat das Submissionsverfahren am 25. April 2006 abgebrochen, weil die eingereichten Offerten deutlich über dem von externen Projektverfassern errechneten Kostenvoranschlag lagen.» Die Prüfung der Offerten habe gezeigt, dass zwei Faktoren zu den unerwartet hohen Preisen geführt hätten: «Einerseits wirkten sich der beschränkte Wettbewerb und die hohe Auslastung der Unternehmer im Tunnel- und Spezialtiefbau sowie die engen zeitlichen und technischen Vorgaben des Kantons negativ auf die Kosten aus.» Andererseits habe im letzten Halbjahr unter den europäischen Tunnelbohrmaschinenanbietern eine Bereinigung stattgefunden, so dass heute europaweit nur noch eine Firma existiere. Diese Monopolsituation wirke sich negativ auf die Kosten aus: «Auf Grund dieser Ausgangsage werden die Vorgaben des Kantons soweit möglich gelockert und die Bauarbeiten für den Entlastungsstollen neu ausgeschrieben.»
Die Submissionsunterlagen sollen in den nächsten zwei Monaten angepasst und so gestaltet werden, verlautet im weiteren, «dass Unternehmervarianten in technischer und zeitlicher Hinsicht möglich sind und die Kosten im Vergleich zu den eingegangenen Offerten verringert werden.» Der Auftrag soll im Herbst 2006 vergeben werden, um mit den Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen zu können. Sie dauerten voraussichtlich bis Ende 2008, so dass der Entlastungsstollen im Frühling 2009 in Betrieb genommen werden könne. Das kantonale Tiefbauamt und die Stadt Thun
– siehe auch Thunersee: Übergangsmassnahmen für besseren Hochwasserschutz vom Donnerstag 23. März 2006 – wollen zusätzliche organisatorische und bauliche Massnahmen vorsehen, um den Hochwasserschutz bis dahin weiter zu verbessern.
Der Grosse Rat habe in der Januarsession 2006 den Kredit für den Bau des Entlastungsstollens in Thun bewilligt, wird in der Medienmitteilung erinnert. Die Stadt Thun übernehme rund 9,3 Millionen Franken. Der Bund beteilige sich voraussichtlich mit 40 Prozent an den Gesamtkosten von 35 Millionen Franken.
Der 1,2 Kilometer lange Stollen zwischen Schiffahrtskanal und
und Kraftwerk – Hochwasserschutz Thunersee: «Entlastungsstollen langfristig günstiger» – soll die Gemeinden am Thunersee vor Hochwasser schützen. Mittlere und grosse Hochwasser könnten künftig mit dem Stollen verhindert werden: «Extreme Ereignisse wie die vom Mai 1999 oder August 2005 können zwar nicht verhindert, die finanziellen Folgen aber mindestens um die Hälfte reduziert werden.»
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