Das neue Flussbett der Chirel: Die grossen Flächen im Talgrund, welche sich der Fluss erobert hat, sollen ihm belassen werden. Links die Talstrasse,stellenweise mit grossen Blöcken vor dem Fluss geschützt. (Bild zvg)
aid/bns. Das Unwetter vom August 2005 habe im Diemtigtal verheerende Schäden angerichtet, wird in einer Medienmitteilung erinnert. Der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur werde den Kanton, die Gemeinde und die Schwellenkorporation voraussichtlich deutlich über 40 Millionen Franken kosten. Die ersten Arbeiten seien in den ersten Monaten nach dem Ereignis erledigt worden: «Die provisorische Kantonsstrasse zwischen Oey und Horboden wurde auf Beginn der Wintersaison 2005 eröffnet; die Trinkwasserfassungen von Diemtigen und Oey wurden ergänzt beziehungsweise neu erstellt.»
In diesem Jahr habe der Kanton mit der Sanierung der Dorfstrasse in Oey begonnen, verlautet im weiteren: «Die Sanierung wurde als Chance genutzt, um den Verkehr im Dorf zu beruhigen und den Strassenraum gestalterisch aufzuwerten.» Bei dieser Gelegenheit seien auch verschiedene Werkleitungen erneuert und die neue Wärmeverbundleitung für die Fernwärmeversorgung von Oey erstellt worden. Bis zum Wintereinbruch soll auf der Strasse zumindest die erste Belagsschicht eingebaut werden. Nach einer kurzen Winterpause werde der Kanton die Bauarbeiten wieder aufnehmen, so dass bis zum Frühsommer die Vorgärten bepflanzt werden könnten. Ende 2007 werde die Sanierung abgeschlossen.
Noch einiges zu tun gebe es auf der provisorisch wieder hergestellten Talstrasse. Die Planung der definitiven Strasse und der Ufersicherung sei in diesem Sommer an die Hand genommen worden. Insbesondere müssten in den nächsten Jahren eine Reihe von neuen Brücken und Grabenquerungen erstellt werden: «Die Arbeiten werden über mehrere Jahre verteilt, damit der Verkehr auf der Talstrasse nicht allzu stark behindert wird; die Sanierung der Chirelstrasse oberhalb von Horboden beginnt im Frühjahr 2007.»
Ein Grossteil der Sofortmassnahmen zum Schutz der Siedlungen vor Hochwasser sei bereits realisiert, ist der Medienmitteilung zu entnehmen. Der Wasserbauplan Chirel sei in diesem Spätsommer öffentlich aufgelegt worden und könne im Frühling 2007 erwartet werden: «Der Wasserbauplan sieht vor, dass sämtliche Gebäude im Talgrund zwischen der Katzenlochbrücke und dem Horboden abgebrochen werden müssen, um dem Chirel den erforderlichen Raum zur Verfügung zu stellen.» Im Grund würden Holzrechen erstellt, die das Schwemmholz oberhalb von Oey zurückhalten sollen. In Oey selber werde das linke Ufer des Chirel gesichert und dem Bach die definitive Breite gegeben. Zudem würden die Wileraubrücke durch einen Neubau ersetzt und die BLS-Bahnbrücke verschalt. Im Mündungsbereich des Chirel werde ein Rückhalteraum für das Geschiebe geschaffen: «Weitere Wasserbaumassnahmen will die Schwellenkorporation in den nächsten Monaten im Chlosen-, Rütti-, Chratzmatti- und Brünschgraben in Angriff nehmen.» Ab Januar 2007 werde der Abwasserkanal von Zwischenflüh bis zur Katzenlochbrücke erneuert. Gleichzeitig wolle die Wasserversorgung Oey ihr frischgefasstes Trinkwasser mit einer neuen Leitung von Grund nach Oey führen. |