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Feuerwehr Thun rettete häufiger und löschte seltener

Mehr Rettungs- und Bergungseinsätze im Auftrag des Kantons, weniger Brandeinsätze dank häufiger verwendeten schwer brennbaren Materialien. Diese Tendenz zeigt die bisherige Jahresstatistik der Feuerwehr Thun, wie Kommandant Peter Soltermann an der Entlassungs- und Beförderungsfeier ausführte.

sth/bns. Neun Feuerwehrleute wurden laut einer Medienmitteilung aus dem Dienst entlassen, zehn befördert und mit neuen Funktionen betraut. Im Jahr 2007 stehe die Erweiterung des Hauptmagazins in Goldiwil auf dem Programm. – Zu insgesamt 240 Einsätzen ist die Feuerwehr Thun bisher im laufenden Jahr ausgerückt. In den weitaus meisten Fällen (95 Prozent) kam der 32köpfige Löschzug als Ersteinsatzformation zum Zug, bei Bedarf unterstützt durch den Zweiteinsatzzug und zwei Kompanien. Weiter zunehmend ist die Zahl der Strassenrettungs- und Bergungseinsätze, die seit dem Jahr 2002 im Vertragsverhältnis für den Kanton erbracht werden. Zur Brandbekämpfung hingegen musste der Löschzug unter dem Kommando von Daniel Hürzeler seltener ausrücken. «Vermutlich ist dies auf die zunehmende Verwendung von flammhemmenden und nicht brennbaren Stoffen im Bau wie auch beim Mobiliar zurück zu führen», erläuterte Feuerwehrkommandant Peter Soltermann an der traditionellen Entlassungs- und Beförderungsfeier in der Alten Reithalle. Rund 250 Feuerwehrangehörige und Gäste waren auf dem Thun-Expo-Gelände erschienen.

Heinz Leuenberger: «Einfühlsam und sachkundig»
Einen grossen Dank richtete Soltermann an den politischen Vorsteher der Feuerwehr, den Ende Jahr abtretenden Gemeinderat Heinz Leuenberger, Vorsteher der Direktion Sicherheit der Stadt Thun. Seit 2003 amtete er als oberster Chef der Feuerwehr. Soltermann: «Heinz Leuenberger hat uns in diesen vier Jahren sowohl als einfühlsamer und aufmerksamer wie auch sehr sachkundiger Vorsteher enorm viel gebracht.» Unter seiner Führung habe sich die Feuerwehr, der Zivilschutz und die Polizei zu einer zeitgemässen, leistungsorientierten und modern ausgerüsteten Einsatztruppe weiter entwickelt.

Gutes Rating der Feuerwehr nochmals übertroffen
Im Jahr 2006 wurden die Feuerwehren im ganzen Kanton Bern überprüft. Der zuständige Inspektor Thun West, Major Werner Tschanz, inspizierte alle vier Einheiten der Feuerwehr Thun und beurteilte den Ausbildungsstand, aber auch die gesamte Einsatzkompetenz. Die sehr gute Beurteilung und Einstufung aus dem Jahr 2002 konnte noch einmal übertroffen werden. «Eine schöne Bestätigung für die grossen Anstrengungen im Bereich der Einsatzqualität», bilanzierte Kommandant Soltermann und verwies auf die zahlreichen Kurse, Übungen und Rapporte, die im laufenden Jahr durchgeführt worden sind.

Ausrüstungen und Fahrzeuge beschafft
Rund 691 000 Franken investierte die Feuerwehr Thun 2006 in Bekleidung, persönliche Sicherheit, Infrastruktur des Regionalen Feuerwehr-Ausbildungscenters Thun (RFA) in Allmendingen sowie Fahrzeuge und Rettungsgeräte. Unter anderem wurde ein neues Materialtransportfahrzeug beschafft und dem Löschzug übergeben. Der Lastwagen der Marke Mercedes-Benz mit Kranaufbau transportiert modular aufgebautes Einsatzmaterial, Paletten mit Bindemittel oder Sandsäcken und weiteres Feuerwehrmaterial bei Rettungs-, Bergungs- und Stützpunkteinsätzen. Ein neuer Personentransporter der Marke Mercedes Sprinter wird Ende Jahr geliefert. Im RFA wurde das Brandhaus total saniert. Zudem wurden weitere Module für die Strassenrettung und neue Arbeits- und Regenbekleidungen beschafft. Mit dem Kauf einer Occasionanhängeleiter aus dem Kanton Baselland konnte die Feuerwehr ein echtes «Schnäppchen» machen und gegenüber einer Neuanschaffung über 120 000 Franken einsparen. – Das grösste Vorhaben im kommenden Jahr ist die Erweiterung des Hauptmagazins in Goldiwil (ob Thun). Dafür hat der Thuner Gemeinderat bereits einen Kredit von 719 000 Franken bewilligt. Der Ausbau wird nötig, weil ein standardgemässes Klein-Tanklöschfahrzeug nicht mehr im bestehenden Magazin eingestellt werden kann. Zudem waren bisher keine Garderoben und Toiletten vorhanden.

131 Jahre Erfahrung verlassen die Feuerwehr
Sieben Mann genossen im Jahr 2006 die Grundausbildung bei der Feuerwehr Thun. Auf Ende Jahr werden neun Feuerwehrleute aus dem Dienst entlassen. Insgesamt haben sie 131 Dienstjahre bei der Feuerwehr Thun geleistet. Die längste Dienstzeit leistete mit 25 Jahren Albert Blaser, zuletzt als Dienschef Elektro/Gas/Wasser. Mit je 23 Dienstjahren fast gleich lange dabei waren Rolf Keller, zuletzt Kommandant der Kompanie 1, und Peter Fuster, Dienstchef Übermittlung, Löschzug. Ebenfalls in den verdienten «Feuerwehr-Ruhestand» entlassen werden aus der ersten Kompanie Alfred Hostettler, Daniel Bieri und Patrick Gafner sowie aus der zweiten Kompanie Urs Braun, Peter Gutknecht und Gerhard Hänni.

Ernennungen und Beförderungen
Zum neuen Kommandanten der ersten Kompanie wird Hanspeter Bertschi ernannt. Er wird gleichzeitig zum Hauptmann befördert. Alexander Dolder wird zum Dienstchef Öl/Chemie ernannt und zum Leutnant befördert. Reto Frei wird neuer Dienstchef Übermittlung und Daniel Weber neuer Dienstchef Elektro/Gas/Wasser. Sie behalten beide ihren Rang als Wachtmeister. – Weitere Beförderungen. Im Löschzug: Paul Stutz zum Korporal. Im Zweiteinsatzzug: Hans Pinezich zum Oberleutnant. In der Kompanie 1: Kilian Walthert zum Leutnant und Martin Schönholzer zum Wachtmeister. In der Kompanie 2: Hansueli Baumann zum Oberleutnant und Thomas Lenggenhager zum Korporal.
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