Buchvernissage im Bahnhof Wengen. Von links nach rechts: Jungfraubahnendirektor Walter Steuri, Lokomotivführer Hans Brunner und der Autor Florian Inäbnit vor einer Lokomotive vom Typ He 2/2, Baujahr 1926. (Bild Dora Schmid-Zürcher)
ds. An der Buchvernissage in Wengen zeigte sich auch Jungfraubahnendirektor Walter Steuri erfreut darüber, dass in dem hervorragenden Nachschlagewerk – das Buch enthält 352 Seiten und 361 Bilder – Facts für Geschichtsinteressierte festgehalten seien und dass noch vielmehr auch Bahntechnikinteressierte angesprochen werden dürften. Dieses Buch über die Wengernalpbahn reihe sich nun in ein bei den Erscheinungen der Bücher über Jungfraubahn, Schynige-Platte-Bahn und Bergbahn Lauterbrunnen–Mürren (siehe auch Lauterbrunnen: Neue schnelle Mürrenbahn ist in Betrieb vom Samstag 16. Dezember 2006).
In einem kurzen Rückblick streifte Steuri die Geschichte der Wengernalpbahn (WAB), die im Jahr 1893 als geschichtsträchtige, reine Sommerbahn den Betrieb aufgenommen hatte. Bei der ursprünglichen Linienführung sehe man vor allem auf der Lauterbrunnenseite, dass diese Strecke für den Winterbetrieb nicht geeignet gewesen sei. Noch nachhaltiger spüre man dies aber auf der Grindelwaldseite wo die Bahn unter dem Eiger durch die Lawinenhängen geführt worden sei – dies hätte man nie gemacht, wenn man mit einem Winterbetrieb gerechnet hätte. Im Jahr 1911 sei der Ganzjahresbetrieb in Wengen aufgenommen worden und seither habe die WAB einen sehr grossen Stellenwert für den Ort Wengen. In den 1980/90er Jahren seien in die Linie Lauterbrunnen– Wengen 80 Millionen Franken in den Ausbau des Bahnhofs Lauterbrunnen, in die Güteranlagen, die Güterlokomotiven und in die speziellen für Wengen angeschafften Wagen investiert worden. Diese Anlagen seien teilweise von der öffentlichen Hand, vom Bund und Kanton mitfinanziert worde, insbesondere der Bahnhof Wengen.
Ab 1913/1914 seien die ersten Züge im Winter von Wengen her auf die Kleine Scheidegg, von Grindelwald aus erst um 1933/1934 gefahren, erinnerte Steuri im weiteren. Die WAB als hundertprozentige Tochter der Jungfraubahnen Holding AG beschäftige ein Drittel des Personals, also 220 Hundertprozentstellen. Technisch wundern sich die Leute heute immer noch über die 800-Millimeterspur. Das sei damals Mode gewesen und wegen den engeren Kurvenradien hätten weniger Kunstbauten gebaut werden müssen. Da eine Änderung auf die Meterspur sehr viel Geld kosten würde, habe man diese Spurbreite aus Wirtschaftlichkeit nie geändert. Sehr viel sei in den letzten Jahren in die Sicherheit mit Radar überwachte Lawinenwarnanlagen, Windwarnanlagen und Streckenblocksicherung investiert worden. Das nächste was realisiert werde, sei die Streckenblocksicherung bis auf die Scheidegg von Wengen aus weiterzuziehen. Auf der Grindelwaldseite sei die WAB 2005 realisiert worden, nachdem man festgestellt habe wie beliebt Zahnradbahnen im Vergleich zu einem Projekt Luftseilbahn seien, dem grosse Opposition entgegengebracht worden sei. Nachdem sich das Projekt «WAB 2005» sehr bewährt habe, wolle man das Konzept «WAB plus» vorantreiben. Dieses Projekt sehe vor im Halbstunden-Takt zu fahren, und dass nicht mehr in Wengen gekreuzt werden müsse. Da die Realisierung dieses Projekt eine riesige Investition sei, werde dies im Zeithorizont ab 2012 stattfinden.
Der Prellbockverlag, der auch sechsmal jährlich das «Prellbockmagazin» herausgibt, gibt mit «Wengernalpbahn» bereits sein 35. Buch heraus und bei mindestens zehn dieser Bücher ist Florian Inäbnit gleichzeitig auch Autor. Es sei ihm sehr wichtig mit diesem Buch mitzuhelfen, dass die Bahnen nicht in Vergessenheit gerieten. Inäbnit ist in Wengen aufgewachsen und setzte sich von klein auf mit «seiner» Hausbahn auseinander. Eigentlich sei er schon vor der Geburt mit der Bahn verbunden gewesen, denn seine Mutter wurde vor seiner Geburt bei Einsetzen der Wehen mit dem «Storchenwagen» von Wengen nach Lauterbrunnen gebracht, erinnerte sich Inäbnit an der Vernissage . Dieser «Storchenwagen» stehe auch heute noch immer für Notfalle in Wengen bereit.
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