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Interlaken: Fünf Mal Ja zu den Gemeindevorlagen – Nein zur ESS in Unterseen

Bei einer Stimmbeteiligung von 49,6 Prozent sind an der Gemeindeabstimmung vom 26. November 2006 alle fünf Gemeindevorlagen angenommen worden. Demgegenüber ist in Unterseen an der Urne der Verpflichtungskredit für das Projekt «Entflechtung von Schiene und Strasse» (ESS) beim Bahnhof Interlaken West abgelehnt worden.

pd/goe/bns) Die Abstimmungsresultate in Interlaken. 1. Projekt Polizei 3800, Anschluss der uniformierten Gemeindepolizei an die Kantonspolizei, Verpflichtungskredit: Die Vorlage ist mit 1374 Ja gegen 213 Nein angenommen (50 leere Stimmen).

2. Projekt «Entflechtung von Schiene und Strasse» in Interlaken West, Verpflichtungskredit: Die Vorlage ist mit 972 Ja gegen 638 Nein angenommen (26 leere Stimmen, 1 ungültige Stimme).

3. Erdgas als neuer Energieträger im Versorgungsgebiet der Industriellen Betriebe Interlaken: Die Vorlage ist mit 1356 Ja gegen 225 Nein angenommen (56 leere Stimmen).

4. Änderung des Organisationsreglements 2000 vom 28. November 1999 in Sachen Pensionskasse: Die Vorlage ist mit 1276 Ja gegen 232 Nein angenommen (129 leere Stimmen).

5. Integrierter Voranschlag für das Jahr 2007: Die Vorlage ist mit 1167 Ja gegen 351 Nein angenommen (118 leere Stimmen, 1 ungültige Stimme).

In Unterseen ist an der Urne der Verpflichtungskredit für das Projekt «Entflechtung von Schiene und Strasse» beim Bahnhof Interlaken West von 20,725 Millionen Franken mit einem Anteil der Einwohnergemeinde Unterseen von 3,1 Millionen Franken mit 963 Nein gegen 859 Ja abgelehnt worden.

Wie weiter mit der Entflechtung Schiene und Strasse?

Der Gemeinderat von Interlaken nahm laut einer Medienmitteilung das deutliche Ja der Interlakner Stimmberechtigten erfreut zur Kenntnis, bedauert jedoch das knappe Nein in Unterseen zur Entflechtung von Schiene und Strasse im Bereich Interlaken West: «Bei dieser Ausgangslage ist zu prüfen, ob die zukunftsgerichtete Lösung nicht mit einem andern Kostenverteiler zwischen Interlaken und Unterseen doch noch realisiert werden könnte.» Mit dem Nein der Stimmberechtigten in Unterseen fehlten für das Projekt der Entflechtung von Schiene und Strasse in Interlaken West mit der Unterführung Därligstrasse drei Millionen Franken: «Der Gemeinderat bedauert den Entscheid der Unterseener Stimmberechtigten zu diesem zukunftsträchtigen Projekt; er freut sich am deutlichen Ja der Interlakner Stimmberechtigten, das er als Auftrag versteht, das Projekt nicht fallen zu lassen."

Finanzierung überprüfen
Die Chance, dass sich Bund, Kanton, BLS und die Regionsgemeinden bis ins Oberhasli mit rund 14 Millionen Franken an einem Projekt in Interlaken beteiligen, komme nicht wieder, verlautet im weiteren: «Das für die ganze Region bedeutungsvolle Projekt, das zu zwei Drittel von ausserhalb des Bödelis finanziert worden wäre, darf deshalb nicht einfach als erledigt betrachtet werden.» Die Gemeinde Interlaken sei selber aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht in der Lage, die 6,7 Millionen Franken, die von Interlaken und Unterseen zusammen hätten aufgebracht werden sollen, allein zu übernehmen: «Hingegen möchte der Gemeinderat Interlaken aufgrund der Abstimmungsergebnisse in Interlaken und Unterseen die Verteilung der 6,7 Millionen Franken zwischen den beiden Gemeinden noch einmal diskutieren und allenfalls noch einmal über einen neuen Verteiler abzustimmen.»

Personenfernverkehrsverbindungen
Sollten diese Verhandlungen mit Unterseen keinen Erfolg bringen, wäre das Projekt der Entflechtung von Schiene und Strasse definitv vom Tisch, verlautet im weiteren: Damit die internationalen und nationalen Personenfernverkehrszüge auch zukünftig nach Interlaken verkehrten, verlange das Bundesamt für Verkehr aber Perrons von 420 Meter Länge. Diese könnten wohl nur mit einer Schliessung des Niveauübergang Straubhaar erreicht werden, ob nun die Unterführung Därligstrasse gebaut werde oder nicht: «Diese Schliessung müsste rechtzeitig erfolgen, sobald feststeht, dass ein neuer Fahrplan fahrplanmässige Züge von 420 Metern Länge nach Interlaken beinhaltet.»

Massnahmen zur Verkehrsberuhigung im Zentrum
Könne die Entflechtung von Schiene und Strasse nicht doch noch realisiert werden, sei auch das zweite Ziel der Vorlage gescheitert, den Niveauübergang Bahnhofstrasse zu beruhigen und für den motorisierten Individualverkehr zu schliessen, heisst es in der Medienmitteilung: «Es wären dann andere Massnahmen für die Verkehrsberuhigung der Interlakner Bahnhofstrasse und des des Zentrums umzusetzen.» Grundlage bilde die Verkehrsrichtplanung mit dem Verkehrskonzept «Crossbow». Für diesen Fall sehe der Gemeinderat vor, das Konzept mit einer durchgehenden Tempo-30-Zone zwischen den Bahnhöfen Interlaken West und Interlaken Ost umzusetzen. Für den Engpass zwischen dem Postplatz und dem Hotel Splendid, der als erster angegangen würde, könnte eine Begegnungszone (Maximalgeschwindigkeit 20 Kilometer pro Stunde und genereller Vortritt für Fussgänger) geprüft werden: «Der Gemeinderat hofft jedoch, mit einem neuen Kostenverteiler die Entflechtung von Schiene und Strasse doch noch umsetzen zu können, und zählt vorerst auf die Zustimmung der Gemeindeversammlung Matten zum Beitrag von 200 000 Franken der Gemeinde Matten.»
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