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Mittwoch 22. November 2006
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Kandergrund: Die fetten Jahre sind vorbei

Der Abschluss der Bauarbeiten auf der Neat-Baustelle Mitholz zeigt Wirkung: Der Voranschlag 2007 der Gemeinde Kandergrund sieht einen Aufwandüberschuss von rund 780 000 Franken und eine (Wieder-)Erhöhung der Steueranlage auf 1,6 Einheiten vor. Die BKW-Aktien der Gemeinde werden verkauft und die Gemeinde übernimmt die Rütenistrasse definitiv in ihren Besitz.

An der Gemeindeversammlung in Kandergrund vom 17. November 2006 folgten die Stimmberechtigen dem Antrag des Gemeinderates, die Steueranlage für das kommende Jahr auf den alten Stand von 1.6 Einheiten zu erhöhen. Trotzdem bleibt Kandergrund die steuergünstigste Gemeinde im Amtsbezirk. Da nach dem Abschluss der Bauarbeiten auf dem Installationsplatz Lötschberg-Basistunnel Nord in Mitholz bei den Quellensteuereingängen ein markanter Rückgang erwartet wird und die Gemeinde gleichzeitig Einzahlungen in den Finanzausgleichsfonds von über 100 000 Franken leisten muss, weist der Voranschlag 2007 einen Fehlbetrag in der Höhe von 784 200 Franken auf.
Gemeindeschreiber Martin Trachsel, Kandergrund
Trotz des Fehlbetrags sind Bruttoinvestitionen von 330 000 Franken vorgesehen, Schwerpunkte bilden die Sanierung der Bruchsteinmauer an der Bunderbachstrasse und die Errichtung des Friedhofunterstands. Beide Kredite wurden bereits an früheren Gemeindeversammlungen bewilligt, jedoch ergaben sich bei der Bauausführung Verzögerungen.

Verkauf BKW-Aktien
Eine kurze Diskussion löste der Antrag des Gemeinderats aus, 3700 BKW-Aktien zu veräussern. Die Begründung des Gemeinderats, der Verkauf würde den Zeitpunkt der Verschuldung verschieben und damit die Zinsbelastung verringern, fand schliesslich mehr Anhänger als die Argumentation, die Aktien als sicheren Wert in der Gemeindebuchhaltung zu belassen. Der Gemeinderat rechnet damit, dass der Verkauf der Aktien einen Erlös von rund 400 000 Franken bringen wird.

Rütenistrasse und Personalreglement
Ohne Diskussion bestätigte die Versammlung einen Beschluss aus dem Jahr 1971, die Rütenistrasse bis Bundergraben durch die Gemeinde zu übernehmen. Die Bestätigung durch das Volk wurde nötig, da mit der Strassenübernahme auch Folgekosten anfallen werden, deren Höhe über der Kompetenzlimite des Gemeinderats von 5000 Franken pro Jahr liegen. Ebenso klar nahm das Volk die Neufassung der Personalreglements der Gemeinde an. Da sich die Gemeinde bei ihren Bestimmungen im Personalbereich grösstenteils auf die kantonalen Vorgaben stützt und der Kanton die Personalverordnung geändert hat, waren die Anpassungen erforderlich.

Kreditunterschreitungen bei Kanalisationsbauten
Bei den Kanalisationsleitungsbauten Innerrüteni und Engibrücke–Staldi konnten erfreulicherweise Kreditunterschreitungen zur Kenntnis genommen werden. Bei Baukosten von 138 000 Franken für die Leitung Innerrüteni schloss das Projekt rund 32 000 Franken unter dem bewilligten Kredit ab.

Auch der Leitungsbau Engibrücke–Staldi schloss positiv ab: Hier wurde der bewilligte Kredit von 230 000 Franken um 23 000 Franken unterschritten. Einstimmig erfolgte zum Abschluss der ordentlichen Traktandenliste die Bestätigung des Treuhandbüros Niklaus Liechti, Frutigen, als Rechnungsprüfungsorgan für die Jahre 2007 bis2010. Das Büro revidiert die Gemeinderechnung bereits seit dem Jahr 2000.

Im zweiten Teil der Versammlung konnte der Gemeinderat die Jungbürger des Jahrgangs 1988 begrüssen und sie im Kreis der wahlberechtigten Personen herzlich willkommen heissen. Gleichzeitig wurden auch die erfolgreichen Sportler des Jahres 2006 für ihre herausragenden Leistungen geehrt.
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