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«Umsteigen» in der Luft vom Sessellift an die lange Leine

Im ersten Schnee über Hasliberg haben am Montag Seilbahnrettungsspezialisten die Evakuierung von Fahrgästen bei Betriebspannen geübt. Der zweite Teil des Kurses findet Anfang nächster Woche statt.

Eine «luftige» Angelegenheit: Rettungsübung bei einem Seilbahnstillstand. (Bild Bruno Petroni)

Seilbahnstillstand: Dieses Szenario ereignet sich dank zuverlässiger Technik, strenger gesetzlicher Bestimmungen und entsprechend aufwändiger Wartungsarbeiten nur höchst selten, nämlich schweizweit höchstens viermal pro Jahr, und etwa alle zwei Jahre einmal im Berner Oberland. Trotzdem sind im Ernstfall Profis gefragt, die jeden Handgriff auch bei Nacht und Nebel blind beherrschen und eine allfällige Bergung von Fahrgästen gefahrlos durchführen können. Acht Spezialisten für Helikopterrettungen aus der Zone 6 der Alpinen Rettung Schweiz bestritten in den letzten zwei Tagen in Hasliberg ihren Winterwiederholungskurs.

Sie wurden unterstützt von vier Piloten der Rettungsflugwacht und der Berner Oberländer Helikopter AG (Bohag). Für die Übungstage wurden mit dem neuen Eurocopter EC 145, mit einer Ecureuil AS 350 B2 und zwei Agusta A-109-K2 vier Fluggeräte eingesetzt. Unter kritischen Blicken des technischen Leiters und Hasliberger Rettungschefs Theo Maurer führten die Rettungsspezialisten Helikopter (RSH) RSH der Zone 6 mehrere Durchgänge einer Seilbahnevakuierung an der zwanzig Meter langen Leine unter dem schwebenden Helikopter durch. 20 Angestellte der Meiringen–Hasliberg-Bahnen standen den Profis als Probanden zur Verfügung. Geduldig warteten sie in derKälte auf 1830 Meter über Normalnull in den Sesseln der stillstehenden Sesselbahn Käserstatt und warteten darauf, von den RSH aus ihrer «luftigen» Situation befreit zu werden. Der heikelste Moment dabei ist der, wo der RSH die zu evakuierenden Fahrgäste gleichzeitig am Sessellift und auch am Haken gesichert hat, welcher sie über die zwanzig Meter lange Leine mit dem darüber schwebenden Helikopter verbindet. Diese Sekunden des Umhängens sind auch bei den Helikopterpiloten nicht sehr beliebt, weil in dieser kurzen Zeit ihre Maschine an der Seilbahn «angebunden» ist.
Bruno Petroni, freischaffender Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
In den Abendstunden übten die acht RSH auch den Einsatz bei Nacht an der Gondelbahn in Mägisalp. Rettungsflugwachtpilot Jacques-André Dévaud, der diese Zonenübung leitete: «Der Föhn hat am Montag die Schlechtwetterfront vom Oberland ferngehalten und uns optimale Verhältnisse ermöglicht. Im Ernsteinsatz ist das nicht immer so.» Allerdings musste dann der zweite Teil der Übung, welcher für Dienstag vorgesehen war, wegen des Wetterumsturzes abgesagt werden. «Dieser zweite Kurstag war für Übungsflüge der sieben Helikopter-Rettungsspezialisten aus dem westlichen Oberland reserviert. Je nach Witterung findet dieser zweite Übungsteil Anfangs nächster Woche im gleichen Gelände statt«, sagt Jacques-André Dévaud.
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