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Thun: Initiative «Fussgängerfreundliche Innenstadt» eingereicht

Die mit 1651 beglaubigten Unterschriften – notwendig sind deren 1600 – zustandegekommene Initiative «Fussgängerfreundliche Innenstadt» ist laut einer Medienmitteilung heute Donnerstag der Thuner Stadtkanzlei übergeben worden.

«Aus wirtschaftlichen Gründen ist Thun auf eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt angewiesen – eine grössere Fussgängerzone in Thun ist gesellschaftlich sinnvoll und wirtschaftlich notwendig», führt das Initiativkomitee «Fussgängerfreundliche Innenstadt» in der Medienmitteilung aus. Das Komitee wolle die Lebensqualität in Thun erhöhen und setze sich aus wirtschaftspolitischen Gründen für eine florierende und kundenfreundliche Innenstadt ein:«Nur eine zusammenhängende Fussgängerzone in der Thuner Innenstadt ist eine zukunftsorientierte Antwort auf die verstärkte Konkurrenz durch grosse Einkaufszentren am Siedlungsrand.» Tatsächlich hätten viele Gemeinden und Städte in der Schweiz und in Europa schon lange die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von Fussgängerzonen erkannt: «Sie erhöhen nicht nur die Stadtqualität und bieten den Menschen mehr Lebensraum und Sicherheit, sondern bringen den Geschäften mehr Umsatz.»

Der grösste Wunsch der Thuner Bevölkerung ist laut einer Umfrage des Stadtmarketings im Jahr 2004 eine verkehrsfreie Innenstadt. Ein überparteiliches Komitee – Sozialdemokratische Partei (SP), Jungsozialisten (Juso), Grüne Freie Liste (GFL) – setze sich für dieses Anliegen ein: «Zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt wird die Schaffung einer zusammenhängenden Fussgängerzone gefordert.» Zu diesem Zweck habe das Komitee im April eine Initiative lanciert: «Mehr als 1800 Unterschriften wurden gesammelt; mit 1651 beglaubigten Unterschriften ist die Initiative zustandegekommen und wurde heute bei der Stadtkanzlei von Vertreter des Präsidiums eingereicht.»

Die wichtigsten Anliegen der Initiative
Was im Unteren Bälliz schon seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert wird, soll auch im Oberen Bälliz und in der Oberen Hauptgasse realisiert werden:
  Der Autoverkehr soll unterbunden werden (Spezialbewilligungen zum Beispiel für das Ein- und Aussteigen von Hotelgästen und Arztbesuchern).
  Die öffentlichen Parkplätze sind aufzuheben. Parkierungsmöglichkeiten für Spezialzwecke wie Fahrzeuge von Behinderten sollen bestehen bleiben.
  Anders als im Unteren Bälliz soll der Veloverkehr in diesen Bereichen weiterhin erlaubt sein.

Mehrwert einer Fussgängerzone gegenüber einer Begegnungszone
Der Gemeinderat habe beschlossen – siehe auch Thun: Beschwerde verzögert Begegnungszonen vom Mittwoch 11. Oktober 2006 – in der Innenstadt Begegnungszonen einzuführen. Diese Verkehrsmassnahme bringt nach Auffassung des Initiativkomitees jedoch keine wesentlichen Verbesserungen, da die öffentlichen Parkplätze in der Begegnungszone nicht aufgehoben werden und dadurch der grösste Teil des Autoverkehrs bestehen bleibe. Autos könnten weiterhin mit 20 Kilometer pro Stunde durch das Obere Bälliz und die Hauptgasse fahren. Die Einschätzungen zu der in der Berner Altstadt eingeführten Begegnungszone seien ernüchternd: «Gemäss Geschwindigkeitskontrollen durch die Stadtpolizei Bern halten sich mehr als ein Drittel der kontrollierten Autos in den Begegnungszonen nicht an die Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde!»

Komitee Initiative «Fussgängerfreundliche Innenstadt». Im überparteilichen Initiativkomitee (Koordination: Dominique Simone Rychen) sind vertreten: Bähler Daniel, alt SP-Stadtrat; Bähler Simon, SP- Stadtrat; Balmer-Renggli Verena, SP-Stadträtin; Begré-Spycher Renate, GFL-Stadträtin; Bernet-Moser Gabriela, alt SP-Stadträtin; Bhend Patric, SP-Stadtrat; Bregulla Elisabeth, alt GFL-Stadträtin; Breitenstein Christian, dipl. Architekt HTL/Stadtrat; Dähler Michael, Pfarrer; Durtschi Adrian Michael, Juso; Jaccard Christina, SP Stadträtin; Jacobsen Daniel, SP Stadtrat; Kropf Alice, SP; Looff Renate, Präsidentin Claro Weltladen Thun; Marti Rolf, SP Stadtrat; Maurer Petra, SP-Co-Präsidentin; Müller Christoph, dipl. Architekt ETH; Müller Thomas, SP; Rohrbach Christa, Greenpeace Regionalgruppe Thun; Rychen Dominique Simone, SP-Stadträtin; Sarbach Peter, Liedernarr; Salvisberg Peter, Journalist; Siegenthaler Peter, alt SP-Stadtrat; von Gunten Wilfried, Galerist.
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