Voller Tatendrang für die Kickbox-Weltmeisterschaften in genau einem Jahr: OK-Chef Hanspeter Schmid als Besitzer des Sherlock Alpenclubs und Hasli Lodge in Meiringen will dem Haslital ein unvergessliches Sportspektakel bieten. (Bild Bruno Petroni)
In einem Jahr findet in Meiringen die Eröffnungsfeier zu den Kickbox-Weltmeisterschaften statt. Mehr als tausend Weltklassekämpfer aus über sechzig Ländern werden im Haslital im Cupsystem um Titelehren in den fünf Disziplinen Semicontact, Lightcontact, Fullcontact, Full-Lowcontact und Musical forms fighten.
Bruno Petroni, freischaffender Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Organisationskomiteepräsident Hanspeter Schmid kann bereits heute auf ein fünfzehnköpfiges Organisationskomitee zählen. Und die Vorbereitungsarbeiten sind schon im Gange: «Mit der Tennishalle Meiringen verfügen wir über eine tolle Wettkampfarena. Während die Athleten aus den fernen Kontinenten alle in den Meiringer Hotels untergebracht werden, können die meist mit Reisebussen ankommenden Europäischen Teilnehmer in den Ortschaften der Region Logis beziehen.» Die Härtesten zuerst
An den ersten zwei Tagen stehen die medizinischen Untersuchungen, Akkreditierungen und Bezug der Unterkünfte auf dem Programm. Am Mittwoch 31. Oktober geht es dann mit den Ausscheidungskämpfen in der «Full»-Kategorie gleich mächtig zur Sache. In dieser härtesten Disziplin wird bis zum k.o. gekämpft. Die WM-Finals werden dann am 3. und 4. November ausgetragen.
«So etwas machen wir auch»
«Wir werden bei der Eröffnungsfeier für einen Umzug und ein würdiges Rahmenprogramm besorgt sein», versichert Hanspeter Schmid, der im Haslital auch als eigentlicher Sportförderer bekannt ist. Er war es, der vor zwei Jahren im französischen Maribor anlässlich der Kickbox-Europameisterschaften spontan zum Trainer Toni Berlingier sagte: «So etwas wollen wir auch mal machen.» Auf Worte folgten Taten, Meiringen bewarb sich und erhielt vor einem Jahr vom Präsidenten des Weltverbandes, dem Italiener Ennio Falsone die Durchführung der WM 2007 zugesprochen.
Adolf Ogi als «Götti»?
«Ende letzten Jahres besuchte ich eigens die Weltmeisterschaften in Ungarn, um möglichst viele Eindrücke und Erkenntnisse mit nach Hause zu nehmen», sagt Hanspeter Schmid. Beat Kehrli als Chef des Rahmenprogrammes gibt sich zuversichtlich: «Das wird ein Riesenfest sowohl für unsere Gäste als auch für die Einheimischen. Wir werden mit viel Unterhaltung für anständig Stimmung sorgen.» Dass sie zu feiern wissen haben die Oberhasler schon bei anderen Weltmeisterschaften bewiesen: In der Skiakrobatik vor sieben Jahren und Telemark im Jahre 1997. «Wir hoffen auch, den Uno-Sonderbeauftragten für Sport, Adolf Ogi als Paten für die Kickbox-Weltmeisterschaften gewinnen zu können», sagt Schmid.
26 000 Franken Kurtaxe
Die Organisatoren werden für den Auf- und Abbau auf rund 400 freiwillige Helfer angewiesen sein. Mit ihrer Zusicherung der Defizitgarantie hat auch die Gemeinde Meiringen bereits ihre Unterstützung an der Kickbox-WM bekundet. «Die rund zehntausend Übernachtungen werden der Region allein an Kurtaxe 26 000 Franken einbringen», rechnet Organisationskomiteepräsident Hanspeter Schmid.
Andy Hug bleibt eine Legende
Kickboxen ist ein Kampfsport, bei dem das Schlagen mit Füssen und Händen wie bei den verwandten Karate und Taekwondo sowie dem klassischen Boxen angewendet wird. Ellbogen- und Kniestösse sind in einigen Staaten verboten. Tiefschläge sind immer tabu, jedoch sind in manchen Verbänden Tritte auf die Oberschenkel erlaubt. Verbandsabhängig unterschiedlich geregelt ist auch die Verwendung von Handdrehschlägen und sogenannten Fussfegern: Techniken, mit denen der Gegner aus dem Gleichgewicht gebracht wird. In allen Verbänden identisch ist das Verbot des Schlagens auf den Rücken und auf Gegner, die am Boden liegen, sowie das Werfen des Konkurrenten. Kickboxen als Wettkampfdisziplin geht auf das Jahr 1974 zurück. Damals noch Sportkarate oder Contact-Karate genannt, einigten sich die Gründer des Weltverbandes WAKO darauf, die traditionellen fernöstlichen Kampfmethoden wie Taekwondo, Karate und Kung Fu zu einem sportlichen Wettkampf mit einheitlichen Regeln zu gestalten. Obwohl Kickboxen ein moderner, abendländischer Kampfsport ist, weisen Training und Wettkampf viele Ähnlichkeiten mit dem traditionellen Boxen und Thaiboxen auf. Der vor sechs Jahren verstorbene Schweizer Andy Hug sorgte als mehrfacher Weltmeister in der Profiliga «K1» für einen enormen Popularitätsschub des Kickboxens.
Das WM-Organisationskomitee
Die Ressorts für die Kickbox-Weltmeisterschaften 2007 sind wie folgt besetzt: Hanspeter Schmid (Präsident), Lukas Eiholzer (Vizepräsident), Hans Müller (Bauten), Hansueli Inäbnith (Transporte), Werner Schmid (Festwirtschaft), Beat Kehrli (Rahmenprogramm), Ursula Tännler (Sekretariat), Matthias Kohler (Sponsorwesen), Werner Imdorf (Medien), Richard Fuchs (Finanzen), Toni Berlingier und René Bosch (Technische Kommission), Roland Künzler und Christoph Ammann (Betreuer), Ruedi Schläppi (Helfer), Kathrin von Weissenfluh (Hotellerie, Akkreditierungen), Christian Egli (Verkehr und Sicherheit).
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