Diese fünf Männer aus dem Berner Oberland besitzen seit Montagabend das Bergführerdiplom. Vorne von links nach rechts Andreas Schild, Wilderswil (SAC Lauterbrunnen) und Michael Jaun, Stechelberg (SAC Lauterbrunnen), hinten Hanspeter Imboden, Bönigen (SAC-Sektion Interlaken und Zermatt), Ralph Jörg, Interlaken (SAC Interlaken) und Bruno Bösch, Goldswil (SAC Toggenburg). (Bilder Bruno Petroni)
Das Terrain in unseren Bergen wird nicht zuletzt aufgrund des rückläufigen Permafrostes immer unberechenbarer. Bergführer sind gefragter denn je. Das Heer der 1400 Schweizer Bergführer ist seit vorgestern um 32 Namen reicher. Unter ihnen befinden sich zwei Frauen. Und auch fünf Berner Oberländer Diplomanden. Der feierliche Abschluss der dreijährigen Ausbildung mit Diplomübergabe erfolgte am Montagabend auf dem nebelumhüllten Männlichen, 2229 Meter über Normalnull. Der 39jährige Rettungssanitäter in Diensten der Rettungsflugwacht, Hanspeter Imboden aus Bönigen ist der Älteste der fünf neuen Oberländer Bergführer. Der gebürtige Walliser möchte seine Kenntnisse künftig als Überlebenstrainer für Jetpiloten weitergeben. Michael Jaun (25) aus Stechelberg als Sohn des SAC-Einsatzleiters Fritz Jaun weist bereits viel Erfahrung durch praktische Rettungseinsätze auf. Ferner konnten der Wilderswiler Andreas Schild (28), Ralph Jörg (26) aus Interlaken und Bruno Bösch (30) aus Goldswil das Bergführerdiplom in Empfang nehmen. Tritt nach 15 Jahren als Technischer Leiter für die Schweizer Berufsausbildung der Bergführer ab: Der Grindelwalder Edi Bohren.
Edi Bohren als Vizepräsident des Internationen Verbandes der Bergführerverbände (IVBV) führte den 32 erfolgreichen Prüflingen die fünf wichtigsten Eigenschaften des Bergführers vor Augen: «Geduld, Respekt, Entscheidungsfreudigkeit, Glaubwürdigkeit und Bescheidenheit gehören zu unserem Beruf wie der Eispickel in der Hand und das Seil zu unserem Gast. Ich wünsche euch allen, immer im rechten Moment am rechten Ort zu stehen. Oder wie ein altgedienter Hasli-Führer einmal gesagt hat: ‹Ma mues ned nur gahn, sondern mues ou omhi chun›.» – Der IVBV-Generalsekretär Armin Oehrli, der Präsident des Schweizer Bergführerverbandes, Patrick Hilber und der Grindelwalder Gemeindepräsident Dres Studer beglückwünschten die neuen Berufsleute. Letzterem waren zwei Worte sogar derart wichtig, dass er sie im Namen der Gemeinde Grindelwald jedem als Geschenk auf einen Karabiner «Häb Sorg» gravieren liess.
Wieder ein Oberländer
Edi Bohren tritt nach 15 Jahren als Technischer Leiter für die Schweizer Berufsausbildung der Bergführer ab. Der 49jährige Gündlischwander Erich Sommer als Mitglied der SAC-Sektion Lauterbrunnen übernimmt künftig die Aufgabe des Technischen Leiters.
Bruno Petroni, freischaffender Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Bohrens Abgang wurde gebührend gewürdigt, und sogar die «Hasliwyber» überraschten ihn und die übrigen hundert Gäste mit einem Ständchen. Der Technische Leiter des Kantons Graubünden, Toni Trummer: «Die Schweizer Bergführerausbildung von heute trägt die Handschrift von Edi Bohren. Er war niemals belehrend, sondern lehrend. Und er ist ausnahmslos immer eine Route selber geklettert, bevor er die Aspiranten losschickte.»
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