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Berner Oberland News – 11. Jahrgang
Samstag 2. September 2006
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Netz gegen Kinderporno

September 2006
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Gegen eine Reorganisation im Rettungswesen

Die Gemeinde- und Gemeinderatspräsidenten der Amtsbezirke Oberhasli und Interlaken haben mit Besorgnis zur Kenntnis genommen, dass das Kantonsarztamt im Rahmen der Umsetzung des Spitalversorgungsgesetzes eine Reorganisation des Rettungswesens in Erwägung zieht. Die 29 Gemeinde- und Gemeinderatspräsidenten haben einstimmig beschlossen, eine Reorganisation, wie im Papier «Versorgungsplanung im Rettungswesen» vom 1. Juni 2006 dargestellt, nicht hinzunehmen, sondern für die Beibehaltung von bewährten und kostengünstigen Strukturen zu kämpfen.

pd. Die Gründe dazu sind vielfältig und in der Stellungnahme der Spitäler FMI AG (Spitalgruppe Frutigen, Meiringen und Interlaken) vom 8. August 2006 weitestgehend herausgearbeitet. Die Konferenz schliesst sich dieser Stellungnahme vorbehaltlos an.
Aus der Konferenz der Gemeinde- und Gemeinderatspräsidenten
Im folgenden sollen die Stellungnahme der Spitäler FMI ergänzend und hervorhebend folgende Punkte besonders gewürdigt werden:
–  Politisch wurde ein Vierregionenmodell bereits einmal als untauglich beurteilt und abgelehnt. An dieser Haltung hat sich im östlichen Oberland nichts geändert. Wir können uns allenfalls ein Sechsregionenmodell vorstellen.
–  Die an sich schon fragwürdige Formel «80-Prozent-in-30-Minuten» muss sich zwingend auf das Einzugsgebiet eines Rettungsdienstes beziehen. Würde man diese Formel nämlich generell für den ganzen Kanton anwenden, hiesse das, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung, die nicht innerhalb 30 Minuten gerettet werden kann, im Berner Oberland lebt. Eine solche Abwertung zu einer Bevölkerung zweiter Klasse würden wir nie akzeptieren.
–  In unserer Region verdoppelt sich während der Sommer- und Wintersaison die Zahl der Bevölkerung infolge der Touristen. Dieser Tatsache ist im Papier vom 1. Juni in keiner Art und Weise Rechnung getragen.
–  Nicht berücksichtigt sind auch topografische Besonderheiten und die Strassenführung und -qualität im östlichen Oberland. Im Unterschied zu Stadt und Agglomeration findet man im Oberland viele Stichstrassen mit langen Transportstrecken in einem flächenmässig grossen Gebiet (rund 30 Prozent des Kantons Bern). Statistiken zeigen, dass die gefährlichsten Pässe (mit entsprechend häufigen Rettungseinsätzen) Susten und Grimsel sind.
–  Zu berücksichtigen ist weiter, dass eine Neuorganisation des Rettungswesens auch die Zukunft der Spitalstandorte tangiert. Das Personal des Rettungsdienstes wird im aktiven Dienst und in Leerzeiten zusätzlich im Spital eingesetzt. Solche Synergien sind zwingend zu erhalten.
–  Der sich für die nahe Zukunft abzeichnende Hausärztemangel im ländlichen Gebiet nimmt in der Lösungsfindung auch den Kanton in die Verantwortung. Eine erste Massnahme muss die Sicherstellung eines leistungsfähigen Rettungsdienstes sein, der eine schnelle Rettung garantieren kann.
–  Der Rettungsdienst FMI hat sein Einsatzgebiet optimiert und weist im kantonalen Vergleich den kleinsten Aufwand pro Einsatz auf.

Die Konferenz hält fest: Die Nutzung von Synergien, etwa bei der Fahrzeugbeschaffung, in der Aus- und Weiterbildung und so weiter wird begrüsst. Es gibt aber keinen Grund, an den bestehenden und kostengünstigen Strukturen im grossen Stil Änderungen vorzusehen. Die Konferenz fordert die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern auf, das Konzeptpapier vom 1. Juni 2006 grundlegend zu überarbeiten.

Vollknoten Interlaken Ost
Im Rahmen des Projektes Bahn 2000 war seit 1987 vorgesehen, dass Interlaken Ost zu einem Vollknoten wird, in dem die Züge aus allen Richtungen jeweils vor der vollen Stunde eintreffen, so dass ideale Umsteigebeziehungen in alle Richtungen möglich sind. Die Berner Oberland-Bahn (BOB) etwa haben ihre Infrastrukturausbauten auf diesen Vollknoten ausgerichtet. Erst vor fünf Jahren wurde bekannt, dass die Pläne der inzwischen für den Fernverkehr nach Interlaken verantwortlichen SBB vorsahen, diesen Knoten nicht zu realisieren und die IC-Züge stattdessen in Interlaken West kreuzen zu lassen. Die RVK Oberland Ost und weitere interessierte Kreise haben sich in der Folge bei den SBB vehement für einen Knoten Interlaken Ost eingesetzt. Die dafür eingesetzte Arbeitsgruppe kam leider zum Schluss, dass dieser Knoten per 12. Dezember 2004 aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden konnte. Dennoch waren sich alle Beteiligten einig, dass er ein mittelfristiges Ziel sein müsse. In diesem Zusammenhang wurde fest gehalten, dass als minimale infrastrukturelle Voraussetzungen zum Erreichen dieses Ziels eine Entflechtung im Raum Wylerfeld (die auch für die S-Bahn Bern von grossem Nutzen wäre) und eine Doppelspurinsel im Raum Thunersee nötig seien.

Mit Genugtuung konnte die Konferenz feststellen, dass diese beiden Infrastrukturausbauten Aufnahme ins Projekt «Zukünftige Entwicklung der Bahnprojekte» (ZEB) gefunden haben und Interlaken Ost zum Vollknoten werden soll. Wegen der knappen finanziellen Mittel werden diese Projekte aber frühestens ab dem Jahr 2012 realisiert werden können. Es ist also nicht realistisch, dass sie innerhalb der nächsten zehn Jahre in Betrieb genommen werden können. Die Konferenz kann aber den aktuellen, unhaltbaren Zustand keinesfalls noch so lange akzeptieren. Es ist deshalb der Konferenz ein besonderes Anliegen, den SBB zu erläutern, welche Auswirkungen der fehlende Knoten Interlaken Ost auf die ganze Region Oberland Ost hat:
–  Die Fahrzeit der Züge von Bern nach Interlaken Ost musste von 54 auf 57 beziehungsweise sogar 58 Minuten verlängert werden.
–  Die IC kreuzen in Interlaken West.
–  Die Übergangszeit auf die Züge der BOB in Interlaken Ost beträgt 17 Minuten.
–  Die Anschlüsse von der BOB auf den Brünigschnellzug werden knapp verpasst.
–  Die Anschlüsse der Busse nach Bönigen-Iseltwald in Interlaken sind umlaufbedingt zu knapp und müssen oft gebrochen werden.

Mit der Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels wird die Situation für die Region nicht besser. Zwar werden die Fahrzeiten von Bern nach Interlaken wegen dem Tausch der Fahrplantrassen der Züge nach Interlaken beziehungsweise Brig auf dem Abschnitt Bern-Spiez um drei Minuten wieder fast auf den früher üblichen Wert gekürzt, die gravierenden Nachteile des fehlenden Knotens Interlaken Ost hingegen in keiner Weise gemildert. Die vom Tourismus abhängige Region erhält zudem zusätzliche Konkurrenz, wird doch ab 2008 beispielsweise Saas Fee dank dem Lötschberg-Basistunnel von Bern, Zürich oder Basel aus gleich schnell erreichbar sein wie Grindelwald. Mit dem Knoten Interlaken Ost hingegen könnten die Fahrzeiten aus allen Regionen der Schweiz in die Jungfrauregion um 15 Minuten gekürzt und alle oben aufgeführten Probleme gelöst werden.
Die Konferenz fordert die SBB deshalb auf, alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Vollknoten Interlaken Ost im Sinne einer Übergangslösung so rasch als möglich mindestens teilweise zu realisieren.

Flughafen Bern-Belp
Die Pistenanpassung mit deren Verlängerung ist ein absolutes «Muss». Es kann eine volle Auslastung der bisherigen Flugzeuge erreicht werden. Durch die Pistenverlängerung entsteht weniger Lärm. Die Quartiere rund um Muri bei Bern können entlastet werden. Der Flughafen Bern-Belp erfüllt alle Umweltauflagen.
Die Konferenz erkennt, wie wichtig der Flughafen Bern-Belp für die Wirtschaft ist und stellt fest, dass die Regierung voll hinter dem Projekt der Pistenerweiterung steht. Die Konferenz beschliesst, hinter dem Ausbau und der Verlängerung der Pisten des Flughafens Bern-Belp zu stehen und befürwortet den Fluss von öffentlichen Geldern an dieses Projekt.

Dies und das
Die Konferenz liess sich orientieren über ...
...  die Tätigkeit des Vereins Swiss Alps 3000, wo ein Förderverein gegründet wurde zur Förderung der Wasserstofftechnologie. Es wäre begrüssenswert, wenn möglichst alle Gemeinden dem Förderverein beitreten und einen jährlichen Beitrag leisten würden.
...  die Arbeit des Tierschutzvereins Interlaken und Umgebung, wo acht Gemeinden bereits einen wiederkehrenden jährlichen Beitrag leisten. Die übrigen Gemeinden werden schriftlich angegangen, ob sie nicht auch beitreten wollen.
...  den Stand der Sponsoraktion für den Um- und Ausbau der Dialysestation im Spital Interlaken. Die Gemeinden werden ersucht, einen freiwilligen Beitrag nach ihren Möglichkeiten auszurichten.
...  den Stand der geplanten Radwanderroute am rechten Brienzerseeufer, wo Restkosten nun noch von angegangen Gemeinden möglichst unter dem Gedanken der Solidarität zu leisten sind.
...  die Aufgaben der Gemeinden über die Amts- und Vollzugshilfe.

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