aid/bns. Die Federführung für dieses Vorhaben im Bereich Spitzensport liegt laut einer Medienmitteilung bei den privaten Investoren, die Stadt sichere dabei planerische und politische Unterstützung zu. Für Anlagen des Nachwuchs- und des Breitensports behalte die Stadt die Federführung: Am kommenden 21. September entscheidet der Thuner Stadtrat über einen Rahmenkredit zur Schaffung dringend benötigter Rasenspielfelder: «Der Thuner Gemeinderat ist erfreut über die sich nun abzeichnende Lösung für die Realisierung eines neuen, superleaguetauglichen Fussballstadions: eine private Investorengruppe will das Stadion, das sie auf etwa 25 Millionen Franken veranschlagt, auf eigene Kosten beim Autobahnanschluss in Thun Süd erstellen.» Es handle sich dabei um ein reines Fussballstadion ohne Leichtathletikanlage und ohne zusätzliche Rasenspielfelder. Die Investorengruppe habe die Federführung in diesem Vorhaben. Die Stadt soll sich, so die gemeinsam an einer Medienkonferenz präsentierte Absicht, nicht an den Baukosten beteiligen, das Stadionbauland jedoch in einem unentgeltlichen Baurecht zur Verfügung stellen. In noch auszuhandelndem Rahmen soll sie sich zudem als Aktionär an der künftigen Stadion-Betriebs AG beteiligen und ein zinsloses Darlehen gewähren. Entschieden sei indes noch nichts: «Der Stadtrat und allenfalls die Stimmberechtigten werden über den vorgängigen Landabtausch, die nötige Umzonung, das Baurecht und die Beteiligungen der Stadt zu befinden haben.»
Grundsatz: Spitzensport bei privaten Investoren
Der Gemeinderat erachte die jüngsten Pläne für ein neues Stadion als grosse Chance für Thun, verlautet im weiteren: «Sie entspricht dem neu gefassten Grundsatz, dass die öffentliche Hand in Anlagen des Breiten- und des Nachwuchssportes investiert, die Finanzierung von Anlagen des gewinnorientierten Spitzensportes jedoch privaten Investoren überlässt.» Verbindliche Zusagen könne die Exekutive allerdings nicht leisten, da die Entscheide der finanzkompetenten Organe, des Stadtrates und der Stimmberechtigten ausstünden.
Kombination mit Einkaufszentrum
Ebenfalls geplant sei nach wie vor eine Kombination von Einkaufszentrum und Stadion, heisst es in der Medienmitteilung: «Die Investoren – die Frutiger AG, die Marazzi Generalunternehmung AG, die Jelmoli AG Immobilien und die FC Thun Betriebs AG – erachten dieses als unabdingbar, um die Rentabilität des Stadions zu sichern.» Unbestrittenes Ziel sowohl der Investoren als auch des Gemeinderates sei es, dass spätestens im März 2008 – wie vom Schweizerischen Fussballverband beziehungsweise der «Swiss Football League» gefordert – ein Baugesuch für das neue Stadion eingereicht werden kann.
Projekt Lachen wird nicht weiter verfolgt
Nicht weiter verfolgt werden soll das seinerzeit von der Marazzi Generalunternehmung AG vorgeschlagene Projekt «Lachenpark». Dieses habe ein neues Stadion am Standort Lachen sowie Wohnbauten und ein Hotel vorgesehen, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Eine nach der Abstimmung über Thun-Süd/Lachen durchgeführte repräsentative Umfrage hatte gezeigt, dass eine relativ dichte Überbauung mit hohen Gebäuden in diesem Erholungsgebiet am Seeufer wenig öffentliche Akzeptanz fände und auf grosse politische Widerstände stiesse.»
Leichtathletikanlagen: Lösung noch offen
Als gegenwärtig noch offen wird die langfristige Lösung für die heute ins Fussballstadion integrierten Leichtathletikanlagen insbesondere der Rundbahnen bezeichnet. Der Gemeinderat habe zur Kenntnis genommen, dass die Investorengruppe ein reines Fussballstadion ohne Leichtathletikanlagen plane. Vorerst soll deshalb weiterhin das Lachenstadion als Trainings- und Wettkampfanlage betrieben werden. Die Planung von Spitzensportanlagen im Bereich Leichtathletik hingegen werde separat angegangen: «Der Gemeinderat beabsichtigt, mit den interessierten Kreisen verschiedene Lösungsvarianten zu prüfen.»
Rasenspielfelder: Kredit für Sofortmassnahmen «Bei der Realisierung der dringend benötigten Rasenspielfelder für den Nachwuchs- und den Breitensport – gemäss dem am 12. Februar 2006 an der Urne abgelehnten Sportzentrumprojekt waren solche rund ums Stadion in Thun Süd vorgesehen – übernimmt die Stadt die Federführung», heisst es abschliessend. Der Gemeinderat beantrage dem Stadtparlament an der Sitzung vom 21. September einen Rahmenkredit von 3,6 Millionen Franken für Sofortmassnahmen. Damit sollen zwei bis drei Naturrasenfelder in Kunstrasenfelder mit Scheinwerferanlagen umgewandelt und zusätzlich eines bis zwei Naturrasenfelder gebaut werden: «Das langfristige weitere Vorgehen wird in einem Sportstättenkonzept festgelegt, das Ende 2007 vorliegen soll.»
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