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September 2006
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Am grossen Festumzug «200 Jahre Unspunnen» vom Sonntagvormittag durften selbstredend auch die berittenen Tellspiel-Darsteller nicht fehlen. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)
Unspunnenfest: Interlaken drei Tage folkloristischer Nabel der Schweiz

Zum neunten Mal seit dem Jahr 1805 hat von Freitag bis Sonntag in Interlaken das Unspunnenfest stattgefunden. Mit 3,89 Meter stiess der als Favorit eingestufte 35jährige Freiburger Markus Maire den 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein auf Unspunnenrekord. Er verfehlte aber seine eigene vor zwei Jahren am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Luzern aufgestellt Bestmarke von 4,11 Meter. Das traditionelle Unspunnenschwinget wurde von Martin Grab aus Rothenthurm gewonnen: Im Schlussgang bezwang er den als Favoriten geltenden Toggenburger Jörg Abderhalden.

Auf der Höhematte wurde am Sonntagvormittag der Steinstosswettkampf mit dem 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein ausgetragen. Bild: Auch der achtfache Schweizermeister im Kugelstossen Marc Sandmeier versuchte sich im Steinstossen: Rang 4.

Zu dem dreitägige Trachten- und Alphirtenfest kamen nach Angaben der Veranstalter an Aktiven rund 5000 Trachtenleute, 2000 Jodler sowie 200 Schwinger und Steinstösser nach Interlaken. Die Gesamtzahl der Festbesucher wurde am Sonntagabend mit 120 000 angegeben. Die 200-Jahrfeier des traditionellen schweizerischen Folkloreanlasses war nach den Unwettern im August 2005 – siehe auch Unspunnenfest Interlaken um ein Jahr verschoben vom Donnerstag 25. August 2005 – auf dieses Jahr verlegt worden. Das nächste Unspunnenfest soll deshalb bereits in elf Jahren stattfinden. Das Wetter zeigte sich über das vergangene Wochenende von einer versöhnlichen Seite: An den drei Tagen vom 1. bis 3. September 2006 stiessen in Interlaken starke Männer den 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein, massen sich im Schwingen, Frauen, Männer und Kinder in Trachten aus verschiedenen Landesteilen tanzten, musizierten, sangen und jodelten.

Als Höhepunkt des dreitägigen Trachten- und Alphirtenfestes fand am späteren Sonntagvormittag ein grosser Festumzug «200 Jahre Unspunnen» statt.

Auf dem Festgelände Unspunnen standen am Sonntagnachmittag unter anderem eine Jubiläums-Festaufführung mit einer Rede von Bundesrat Samuel Schmid sowie ein kleiner Festakt im Schwingareal mit einer Kurzansprache von Regierungsrat Werner Luginbühl auf dem Programm, ehe die Schwinger zum Schlussgang anzutreten hatten. Bundesrat Samuel Schmid führte in seiner Festansprache aus, auch heute gebe es nicht weniger Gründe, sich über die Gräben und die politischen Grenzen hinweg die Hand zu reichen und den Dialog zu pflegen. Er erinnerte daran, das Unspunnenfest im Jahr 1805 sei ein Versuch gewesen, das durch Fremdherrschaft und politische Instabilität geprägte Land wieder zu einigen.

Ein Träger der Aargauer Bauerntracht. Bild rechts: Am ersten eidgenössischen Nachwuchsschwingertag Unspunnen stiegen die Junioren in die Hosen, ehe am Sonntag die ganz Bösen vor der imposanten Kulisse der Jungfrau gegeneinander antraten.

Vier Kinder in Brienzer Sonntagstracht, ganz rechts eines in Frutiger Werktagstracht. – Bild rechts: Schweizermeisterschaft im Steinstossen – Organisationskomiteepräsident Ueli Bettler freut sich zusammen mit einem Teilnehmer aus dem Kanton Zürich über den gelungenen Auftakt zum Unspunnenfest am Freitagnachmittag auf der Höhematte.

6. Kinderjodlertreffen des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbandes am Samstag im Rahmen des Unspunnenfestes in der Aula der Sekundarschule Interlaken. – Bild: «Wyssi Burg» aus Erlenbach im Simmental.
Allein zum Festumzug erwarteten die Organisatoren an die 70 000 Zuschauer. – Bild rechts: Vier Mädchen in Toggenburger Werktagstracht.
Unter viel anderer Prominenz am Unspunnenfest in Interlaken gesehen ...

Ex-Botschaftergattin Shawne Borer-Fielding und Roland-Bernhard Trauffer, Generalvikar des Bistums Basel. – Rechts: Flaniert von zwei Trachtenfrauen: Der Generalstabschef der Schweizer Armee, Korpskommandant Christoph Keckeis.
Auch die Berner Kantonsregierung gab sich am Unspunnenfest die Ehre. Auf dem Bild von links nach rechts: Finanzdirektor und Vizepräsident des Regierungsrates Urs Gasche; Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer, Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher sowie Polizei- und Militärdirektor Hans-Jürg Käser.
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