Teilbereich Leder/Uniformen der Materialsammlung in Thun. (Bilder zvg)
Dem Direktor des Bundesamtes für Kultur Jean-Frédéric Jauslin wurde eine gleichlautende Forderung überreicht, die von 23 Verbänden und Organisationen mit mehreren 10 000 Mitgliedern unterzeichnet worden ist: «In das derzeit auszuarbeitende nationale Museumskonzept gehört auch ein Armeemuseum!» In dem Aufruf wird die Integration eines künftigen Schweizer Armeemuseums in das nationale Museumskonzept gefordert. Unterzeichnet ist der Aufruf von 23 Verbänden und Organisationen, die über 50 000 Mitglieder vertreten. Hintergrund der Aktion sind die geplanten Massnahmen des VBS in bezug auf den Erhalt von historischem Militärmaterial.
Aktuelle Situation
Das VBS steht laut einer Medienmitteilung unter starkem Spardruck – finanziell, personell und auch in bezug auf beanspruchte Liegenschaften. Als Folge davon wolle das VBS das bisher als zu erhaltend eingestufte historische Armeematerial massiv reduzieren.
Teilbereich Oldtimer-Fahrzeuge.
Da der Verein Schweizer Armeemuseum (Vsam) im Auftrag des VBS dieses Material betreue, sei er direkt von den geplanten Massnahmen betroffen – der Weiterbestand des Vereins mit knapp 3000 Mitgliedern könnte dadurch in Frage gestellt werden. Für das der Nachwelt zu erhaltendes Material sollen primär zwei Hallen im AMP Burgdorf zur Verfügung stehen, das heisst eine Mengenreduktion von zwei Drittel des heutigen Bestandes. Nur noch Einzelstücke von «epochaler Bedeutung» sollen eingelagert werden, jedoch der Öffentlichkeit nicht zugänglich sein: «Diese Massnahmen würden den Erhalt und den weiteren Aufbau der systematischen Sammlung (die via Leistungsvereinbarung VBS-Vsam geregelt ist) nicht mehr ermöglichen.» Aus der Sicht des Vereins Schweizer Armeemuseum «Der Vorstand des Vsam ist sich bewusst, dass ein Armeemuseum, wie bisher anvisiert, in der heutigen Situation nicht realisierbar ist. Aufgrund der neuen Strategie des VBS soll das Schwergewicht unserer Aufgabe deshalb – wie es schon in den letzten Jahren der Fall war – beim Aufbau und der Pflege der Systematischen Sammlung liegen. Bruno Maurer, Präsident des Vereins Schweizer Armeemuseum Thun
Wir halten klar an der Idee einer Systematischen Sammlung zuhanden der Nachwelt fest. Die Sammlung – mit Schwerpunkt in Thun aufgebaut – betrifft ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Grundlagen für unsere Arbeit sind die gültigen Weisungen des Generalstabschefs vom 30. April 2000 und die Leistungsvereinbarung zwischen Generalstab und Verein Schweizer Armeemuseum (Vsam) beziehungsweise Generalstab (GST) und Bundesamt für Betriebe Heer (BABHE) vom 1. Juli 2001. Die Reduktion auf Material von epochaler Bedeutung ist aus unserer Sicht problematisch. In diesem Sinn wurden auch die Vereinsmitglieder an der Jahresversammlung Ende April informiert. Niemand kann heute verbindlich sagen, was morgen von Bedeutung sein wird. Der Vsam-Vorstand wird für den Erhalt und weiteren Aufbau dieser Systematischen Sammlung kämpfen. Dabei ist unbestritten, dass nicht durch blinde Sammelwut alles aufbewahrt werden soll. Die Triage soll jedoch auf wissenschaftlicher Basis durch Experten erfolgen. Es darf aber nicht sein, dass rein aufgrund betriebswirtschaftlicher und quantitativer Vorgaben historisches Material liquidiert wird und damit unwiederbringlich verloren geht. Der Vsam hat zudem dem VBS bereits Vorschläge für den Abbau von überzähligem Material unterbreitet, bisher ohne Reaktion.» Der
Standpunkt des Vsam
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Der Verein Schweizer Armeemuseum hält am Projekt einer systematischen Sammlung des historischen Armeematerials zuhanden der Nachwelt fest. |
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Die bisher zusammengetragene Sammlung stellt ein Kulturgut von nationaler Bedeutung dar; sie ist ein wesentlicher Teil der «Hardware» unserer Geschichte. |
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Eine Reduktion auf Material von sogenannt epochaler Bedeutung ist problematisch. Niemand kann heute verbindlich sagen, was morgen wirklich von Bedeutung sein wird. |
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Die Grundlagen für die Arbeit des Vsam sind die nach wie vor gültigen Weisungen des Generalstabschefs beziehungsweise die bestehende Leistungsvereinbarung. |
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Der Vorstand wird sich mit Überzeugung für den Erhalt und weiteren Aufbau der heutigen Sammlung einsetzten. Eine Triage darf nur auf fachlich und wissenschaftlicher Basis und durch Experten erfolgen. |
Die Tätigkeit des Vereins
Der Verein Schweizer Armeemuseum betreut laut Medienmitteilung seit Jahren das historische Material des Heeres. Schwerpunkt der Lager, Werkstätten und Sammlungsteilen sei dabei derzeit Thun: «In der ehemaligen Pferderegieanstalt Schwäbis/Logistikcenter Thun sind die Sammlungen auf Anfrage und in geführten Gruppen zu besichtigen.» Im letzten Jahr seien über 80 Gruppen mit total rund 1500 Besuchern empfangen worden. Gezeigt werden könnten Oldtimer-Fahrzeuge, Uniformen und Kopfbedeckungen, Lampen und Laternen, Artilleriegeschütze und so0 weiter. Für Besucher im Aufbau seien derzeit die Sammlungen Panzerabwehr und Fliegerabwehr sowie Maschinenwaffen.
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