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Dienstag, 24. August 2004
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Thuner Gemeinderat lanciert Kampagne gegen das Kiffen

sth/bns. «Kiffen schon mit 12? – wir schauen nicht weg!» Mit diesem Motto wendet sich der Thuner Gemeinderat in einer Plakatkampagne an Eltern, deren Kinder kiffen. Ziel ist es, aufzurütteln und aufzuzeigen, dass Kiffen und Rauchen besonders für junge Menschen eine Gesundheitsgefährdung darstellen. Eltern sollen sich der Kinder, die mit dem Kiffen vermeintlich Schul- und andere Probleme zu bewältigen versuchen, vermehrt annehmen.

Antikiff-Plakate beim Aarezentrum in Thun. (Bild Peter Schmid)

Der Thuner Gemeinderat will laut einer Medienmitteilung mit seiner Kampagne nicht erreichen, dass die jungen Konsumenten bestraft würden: «Vielmehr sollen Eltern und Erziehungsberechtigte mit jenen Jugendlichen das Gespräch suchen, die in Problemen oder Schwierigkeiten stecken und die mit ihrem Konsum signalisieren, dass sie Hilfe benötigen.» Alle seien aufgefordert, nicht wegzuschauen, sondern das Gespräch aufzunehmen und allenfalls fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Gemeinderat der Stadt Thun möchte mit dieser Aktion erreichen, dass zumindest Kinder und Jugendliche nicht zu Cannabis greifen, heisst es im weiteren: «Er ist sich dabei bewusst, dass die Herstellung, der Handel, der Erwerb und der Konsum von Cannabis generell verboten sind.» Da die Durchsetzung dieses Verbotes jedoch nicht nur in Thun und in der Schweiz wenig realistisch sei, sondern weltweit, versuche der Gemeinderat, bei den Eltern Überzeugungsarbeit zu leisten. Aus Sicht der Gesundheitsfachleute seien besonders junge Menschen gefährdet, weil sie in der Entwicklung stünden und deshalb bereits vielerlei psychischen Belastungen ausgesetzt seien: «Und nicht nur das Kiffen ist problematisch, sondern auch das Rauchen und der Konsum von Alkohol.»

«Rund 25 Prozent der Jugendlichen ab 14 Jahren trinken regelmässig Alkohol, rauchen Zigaretten und konsumieren Cannabis», wird in der Medienmitteilung erinnert. Diese Zahlen seien in den letzten Jahren stetig und stark angestiegen. Dem Thuner Gemeinderat bereite diese Entwicklung grosse Sorgen. Er habe deshalb die Anregung des von «Contact» Thun-Oberland und der städtischen Koordinationsstelle für Gesundheits- und Suchtfragen im Herbst letzten Jahres durchgeführten «Runden Tisches Cannabis» aufgenommen und durch eine Arbeitsgruppe eine Plakatkampagne ausarbeiten lassen. Unter dem Motto: «Kiffen schon ab 12? – wir schauen nicht weg!» soll diese Kampagne aufrütteln.

Die Plakataktion startet laut Medienmitteilung diese Woche und soll bis Ende September dauern: «Auf öffentlichen Plakatwänden, in den Bussen der STI und mittels Postkarten werden Eltern und andere Erziehungsberechtigte durch den Gemeinderates aufgefordert, nicht einfach wegzuschauen, wenn ihr Kind Cannabis konsumiert.» Auf den Postkarten finde sich zudem die Adresse der Jugend-, Eltern- und Suchtberatungsstelle «Contact» Thun-Oberland, an die man sich bei Fragen wenden kann. Die Plakat- und Postkartenkampagne koste 26'000 Franken. Sie könne aus den laufenden Budgets der Koordinationsstelle für Gesundheits- und Suchtfragen und der städtischen Jugendarbeit finanziert werden.

Information oder Beratung zu Cannabis: Jugend-, Eltern- und Suchtberatungsstelle «Contact» Thun-Oberland, Scheibenstrasse 3, 3600 Thun, Telefon 033 225 21 21 / E-Mail administration@contact-thun.ch – Neuanmeldungen werktags 14 bis 16 Uhr (ausser Donnerstags). Die Fachleute von «Contact» unterstehen der Schweigepflicht. Die Beratungen sind kostenlos.

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