|
Freitag, 11. Juni 2004
|
zurück zur aktuellen Frontseite
|
Die reinrassigen «Grönländer» werden zu Schlittenfahrten für Touristen auf dem Aletschgletscher eingesetzt. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)
Buchpräsentation am Eigergletscher: Haltung von Hunderudeln
ds/pvr. Die Tierbuchautorin und Fotojournalistin Inge Röger-Lakenbrink hat ihre eigenen Erfahrungen und die Erkenntnisse aus Gesprächen mit Hundebesitzern und Fachleuten in ein Buch mit dem Titel «Rudelhaltung – vom Leben mit mehreren Hunden» einfliessen lassen. Das vom deutschen «Kynos Verlag» herausgegebene Buch ist am Freitag im Rahmen einer Besichtigung der Polarhundekolonie der Jungfraubahn auf dem Joch und beim Eigergletscher präsentiert worden.
Die Autorin Inge Röger-Lakenbrink und der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Jungfraubahnen Holding AG, Walter Steuri an der Präsentation des Buches von «Rudelhaltung – vom Leben mit mehreren Hunden».
Inge Röger-Lakenbrink will mit dem Buch Entscheidungshilfen geben, wann man sich auf eine Mehrhundehaltung einlassen sollte und wann besser nicht. Das Buch soll aufzeigen, was bei der Zusammenstellung des Rudels, bei der Haltung oder der Erziehung zu beachten sei und lasse auch Anregungen zu vielseitiger Freizeitgestaltung mit dem Rudel nicht zu kurz kommen. Längst seien es nicht mehr nur Züchter oder Schlittenhundeführer, die mit einem ganzen Hunderudel lebten, sondern auch «normale» Hundehalter dächten zunehmend über einen Zweit- oder Dritthund nach. Oder man sei durch Zufall auf mehr als einen Hund gekommen und müsse sich Gedanken machen, wie man den Alltag reibungslos organisiere. Verantwortung und Kompetenz des Hundehalters seien gerade bei mehreren Hunden heute mehr gefragt denn je, «um in unserer immer weniger Freiraum bietenden Gesellschaft nirgends anzuecken und sowohl Tieren als auch Menschen gerecht zu werden».
Thomas Kernen, Leiter der Polarhundekolonie auf dem Eigergletscher zusammen mit der Buchautorin Inge Röger-Lakenbrink. Ganz rechts im Bild von einem «Grönländer» leicht verdeckt Daniela Linder, Mitglied des dreiköpfigen Hundebetreuungsteams.
Weil das 140 Seiten starke und mit rund 120 Fotos illustrierte Buch auch auf die Beschäftigung mit Schlittenhunden eingehe, war nach Angaben der Autorin die Polarhundestation der Jungfraubahn auf dem Eigergletscher auf 2320 Meter über Normalnull für die Präsentation der Neuerscheinung gewählt worden. Ursprünglich sollen die ersten sechs der seltenen Grönlandhunde als Arbeitstiere während des Bahnbaus gedient haben.
Die Hundebetreuerin Daniela Linder mit zwei ihrer Schützlinge auf dem Aletschgletscher.
Die ersten Grönlandhunde waren nach Angaben der Jungfraubahn durch die Vermittlung des norwegischen Polarforschers Roald Amundsen im Jahr 1915 in die Schweiz gelangt. Die Tiere seien bei jeder Witterung zum Transport von Lebensmitteln und der Post für die Bauarbeiter am Berg eingesetzt worden. Seitdem lebten die «Grönländer» – mittlerweile dreissig Exemplare in verschiedenen Rudeln – schon in mehreren Generationen am Eigergletscher auf einer Höhe von fast 2300 Meter über Meer. Die Betreuer der
anerkannten Zuchtstätte setzten – früher wie heute – ihre reinrassigen «Grönländer» auch zu Schlittenfahrten für Touristen auf dem Aletschgletscher ein. Darüber hinaus nähmen diese kräftigen und ausdrucksstarken nordischen Hunde an nationalen Schlittenhunderennen erfolgreich teil. Im Sommer sind die Hunde nach Angaben der Jungfraubahn täglich auf dem Joch
(3454 Meter über Normalnull). Zwei Gespanne mit bis zu zwölf Hunden stünden abwechslungsweise für Schlittenfahrten im Einsatz. Bei schlechtem Wetter seien sie in der Sphinxhalle zu sehen.
Inge Röger-Lakenbrink: Rudelhaltung – vom Leben mit mehreren Hunden, Kynos Verlag Dr. Fleig GmbH. Gebundene Ausgabe. ISBN 3933228867.
Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch)
Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64
Mobile +41 79 427 45 78 / Wohnung privat +41 33 821 10 60 / Postcheckkonto 40-71882-7
Zurück an den Seitenanfang
|