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Mittwoch, 1. Dezember 2004
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Regionalbanken: Neue IT-Partner sind bestimmt

pd/bns. Die per Ende 2005 aus der RBA Holding austretenden Regionalbanken – darunter die AEK Thun 1826, die BBO Bank Brienz Oberhasli, die Ersparniskasse des Amtsbezirks Interlaken sowie die Spar- und Leihkasse Frutigen – haben laut einer Medienmitteilung im Ablösungsprozess einen wichtigen Meilenstein erreicht: «Die neuen IT-Partner sind bestimmt.»

Künftig werden laut der Medienmitteilung die Institute mit Software der Finnova AG arbeiten. Als Partner für die Implementierung sei die «Business Solution Group» bestimmt worden; für den Systembetrieb und das Rechenzentrum werde die «Swisscom IT-Services» zuständig sein. Bis anhin habe der Zeitplan eingehalten werden können – Ziel sei es, die Migration per Ende 2005 abzuschliessen.

Ende Juni dieses Jahres – siehe auch «Auch rechtliche Eigenständigkeit zunehmend in Frage gestellt» / Weitere zehn Banken kündigen den RBA-Aktionärbindungsvertrag vom Montag, 28. Juni 2004 – hatten nach der AEK Thun und der Regiobank Solothurn weitere zehn Banken – AEK Schwarzenburg, Bank EEK Bern, BBO Bank Brienz Oberhasli, Bezirkssparkasse Dielsdorf, DC Bank Bern, EKR Ersparniskasse Rüeggisberg, Ersparniskasse des Amtsbezirks Interlaken, Spar- und Leihkasse Bucheggberg in Lüterswil, Spar- und Leihkasse Frutigen sowie Spar und Leihkasse Gürbetal in Mühlethurnen – ihren Aktionärbindungsvertrag mit der RBA Holding per Ende 2005 gekündigt. Als Gründe für den Austritt wurden «zunehmende Zentralisierungstendenzen innerhalb der RBA-Gruppe und der damit verbundenen Autonomieverlust für die einzelnen Banken» angeführt.

Nach einer eingehenden, von allen aus der RBA Holding austretenden Banken getragenen Evaluationsphase stünden die neuen IT-Partner fest, heisst es in der jüngsten Medienmitteilung. Die Spar- und Leihkasse Gürbetal, Mühlethurnen und die DC Bank, Bern, würden sich laut Medienmitteilung als einzige der aus der RBA Holding austretenden Banken der Wahl der genannten IT-Partner nicht anschliessen: «Konsequenterweise treten sie deshalb aus der ‹Esprit›-Projektorganisation aus.»

Mit der Finnova AG sei eine anerkannte, mehrfach erprobte und flexible Bankensoftware gewählt worden: «Die modulare Gesamtlösung für Universal- und Privatbanken wurde von der Finnova AG in Zusammenarbeit mit Kantonal- und Privatbanken entwickelt und ist seit 2003 erfolgreich im Einsatz.» Die integrierte Gesamtlösung weise einen sehr breiten Funktionsumfang auf. Mit den verfügbaren Modulen könnten die Bedürfnisse der Regionalbanken bei gleichzeitiger Berücksichtigung individueller Anforderungen weitgehend abgedeckt werden. Die Lösung soll bei den Banken möglichst standardisiert eingeführt und betrieben werden, was Zeit und Kosten spare. Um die Zusammenarbeit mit Finnova möglichst optimal zu gestalten, sollen Vertreter der Banken in verschiedenen Gremien der Finnova mitarbeiten: «Wie bekannt wurde, haben sich bereits weitere Ostschweizer Kantonalbanken für die Finnova-Software entschieden und werden nach den Regionalbanken migrieren.»

Implementierung, Systembetrieb und Rechenzentrum

Als Implementierungspartner wurde laut Medienmitteilung die Zürcher «Business Solutions Group» bestimmt, ein erfahrener IT-Anbieter, der massgeschneiderte Lösungen plane, entwickele, implementiere und betreibe. Das Unternehmen soll die Einführung der neuen Lösung für die Banken übernehmen. Mit dem Systembetrieb und dem Betrieb des Rechenzentrums werde die Swisscom IT-Services beauftragt. Dies garantiere eine optimale Flexibilität für die einzelnen Banken: «Die Tochtergesellschaft der Swisscom mit Sitz in Bern-Ostermundigen verfügt über umfangreiche Kompetenzen und langjährige Erfahrung in der Finanzbranche.»

Projektorganisation

Die Banken hätten unter dem Namen «Esprit» eine Projektorganisation gebildet, die sich mit sämtlichen rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Aspekten während der Ablösungsphase von der RBA Holding befasse, geht aus der Medienmitteilung im weiteren hervor: «Als Projektleiter wurden Markus Boss, Regiobank Solothurn, und Remo Häcki, AEK Thun 1826, bestimmt.» Die Projektverantwortlichen stünden sowohl zur RBA Holding als auch zur Eidgenössischen Bankenkommission in laufendem Kontakt, um eine möglichst reibungslose Übergangsphase zu garantieren. Durch die Wahl derselben Vertragspartner für alle beteiligten Banken könne Synergiepotential optimal genutzt werden. Markus Boss: «Alle Banken haben im Analyse- und Evaluationsprozess sehr eng zusammengearbeitet, so dass jedes Institut seine Entscheidung in einer vernünftigen Frist autonom fällen konnte». Der Ablösungsprozess von der ursprünglich als Gemeinschaftswerk aller Regionalbanken gedachten RBA Holding sei eine komplexe Aufgabe, der zielorientiert begegnet werden müsse– nur mit enger Kooperation könne er stetig vorangetrieben werden.

Das weitere Vorgehen

In Zusammenarbeit mit der RBA Holding und den IT-Partnern soll nun ein detaillierter Migrationsplan für alle Banken erstellt werden, heisst es abschliessend: «Die mit der Migration betrauten Mitarbeiter werden mit ihrer Arbeit anfangs Dezember an einem zentralen Standort beginnen, um die anfallenden Aufgaben optimal koordinieren zu können.» Ziel sei es, sämtliche Migrationsarbeiten bis Ende 2005 abzuschliessen.

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