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Montag, 20. Dezember 2004
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Hilfe für Bulgarien: 200 Tonnen Material aus dem Spitalbereich

vwk/bns. An die 200 Tonnen Hilfsmaterial wie Röntgenanlagen, Spitalbetten und Rollstühle haben unlängst Interlaken Richtung Tryavna in Zentralbulgarien verlassen. Das Material wurde von der «Renov»-Werkstätte – einem Beschäftigungsprogramm der Volkswirtschaftskammer Berner Oberland (VWK) für Stellenlose in der ehemaligen Kammgarnspinnerei in Interlaken – instandgestellt.

Insgesamt wurden rund 200 Tonnen Material vorwiegend aus dem Spitalbereich nach Bulgarien verfrachtet. (Bild zvg)

Heinrich Stäger, der für die Lieferung des Hilfsmaterials nach Bulgarien verantwortliche Leiter der «Renov»-Werkstätte, kläre jeweils zuerst bei den zuständigen Verantwortlichen in Bulgarien die Bedürfnisse ab, heisst es in einer Medienmitteilung. Erst dann sammle er aus verschiedenen Spitälern und Pflegeheimen brauchbare Gegenstände, die er dann mit seinem zurzeit 24köpfigen Team wieder instandstelle. Heinrich Stäger: «Ich suche in der ganzen Schweiz nach Gegenständen, die wir reinigen, renovieren, überarbeiten und funktionstüchtig machen.» Stäger zeige sich immer wieder erstaunt, wie viel Material da zusammenkomme. Auch neuwertige Ware wie vakuumverpackte Spritzen seien darunter. Hochwillkommen seien in Bulgarien auch Röntgengeräte, Diagnostikgeräte und vieles mehr. Neben medizinischen Geräten würden aber auch Polstergruppen, Schürzen, Windeln und anderes nach Bulgarien geschickt.

Motivation auch für Arbeitslose

Stellenlose, die im Beschäftigungsprogramm der Volkwirtschaftskammer Berner Oberland integriert seien, fänden bei solchen Hilfsaktionen eine sinnvolle Tätigkeit, heisst es in der Medienmitteilung. Zudem gibt es laut Stäger auch einen psychologischen Hintergrund. Stellenlose könnten tatkräftig Leuten helfen, deren Lebenssituation noch schwieriger sei: «Stellenlose werden dort mit handwerklichen Tätigkeiten beauftragt, um ihnen einen sinnvollen Lebensinhalt und Tagesstrukturen zu geben.» In den «Renov»-Werkstätten würden Geräte und Einrichtungen, die sonst in der «Mulde» landeten, für den Export an Hilfswerke in Osteruropa und Afrika instandgestellt. Stäger ist laut Medienmitteilung überzeugt, dass die Arbeit der «Renov»-Werkstätte in nächster Zeit nicht ausgehen werde. Bei ihnen treffe immer wieder gutes Material ein, welches in einem osteuropäischen Land sicher gebraucht werde. Erst kürzlich seien rund 80 Uniformen der Stadtmusik Unterseen in Aussicht gestellt worden, was in einem weniger privilegierten Land sicher noch viel Freude bereiten werde.

Zusammenarbeit von VWK und lokaler Industrie

«Wenn die Volkswirtschaftkammer Berner Oberland mit der lokalen Industrie zusammenspannt, entstehen interessante Projekte», verlautete im weiteren. Massgeblich bei der Abwicklung mitgeholfen habe Beat Fuchs von der Zobo AG Brienz. Er pflege Geschäftsbeziehungen zu Bulgarien und habe dafür gesorgt, dass die Ladung auch wirklich bei den Bedürftigen ankomme. Auch als früheres Mitglied des Gemeinderates von Brienz habe Fuchs Beziehungen zu Bulgarien unterhalten: Beispielsweise habe die Gemeinde Brienz vor Jahren mitgeholfen, das Dach eines Pflegheims zu sanieren. Zudem habe die Zobo AG eine kleine Fabrik in Bulgarien aufgebaut: «Fuchs ist somit ein Kenner dieses Landes, welches nach wie vor auf die karitative Unterstützung des Auslandes angewiesen ist.» Joe Weber, Beschäftigungsprogrammleiter der Volkswirtschaftskammer Berner Oberland: «Dank Beziehungen von Industriepartnern können wir sichergehen, dass das Material auch wirklich am richtigen Ort ankommt. Wir streben intensivere Partnerschaften mit der lokalen Industrie an. Das Beispiel hat gezeigt, dass wir so noch effizienter arbeiten können.»

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