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Montag, 21. Dezember 2004
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| Eine auf dem Interlakner Hausberg über dem Hardermannli (untere Hälfte der Bildmitte) von «Lothar» in den Wald geschlagene Schneise ist noch lange nicht verheilt. (Archivbild Peter Schmid) |
Fünf Jahre nach «Lothar» – Aufräumarbeiten in der Endphase
aid/bns. Fünf Jahre nachdem der Orkan «Lothar» am 26. Dezember 1999 in den Berner Wäldern verheerende Schäden hinterlassen hat, ist die Schadenbewältigung in der Endphase. Infolge der ausserordentlichen Witterung des Jahres 2003 konnte laut einer Medienmitteilung die Bekämpfung der Borkenkäfer nicht wie geplant in vier Jahren abgeschlossen werden: «Zum Schutz der wichtigen Schutzwälder im westlichen Berner Oberland müssen gezielte Sondermassnahmen in diesem Gebiet auch im Jahre 2005 weitergeführt werden.»
Das Ziel der staatlichen Massnahmen, der Schutz und die Erhaltung der nach dem Orkan noch intakten Wälder – so die Bilanz von Volkswirtschaftsdirektorin Regierungsrätin Elisabeth Zölch-Balmer und von Kantonsoberförster Heinz Balsiger über die Bewältigung der Sturmschäden – sei weitgehend erreicht worden: «Die dabei gewählte Strategie mit Zonenbildung bewährte sich insgesamt gut.» Über Jahre hätten die Betroffenen an der Schadenbewältigung gearbeitet. Sie seien dabei vom Kanton in finanzieller und in organisatorischer Hinsicht unterstützt und beraten worden. Das Ziel habe später aufgrund der Massnahmen im Rahmen der «Strategischen Aufgabenüberprüfung des Regierungsrates» (SAR) auf die Erhaltung der wichtigsten Schutzwälder fokussiert werden müssen: «Die schwierigsten Bedingungen bestanden diesbezüglich im westlichen Oberland, wo insbesondere nach dem klimatisch extremen Jahr 2003 auch wichtige Schutzwälder wie Grubenwald und Betelried flächig vom Borkenkäfer befallen wurden.»
Über die Spezialfinanzierung «Lothar» des Kantons standen laut Medienmitteilung 61,2 Millionen Franken zur Verfügung. Zusätzlich seien 98,3 Millionen Franken Bundesbeiträge ausbezahlt worden. Die im Kanton Bern eingesetzten Bundesmittel entsprächen – bezogen auf die Sturmholzmenge – exakt dem Durchschnitt aller Kantone: «Gemäss der Zielsetzung wurde der Hauptanteil der Mittel für die Aufrüstung des Sturmholzes als Vorbeugung und in der Folge für die direkte Bekämpfung der Borkenkäferschäden eingesetzt.» Die zielgerichtete Umsetzung aller Massnahmen sei nur dank dem unermüdlichen Einsatz der Waldbesitzer, der Waldarbeiter, der Forstunternehmer und des Forstdienstes, aber auch der vielen privaten Organisationen möglich gewesen. – Aus der Bewältigung der «Lothar»-Schäden – siehe auch Der Schlussbericht über den Orkan «Lothar» liegt vor vom
Dienstag, 30. März 2004 – können laut Medienmitteilung folgende Lehren gezogen werden:
• Natürliche Abläufe sind nur beschränkt planbar. Insbesondere die Entwicklungsdynamik und das Verhalten der Borkenkäfer bleiben schwer vorhersehbar. Die Käfer schwärmten gebietweise weiter als angenommen. Bei kommenden Ereignissen wird die Zonenbildung grossflächiger vorgenommen werden müssen.
• Kleine Schäden im intakten Wald, sogenannte Streuschäden, sind für die Käferausbreitung viel gefährlicher als flächige Schäden. Bei der Sturmholzaufrüstung galt der Grundsatz, die Streuschäden vor den Flächenschäden aufzurüsten. Der Grundsatz ist in der Praxis schwierig umzusetzen und muss bei kommenden Ereignissen noch konsequenter angegangen werden.
• Für die Wiederbewaltung der Schadenflächen wurden neue Wege beschritten. Anstelle von grossflächigen Kulturen wurde vor allem auf die Erneuerungskraft der Natur gesetzt. Viele Beispiele erfolgreicher Naturverjüngung bestätigen die gewählte Strategie.
• Für die Bewältigung der Folgen eines Sturms sind eine effiziente Vermarktung und ausreichende Verarbeitungskapazität nötig. Dazu hat auch der Kanton Bern in den letzten Jahren seine Strukturen fit gemacht. Das Amt für Wald wurde in zwei Schritten reorganisiert und hat 82 seiner Stellen entsprechend 40 Prozent des gesamten Personalbestandes des
kantonalen Amtes für Wald (KAWA) abgebaut.
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
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