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Mittwoch, 1. Dezember 2004
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Der Tempo-30-«verkehrsberuhigte» Höheweg in Interlaken mit den Hotels Victoria-Jungfrau und dem Hotel Metropole (hinten links im Bild). (Archivbild Peter Schmid)

Interlakner Hotellerie mit dem besten Sommerresultat seit fünf Jahren

ds/pvr. Wie bereits die Halbjahresbilanz 2004 ist auch die diesjährige Sommersaison für Interlaken positiv ausgefallen: Von Mai bis Oktober 2004 konnte mit 520'440 Hotelübernachtungen – das beste Resultat seit 1999 – gegenüber der Vorjahressaison eine Steigerung um 15 Prozent erzielt werden werden.

Mitgliederversammlung im Casino-Kursaal. Am Vorstandstisch von links nach rechts: Rolf Widler Präsident AG Marketing, Peter Graf, Präsident des TFA-Veranlagungsorgans und am Rednerpult TOI-Präsident Werner Affentranger. (Bild Dora Schmid-Zürcher)

Mit 520'440 Logiernächten (Hotellerie) konnte nach Angaben der Tourismusorganisation Interlaken (TOI) in der diesjährigen Sommersaison (Mai bis Oktober) ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichnet werden. Wie erwartet habe der Aufwärtstrend der wichtigen Überseemärkte angehalten. Die USA hätten mit 56'940 Besuchern um 51,9 Prozent gegenüber dem Vorjahressommer zugelegt und Japan habe mit 58'446 Besuchern ein Plus von 24 Prozent verzeichnet.

Ein leichter Aufwärtstrend sei auch in den für Interlaken wichtigen Märkten Grossbritannien (+17 Prozent) und Deutschland (+ 5,7 Prozent) zu spüren gewesen: «Indien verzeichnet als einziger Hauptmarkt einen leichten Logiernächterückgang von minus 3,2 Prozent in der diesjährigen Sommersaison.» Weiterhin wird die Rangliste der Nationen nach TOI-Angaben mit einem Anteil von 25 Prozent an der Gesamtlogiernächtestatistik von der Schweiz. Der inländische Markt sei mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent gegenüber der Vorjahressaison sehr stabil. Nach der Schweiz folgten die Märkte Grossbritannien mit 17 Prozent sowie Deutschland und die USA mit je 11 Prozent Anteil.

Saison
1999
2000
2001
2002
2003
2004 
Logiernächte
470'509 504'672
447'137 451'954 452'8l2 520'440

Das beste Resultat seit fünf Jahren

Vergleich Logiernächtestatistik 1999 bis 2004 (Hotellerie).

Die Vorbedingungen zu Beginn des Jahres 2004 hätten die Touristiker zuversichtlicher gestimmt als ein Jahr zuvor, erinnerte TOI-Präsident Werner Affentranger am Dienstagabend an der Mitgliederversammlung der Tourismusorganisation Interlaken im Casino-Kursaal. Das Jahr 2003 sei ein ‹annus horribilis› auch für den weltweiten Tourismus gewesen. Die Lungenkrankheit SARS habe in Teilen der Welt, im besonderen in Asien den Tourismus und die Reisetätigkeit weitgehend unmöglich gemacht und der Irakkrieg mit all seinen negativen Einflüssen und Auswirkungen habe vor allem die Gäste aus den USA von Reisen abgehalten. «Wir dürfen heute auf gute Wintermonate 2003/2004 und auf eine gute Sommersaison 2004 zurückblicken, die uns eine Steigerung von 91'000 Logiernächten oder eine Zunahme von 15 Prozent zwischen Januar 2004 und 31. Oktober 2004 im Vergleich zu denselben Monaten im Jahr 2003 brachte – das beste Logiernächteresultat in den vergangenen fünf Jahren.»

Erstmals mit Tourismusförderungsabgabe budgetiert

TOI-Präsident Werner Affentranger wies darauf hin, es sei die erste Mitgliederversammlung, an der im Voranschlag der Tourismusorganisation Interlaken für das kommende Jahr die Einnahmen der Tourismusförderungsabgabe (TFA) budgetiert werden dürften: «Ich kann Ihnen versichern, dass wir, Interlaken Tourismus mit allen Organen und Mitarbeitern, mit der grösstmöglichen Professionalität die uns treuhänderisch zur Verfügung gestellten Mittel zum Wohle und Gedeihen unserer Destination und der damit verbundenen Aufgaben einsetzen werden.» Affentranger erinnerte dabei, dass die TFA-Gelder wie auch die Destinationsgelder nicht ein Füllhorn seien, das beliebig ausgeschüttet werden könne, sondern gemäss TFA-Verordnung und Leistungsauftrag zwischen den Gemeinden beziehungsweise dem Kanton geregelt sei: «Die Mittel der TFA sowie die Destinationsgelder sind zur Erfüllung unserer Kernaufgaben im Marketing einzusetzen, das heisst für die Bekanntmachung und Verkauf unserer Produkte.» Das Budget 2005 rechnet bei Einnahmen von 3,04 Millionen Franken mit einem Ausgabenüberschuss von 29'000 Franken. Auch bei einer möglichen engeren Zusammenarbeit mit der «Alpenregion» – siehe auch Touristische Kooperationsgespräche zwischen Interlaken und dem Oberhasli vom Freitag, 10. September 2004 – bezeichnete es Affentranger als das erste Ziel, «den bestmöglichen Einsatz der finanziellen und personellen Ressourcen, die den beiden Organisationen zu Verfügung stehen beziehungsweise die möglichen Synergien aufzuzeigen, die sich bei einer engeren Zusammenarbeit ergeben können». Nach Vorliegen der Resultate der Abklärungen von «Alpenregion»-Direktorin Katrin Lüthi und TOI-Direktor Stefan Otz von Interlaken Tourismus hätten die kompetenten Organe die weiteren Entscheide zu fällen.

Im Verlauf seiner weiteren Ausführungen hielt Affentranger dafür, die Destination in dem Masse attraktiv zu gestalten, dass der Gast es auch weiterhin als ein Muss betrachte, hier abzusteigen: «Wir sind als Anbieter aufgerufen in uns zu gehen und unsere Angebote zu analysieren und erkannte Mängel in Taten umzusetzen.» Auch die Gemeinden seien Anbieter. Die Realisationen in die Qualität der Destination wie die Umsetzung von «Crossbow» dürften nicht auf den Nimmerleinstag hinausgeschoben werden: «Müssten eben nicht wir alle uns überlegen, als Steuerzahler, diese Investitionen in die Zukunft von Interlaken zu wagen, bald zu wagen, vielleicht auch mit einem unangenehmen Griff in das Steuerportemonnaie?» Affentranger sprach von Investitionen, die auch Emotionen auslösen sollten: «Emotionen die immer wichtiger in unserem Tourismus werden – Emotionen, eines der Ziele, die auch Stefan Otz von Anbeginn seiner Tätigkeit in Interlaken verfolgt. Investitionen die nachhaltig sind für die Qualität und für die Zukunft unserer Destination und unseren Tourismus, immer mehr – leider – unsere einzig verbleibende grössere Industrie in der Jungfrauregion.» Die Preise könnten nicht mehr gesenkt werden: «Unsere einzige Chance ist, den Gast zu überzeugen, dass unsere Qualität in allen Bereichen dem Preis, den er entrichten muss, gerecht wird.»
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