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Donnerstag, 5. Februar 2004
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Interlakner Viersternhotel National wird Seniorenresidenz

ds/S. Das an der Höhematte im Zentrum von Interlaken gelegene 70-Betten-Viersternhotel National soll als Seniorenresidenz mit insgesamt 22 Wohneinheiten umgenutzt und zu diesem Zweck bis Ende dieses Jahres mit Investitionen von mehreren Millionen Franken umgebaut werden. Restaurations- und Hauswirtschaftsbetrieb bleiben als Dienstleistungsangebot für die Hausbewohner erhalten.

Aus dem Interlakner Erstklasshotel National soll eine Seniorenresidenz mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot entstehen. (Bilder Dora und Peter Schmid)

Auf den vier Stockwerken des von Hans Kübler geleiteten Hotels National sollen komfortable rollstuhlgängige Zwei- bis Dreieinhalbzimmer-Wohnungen mit Bruttowohnflächen zwischen 52 und 108 Quadratmeter zu Preisen von 165'000 bis 373'000 Franken verkauft werden. Insgesamt entstehen nach Angaben von Hans Kübler bis Ende dieses Jahres zirka 22 Wohneinheiten mit einem neuen grossen Personenlift: «Auf den drei Stockwerken stehen Wohnflächen zur Verfügung, die nach persönlichen Wünschen und Grössen geplant und gebaut werden können; die Keller- und Abstellräume sind mit dem Personenlift erreichbar.» Das Gebäude soll total saniert und umgestaltet werden. Dabei sollen unter anderem aus der heutigen Bar eine Lounge entstehen und die Terrasse wintergerecht umgebaut werden. Ursprünglich seien 16 Super-Juniorsuiten und 18 Seniorenresidenzen vorgesehen gewesen. Wegen der grossen Nachfrage – bei der mit dem Verkauf beauftragten Martha Ruf Immobilientreuhand AG in Unterseen (E-Mail info@martharuf.ch) seien allein durch das letzte Inserat mehr als 20 neue Interessenten akquiriert worden – habe sich die Hotel National AG entschlossen, den Hotelteil auch noch zu Residenzen auszubauen. Überdies habe nachträglich eine im vergangenen Herbst veröffentlichte Studie ergeben, dass im Berner Oberland ein grosser Nachholbedarf an altersgerechtem Wohnraum bestehe.

Hans Kübler, Verwalter der künftigen Residence National am Höhematteeingang: «Aktives Wohnen mit einem umfangreichen Freizeitangebot.»

Unter anderem sei vorgesehen, die Aussenwände und das Dach mit neuer oder zusätzlicher Wärmedämmung zu ergänzen. Die unter einer späteren modernistischen Verkleidung verschwundene einstige Jugendstilfassade des im Jahr 1906 eröffneten Hauses – der im Zuge des Metropolneubaus der damaligen Vorbesitzerin «schmackhaft» gemachte «Fassadenmord» fand 1967 statt – lasse sich bei der Erneuerung allerdings nicht mehr rekonstruieren. Den Bewohnern der künftigen «Residence National» stehen nach Angaben der Hotel National AG folgende Dienstleistungsangebote zur Verfügung: Einnahme sämtlicher Mahlzeiten im Restaurant der Residence oder serviert in der Wohnung, tägliches Bettenmachen und/oder periodisches Wechseln, Wohnungreinigen (täglich, wöchentlich oder quartalsmässig), das Waschen der Bett-, Küchen- und Privatwäsche, Erledigung von Einkäufen und Botengängen durch das Residencepersonal, Taxidienst mit der Residencelimousine, Benutzung der öffentlichen Räume, Empfangen von Gästen in den öffentlichen Räumen (Restaurant und Lounge).

Mit der Umnutzung des Hotels National gehen nach Angaben von Hans Kübler wohl Arbeitsstellen im Hauswirtschaftsbereich (Zimmermädchen) verloren – dafür würden mehr Mitarbeiter im Restaurations- und Verpflegungsbereich benötigt, denn das Restaurant   werde wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und während sieben Tagen geöffnet sein. Dadurch werde sich der Personalbestand von heute zwölf Mitarbeitern sogar um vier Personen erhöhen.

Die Entwicklung auf dem touristischen Markt richtet sich laut Hans Kübler immer mehr auf Gruppen und Massentourismus aus, was sich jedoch mit der Philosophie des Hotels National «Jeder Gast ein VlP» nicht mehr vereinbaren lasse: «Aus diesem Grund haben wir den Entschluss gefasst, unser Haus umzunutzen und die erste im Zentrum von Interlaken gelegene Seniorenresidenz zu errichten.» In ihr soll ein aktives Wohnen mit einem umfangreichen Freizeitangebot – vorgesehen seien unter anderem geführte Wanderungen, Ausflüge, Seniorenturnen, Physiotherapie, Beauty, alternative Medizin (Heilpraktiker), Filmvorführungen auf Grossleinwand, Diavorträge,  Konzerte, Vorlesungen, Kochkurse und Ernährungslehre – ermöglicht werden.


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