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| Adelboden: Gemeinsame finanzielle Entflechtungs- und Sanierungsaktion bns. Als zahlreich und oft hart bezeichnete Gespräche über eine finanzielle Entflechtungs- und Sanierungsaktion der touristischen Partner an der Genossenschaft Schwimmbad und Kunsteisbahn sowie Adelboden Tourismus haben laut einer Medienmitteilung des Gemeinderates nun «mit allseits befriedigenden Ergebnissen» abgeschlossen werden können. Im gemeinsam ausgearbeiteten Sanierungskonzept ging es in einem ersten Schritt darum, die gefährdeten Grundstücke aus der Genossenschaft und Adelboden Tourismus herauszulösen, um einer freihändigen Verwertung im Konkursfall zuvorzukommen und damit den heutigen Verwendungszweck der Liegenschaften zu erhalten.Gemeindeschreiber Peter Oester, Adelboden In einem zweiten Schritt musste die entstandene Liquiditätslücke bei Adelboden Tourismus in der Grössenordnung von 500'000 Franken gesichert werden, indem gemeinsam ein verbindliches Budget 2004/2005 und ein Liquiditätsplan für die nächsten drei Jahre erstellt wurden, welche Adelboden Tourismus erlauben pro Jahr knapp 200'000 Franken liquide Mittel zu erarbeiten und somit in zweieinhalb Jahren ohne Darlehen der Partner auszukommen. Die Sanierungsschritte im einzelnen – Die Gemeinde Adelboden kauft das Schwimmbadareal (ohne Schwimmbadanlagen) zum Preise von 630'000 Franken, beschlossen durch die Gemeindeversammlung am 30. April 2004. – Die Gemeinde kauft die Grundstücke Kunsteisbahn (ohne Eisanlagen) und Parkhaus (ohne Parkhausanlagen) für 100'000 Franken von der Genossenschaft, wobei die Parzelle Parkhaus für 35'000 Franken an die Parkhaus AG weiterverkauft wird. – Die Gemeinde leistet einen ausserordentlichen Betriebsbeitrag von 100'000 Franken für den Betrieb des Eissportzentrums im Winter 2004/2005. – Die Gemeinde beteiligt sich an unvorhersehbaren Ersatzinvestitionen im Eissportzentrum im Winter 2004/2005. – Die Gemeinde entrichtet den Anteil aus dem Projekt PEGNA (Projektentwicklungsgruppe Nevada) von 30'000 Franken. – Die Gemeinde verkauft 160'000 ihrer 360'500 Aktien der BAAG an diese Gesellschaft zurück und zwar zum Nominalwert von 1'600'000 Franken. Dieses Geschäft fällt nicht in den Kompetenzbereich des Gemeinderates und wird deshalb bei der Urnenabstimmung am 28. November 2004 dem Stimmvolk vorgelegt. – Die Bergbahnen Adelboden AG (BAAG) werden die zum Nominalwert gekauften Aktien im Rahmen der Aktienzeichnungen für das Projekt Chuenisbärgli zum Preise von 15 Franken abgeben. Dadurch resultiert ein Gewinn von maximal 800'000 Franken bei der BAAG, welcher zweckgebunden für das Projekt Chuenisbärgli zu verwenden ist. – Die Licht- und Wasserwerk Adelboden AG kauft die Liegenschaft Adelboden Tourismus an der Dorfstrasse für 1'200'000 Franken. Damit ist der Weiterbetrieb der Büros von Adelboden Tourismus am heutigen Standort auf lange Sicht gewährleistet. – Die Licht- und Wasserwerk Adelboden AG und die Grundpfandgläubiger erlassen der Genossenschaft zudem verschiedene Guthaben. – Zur Schliessung der jeweils im Winterhalbjahr entstehenden Liquiditätslücke bei Adelboden Tourismus gewähren die Bergbahnen Adelboden AG (maximal 200'000 Franken) und die Gemeinde (maximal 100'000 Franken) in den nächsten drei Jahren befristete verzinsliche Darlehen. Für die Hälfte des Darlehens der BAAG leistet die Licht- und Wasserwerk AG Sicherheit. Die Höhe der notwendigen Darlehen wird jährlich festgelegt. Die beteiligten Partner erhalten monatlich einen Finanzbericht von AT mit Budgetvergleich. Die Banken gewähren angemessene Kontokorrentlimiten. – Die Notwendigkeit einer neuen Heizung für das Schwimmbad und die Ausführung von unaufschiebbarem Unterhalt, geschätzte Kosten total Politische Würdigung des Geschäftes durch den Gemeinderat Die Sanierung der Trägerschaft der Anlagen Schwimmbad und Eissportzentrum war für unseren Ort ein nicht weiter aufschiebbarer Schritt. Die dabei angefallenen finanziellen Engagements bildeten für die Gemeinde eine nicht in diesem Ausmass vorhersehbare finanzielle Belastung. Sollte der Folgeschritt, nämlich der Verkauf des Teilpaketes der Aktien BAAG zustande kommen, wäre dies ein Glücksfall, welcher die dringend benötigten neuen Mittel für Investitionen, wie die Anbindung der Talstation Sillerenbahn an den öffentlichen Verkehr und der Ausbau der Zelgstrasse, in die Gemeindekasse bringt. Adelboden Tourismus kann sich nach der Entflechtung wieder vermehrt seinen Kerngeschäften widmen, insbesondere der Bearbeitung bestehender und neuer Märkte. Der Betrieb des Schwimmbades und allenfalls des Eissportzentrums obliegt der Genossenschaft oder Folgeinstitutionen. Die Gemeinde beabsichtigt nicht selber Betreiber der Anlagen zu werden, sondern sie ist «nur» Eigentümer von Grund und Boden. Der Betrieb des Schwimmbades kann für die nächsten Jahre als gesichert gelten. Für das Eissportzentrum ist die Situation problematischer. Gegenwärtig werden von privater Seite und den Eisclubs (EHC und Curlingklub) Abklärungen für einen Weiterbetrieb ab Sommer 2005 auf privater Basis getätigt. Die Gemeinde und Adelboden Tourismus sind im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten aus Steuergeldern respektive aus Kurtaxengeldern bereit, sich angemessen zu beteiligen. Eine Beteiligung in der Höhe der vergangenen Jahre wird für Adelboden Tourismus jedoch sicherlich nicht möglich sein, sonst würden die nun getätigten Sanierungsanstrengungen in Kürze wieder sinnlos gemacht. Die Gemeinde Adelboden ist, ohne Vernachlässigung ihrer bestehenden Aufgaben, auch nicht in der Lage in die Lücke zu springen und höhere Beiträge zu leisten. Der Gemeinderat hat jedoch Beiträge im bisherigen Umfang zugesichert. Eine Projektgruppe klärt zudem die Möglichkeiten für einen Neubau eines Eissportzentrums sowie die Rahmenbedingungen einer Übergangslösung ab. Ausgangslage In der Vergangenheit hat Adelboden Tourismus alljährlich Hunderttausende von Franken in den Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades und des Eissportzentrums gesteckt. Zudem bestand eine finanzielle Verflechtung mit der Genossenschaft Schwimmbad und Kunsteisbahn, wonach Adelboden Tourismus für finanziell ungedeckte Ausgaben de facto eine unbeschränkte Haftung zu übernehmen hatte. Die Genossenschaft selber war aber trotz dieser Ausgangslage in eine finanzielle Schieflage geraten, welche wegen der finanziellen Verflechtung auch Adelboden Tourismus akut gefährdete und ein Konkurs befürchtet werden musste. Diese Situation veranlasste den Gemeinderat Adelboden, die Moderation und Leitung gemeinsamer Anstrengungen der massgeblichen touristischen Partner für eine grundlegende Sanierung und Entflechtung zu übernehmen. Die zahlreichen und oft harten Gespräche konnten nun mit allseits befriedigenden Ergebnissen abgeschlossen werden. Der Gemeinderat dankt den beteiligten Partnern Licht- und Wasserwerk Adelboden AG (LWA), Bergbahnen Adelboden AG (BAAG), Grundpfandgläubiger von Genossenschaft und Adelboden Tourismus, Adelboden Tourismus (AT), Genossenschaft Schwimmbad und Kunsteisbahn Adelboden für die grosszügige und flexible Haltung zur Erhaltung der Kurortsinstitutionen und Verhinderung von sofortigen Anlagenschliessungen.
Berichte und Meldungen im November 2004
Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch) Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg |
Meldestellen in der Schweiz Deutschland / Österreich Berner Oberland News Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats info@beo-news.ch Leserbriefe an die Berner Oberland News sowie Anfragen für Werbebanner und für Bilder in druckfähiger Auflösung Nur etwa drei Kilometer vom weltbekannten Berner Oberländer Tourismuszentrum Interlaken entfernt vermieten im idyllischen Dorf Ringgenberg Adolf und Lisbeth Imboden-Amacher im Kreuzli eine schöne Ferienwohnung.
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