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Dienstag, 2. November 2004
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«Alliance Santé» zwischen Spital Thun-Simmental und Hirslanden-Kliniken Bern

ds/pvr. Die Spital Thun-Simmental AG (STS) und die Hirslanden-Kliniken Bern haben die Absichtserklärung für ein Kooperationsmodell unterzeichnet. Danach soll eine «Alliance Santé» öffentliche und private Spitäler verbinden: «Die Zielsetzung, die Leistungen durch sinnvolle Vernetzung qualitativ und wirtschaftlich zu optimieren, wird bei voll gewahrter Selbständigkeit der Partner erreicht», verlautete am Dienstag an einer Medienorientierung.

Die Spital Thun-Simmental AG betreibt die Spitäler Thun (Bild) und Zweisimmen sowie die Klinik Erlenbach. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Beat Straubhaar für die STS und Guy Jaquet für die drei Hirslanden-Kliniken Bern legten vor den Medien dar, dass die Patienten von der Allianz profitierten: «Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Fachgebiete und Zentren gewährleistet kompetente Betreuung und kürzere Wege.» Den Patienten könnten die bestmögliche Diagnose und Therapie angeboten werden. Die öffentliche Spital Thun Simmental AG wie auch die privaten Hirslanden-Kliniken Bern seien etablierte und erfolgreiche Institutionen in der Gesundheitsversorgung: «Durch die Kooperation wollen sie sich und ihre Leistungen weiterentwickeln und innovative und interessante Gesprächspartner im Gesundheitswesen bleiben.» Beide Vertragspartner blieben in ihrer Selbständigkeit und Unabhängigkeit unverändert. Für die Gründung von «Alliance Santé» böten das Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) und das geltende bernische Spitalgesetz den gesetzlichen Rahmen.

«Alliance Santé». Von links nach rechts: Christian Pfammatter, Direktor der Spital Thun-Simmental AG (STS), Beat Straubhaar, Vorsitzender der STS-Geschäftsleitung, STS-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Schüpbach, Guy Jaquet, Direktor der Klinik Beau-Site und Gesamtleiter der drei Hirslanden-Kliniken in Bern, Joseph Rohrer,
Betriebsleiter (COO) der Privatklinikgruppe Hirsland
en sowie Andreas Kohli, Direktor der Klinik Permanence und des Salem-Spitals in Bern.

Synergien nutzen

Die Kooperationsschwerpunkte sollen schrittweise in Projekten umgesetzt werden und eine gezielte Nutzung der medizinischen, infrastrukturellen wie auch administrativen Synergien anstreben, verlautete im weiteren: «Ziel ist eine Optimierung der Dienstleistungen für Patienten, verbesserter Zugang zu den bestehenden Angeboten, Kostenoptimierung, Qualitätssicherung und die langfristige Sicherstellung der Arbeitsplätze.» Gemeinsame Fachgebiete sollen definiert und die entsprechenden Abläufe optimiert werden. Die Partner koordinierten die Entwicklung ihrer Kompetenzzentren: «Die Zusammenarbeit ermöglicht Kosten- und Qualitätsoptimierungen, die durch koordinierte Nutzung und Weiterentwicklung der Infrastruktureinrichtungen verstärkt werden.» Das Know-how der beiden Partner werde kontinuierlich ausgetauscht und vertieft. Dabei entstehe eine Vernetzung der Spital- und Belegärzte und die Qualität der Patientenbetreuung werde verbessert. «Alliance Santé» erarbeite ein Weiterbildungsangebot für die zuweisenden Ärzte und strebe damit eine enge Zusammenarbeit mit diesen an: «Beide Partner behalten ihre bewährten Qualitätssysteme bei und entwickeln diese anhand der Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit laufend weiter.» Nach einem Jahr sehe «Alliance Santé» eine Evaluation der Kooperationsergebnisse vor. Diese seien für die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit massgebend.

Steuerungsausschuss und Projektgremien

«Die Verwaltungsräte der Partner orientieren periodisch über die Umsetzung», war an der Medienorientierung in Thun im weiteren zu erfahren. Für den strategischen Vollzug sei ein Steuerungsausschuss verantwortlich. Dieser bestehe aus je drei Mitgliedern der Partner, davon jeweils ein Arzt: «Einzelne Mitglieder des Ausschusses leiten ad hoc gebildete Projektgremien aus Mitarbeitenden beider Partner, welche die Lösung gemeinsam erarbeiten.» Die Spital Thun-Simmental AG mit rund 750 Vollstellen betreibe die Spitäler Thun und Zweisimmen sowie die Klinik Erlenbach. Partner im Rahmen von «Alliance Santé» seien die drei Berner Hirslanden-Kliniken Beau-Site, Klinik Permanence sowie das Salem-Spital mit ebenfalls rund 750 Vollstellen: «Die Vertragsunterzeichner halten das Kooperationsmodell offen für weitere Partner.» Zur Hirslanden-Gruppe gehörten insgesamt zwölf über die deutsch- und die französischsprachige Schweiz verteilte Kliniken mit rund 4000 Mitarbeitern. Die Kooperation werde laufend auf weitere Entwicklungsmöglichkeiten geprüft und entsprechend optimiert. Die «Alliance Santé» vollziehe sich auf verschiedenen Ebenen:

Definition des Angebots der jeweiligen Fachgebiete und der Patientenprozesse. Invasive Kardiologie und Herzchirurgie, Orthopädie, Onkologie, Notfallversorgung, Urologie, Viszeralchirurgie und invasive Gastroenterologie, Tumorchirurgie, IPS, stationäre und ambulante Nachsorge und Rehabilitation in Kardiologie und Pneumologie sowie Orthopädie und Chirurgie.

Ressourceneinsatz definieren. Teambildung für die Errichtung von Kernkompetenzzentren (Orthopädie, Urologie und so weiter), Schwerpunktbildung Medizinaltechnik, gemeinsame Beschaffung Medizinaltechnik und Verbrauchsmaterial.

Infrastruktur. Koordinierte Nutzung und Weiterentwicklung der Infrastruktureinrichtungen.
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